10.03.2022

Kurpfalz-Schulzentrum Schriesheim: Auch die Grundschule setzt den Präsenzunterricht nach dem Schmorbrand aus

Kurpfalz-Schulzentrum Schriesheim: Auch die Grundschule setzt den Präsenzunterricht nach dem Schmorbrand aus

Die Kurpfalz-Grund- und -Realschule mit Gymnasium. Foto: Dorn
Diese Neuigkeiten beschlossen Verwaltung und Schulleitung am Mittwochabend. - Das komplette Schulzentrum war seit den frühen Morgenstunden ohne Strom.

Schriesheim. (RNZ) Gymnasium und Realschule sind nach einem Ausfall von Strom und Heizung im Kurpfalz-Schulzentrum auf Online-Unterricht umgestiegen, und auch die Kurpfalz-Grundschule in Schriesheim setzt ihren Präsenzunterricht bis einschließlich Freitag aus. Das teilte Konrektor Sascha Barembruch am Donnerstagmorgen im Gespräch mit der RNZ-Redaktion mit. Seinen Angaben zufolge hat es am Mittwochabend einen Vor-Ort-Termin mit den Spitzen der Schriesheimer Stadtverwaltung gegeben, in dessen Zuge beschlossen wurde, bis Freitag auf Fernlernunterricht umzusteigen.

"Die Klassen wurden umgehend mit Lernmaterial versorgt. Wir hoffen, am Montag wieder mit dem Präsenzunterricht starten zu können", so Barembruch weiter. Die Schule biete jedoch eine Notbetreuung an. Diese umfasse die gewohnten Betreuungszeiten. Berufstätige Eltern könnten das Angebot nutzen. Anders als in einigen vergangenen Phasen der Corona-Pandemie seien dafür keine umfänglichen Nachweise nötig.

Update: Donnerstag, 10. März 2022, 08.43 Uhr

Von Max Rieser

Schriesheim. Ein "unklarer Geruch" im Schriesheimer Schulzentrum hat am frühen Mittwochmorgen die Feuerwehr auf den Plan gerufen. Kurz zuvor war sowohl an der Kurpfalz-Grund- und Realschule als auch am Gymnasium der Strom ausgefallen. Als Mitarbeiter der Stadt Schriesheim, die Schulträger ist, und des Netzbetreibers "Netze BW" nach dem Fehler suchten, fiel ihnen in einem Traforaum im Nebengebäude "im Bereich der Realschule an der Konradstraße" ein Schmorgeruch auf, woraufhin die Feuerwehr um 8 Uhr verständigt wurde. Das berichtet Wehr-Kommandant Oliver Scherer.

Die Brandschützer rückten mit fünf Fahrzeugen und 20 Einsatzkräften an. Mit Atemschutzmasken, Gasmessgerät und Wärmebildkameras suchten sie nach der Ursache für den Geruch. Da die Trafostation zunächst keine Auffälligkeiten aufwies, sorgte die Feuerwehr mit Hochleistungslüftern und Licht für klarere Verhältnisse, sodass die Mitarbeiter von "Netze BW" rasch fündig wurden: An den Übergabeanschlüssen des Netzes zum Trafo war es an einem Stecker zu einem Defekt gekommen, wobei Kunststoff verschmort war.

Um eine Gefährdung der Schüler durch giftige Dämpfe auszuschließen, wurde ein Messfahrzeug der Ladenburger Feuerwehr eingesetzt, das ebenfalls keine Belastungen feststellte. Für die Schüler habe daher "zu keiner Zeit eine Gefahr" bestanden, teilt die Feuerwehr mit. Es musste niemand evakuiert werden, und die Schüler konnten nach Rücksprache mit den Schulleitungen erst einmal in den Klassenzimmern sitzen bleiben.

Trotzdem endete der Unterricht an allen drei Schulen kurz darauf, da weiter kein Strom floss und sowohl Licht als auch Heizung ausblieben. Realschulleiterin Petra Carse sagte: "In den Treppenaufgängen, den innen liegenden Gängen und auf den Toiletten ist es stockdunkel", wodurch eine erhöhte Unfallgefahr bestehe. Außerdem kühlten sich die Räume durch den Ausfall der Heizung ab. Die Kommunikation zwischen Schulen, Eltern und Rathaus habe sehr gut funktioniert, sagen der Direktor des Kurpfalz-Gymnasiums, Hans-Peter Kohl, und Elternbeiratsvorsitzender Patrick Schmidt-Kühnle. Die Schüler seien zügig von den Eltern abgeholt worden, so die Leiterin der Grundschule, Sabine Grimm. Da einige Berufstätige nicht sofort kommen konnten, habe die Grundschule eine Notbetreuung eingerichtet.

Alle drei Schulleitungen zeigten sich zufrieden mit der Unterstützung durch Eltern und Verwaltung. Auch Bürgermeister Christoph Oeldorf, der die Einsatzstelle persönlich in Augenschein nahm, dankte Eltern, Einsatzkräften, Schulpersonal und Verwaltungsmitarbeitern, die "in enger Abstimmung herausragend zusammengearbeitet" hätten. Auch den Schülerinnen und Schülern dankte der Bürgermeister für ihren "strukturierten und vorbildlichen Umgang" mit der Situation.

Da am Mittwochvormittag noch unklar war, wie lange der Stromausfall dauert, teilten Realschule und Gymnasium mit, dass am heutigen Donnerstag auf jeden Fall auf Fernlernunterricht umgestellt werde. Der Präsenzunterricht startet frühestens am Freitag wieder, aktuelle Informationen können auf den Internetseiten der jeweiligen Einrichtung eingesehen werden. An der Grundschule läuft am Donnerstag, schon wieder der normale Betrieb an. Da es bis Mittwochabend aber noch keinen Anschluss an die Heizung gab, bittet Grimm darum, die Kinder "im Zwiebelprinzip", also mit vielen Schichten anzuziehen. Betroffen ist auch die Stadtbibliothek, die am Donnerstag geschlossen ist.

Nach einer ersten Schätzung der "Netze BW" beläuft sich der Schaden auf rund 10 000 Euro. Der Preis ergebe sich daraus, dass das gesamte Schaltfeld, auf dem der Defekt zustande gekommen war, ersetzt werden muss. So berichtet es die Pressestelle der "Netze BW" auf RNZ-Anfrage. Das Unternehmen konnte durch Einsetzen eines Aggregats und eine anschließende "provisorische Reparatur" die Stromversorgung am Mittwochnachmittag wieder herstellen.

Update: Mittwoch, 9. März 2022, 19.01 Uhr

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung