15.03.2022

Stadtfest im Mai als Mathaisemarkt-Ersatz

Die Stadt stellte die ersten Planungen vor: Es gibt fünf Tage Rummel und Bühnenprogramm in Biergarten-Atmosphäre. Die Vereine sollen sich präsentieren können.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Die Planungen für den Mathaisemarkt-Ersatz sind angelaufen: Für Mai ist jetzt auch ganz offiziell ein Stadtfest geplant, wie das Rathaus am gestrigen Dienstag mitteilte. Das stand im Grunde schon seit Dezember fest, als man sich im Markt- und Kulturausschuss einig war, dass es einen Mathaisemarkt in gewohnter Form nicht geben würde; schließlich wurde er am 8. Februar ganz abgesagt. Und eine Woche drauf, wieder im Markt- und Kulturausschuss, wurde eher beiläufig über die Ersatzveranstaltung geredet.

Doch offenbar ist man nun ein Stück weiter – auch wenn es schon erste Kritik aus den Vereinen gibt. Denn beim MGV Eintracht wurde beispielsweise moniert, dass die Vereine zu wenig eingebunden seien und dass sie fürs Programm sorgen sollen, ohne einen eigenen Stand betreiben zu dürfen. Diese Vorwürfe weist Ordnungsamtsleiter Achim Weitz von sich, denn er sagt ausdrücklich, dass die Vereine nicht nur eingebunden werden, sondern auch mit Ständen vertreten sein sollen. Und schließlich waren sie zu den Stadtfest-Vorbereitungstreffen auch immer eingeladen.

Konkret soll fünf Tage lang, von Donnerstag, 19. Mai, bis Montag, 23. Mai, gefeiert werden: Auf dem Festplatz unterhalb der Bismarckstraße ist ein Rummel geplant, Richtung Rathaus hin soll es eine Bühne geben, für deren Programm die Vereine sorgen sollen. Drumherum soll es Stände geben, sodass sich die Besucher in einem Wein- oder Biergarten wähnen. Genaue Details gibt es nicht, die Planungen seien in einem frühen Stadium – offenbar war die gestrige Pressemitteilung des Rathauses auch der aufkeimenden Kritik aus der Stadtgesellschaft geschuldet – die hatte es in ähnlicher Form bereits bei der Straßenfest-Ersatzveranstaltung von Anfang September gegeben. Aber immerhin weiß man jetzt, was es beim Stadtfest im Mai nicht geben wird (und was sonst den Mathaisemarkt mit ausmachte): kein Festzelt, keinen Umzug und keinen Lauf.

Das Stadtfest an sich gab es schon mal – am selben Platz. Allerdings hat die Neuauflage eher weniger mit der alten Veranstaltung zu tun. Die nannte sich "Schriese hockt" und wurde insgesamt 14 Mal vom Verkehrsverein organisiert. Wie sich dessen langjähriger Vorsitzender Karl-Heinz Schulz erinnert, startete alles mit dem großen Fernsehwettstreit "Spaß auf der Gass" vom damaligen Südwestfunk (SWF, heute SWR): Am 7. Juli 1996 trat Schriesheim gegen die südpfälzische Kleinstadt Annweiler an, "wir haben etwas unglücklich verloren", sagt Schulz. Am Abend zuvor hatte Joy Fleming noch auf dem Festplatz vor 3000 Besuchern gesungen, insgesamt kamen rund 15.000 Besucher zum TV-Spektakel – "ein kleiner Mathaisemarkt" schrieb damals die RNZ.

Im Jahr darauf bastelte der Verkehrsverein ein Nachfolgefest zusammen – mit Bands wie "Gardenparty", allerhand Essen- und Weinständen –, es war über dreieinhalb Tage (von Freitagabend bis Montagabend) ein gemütlicher Hock, daher ja auch der Name. Doch mit der Zeit ließ der Zuspruch nach, vielleicht lag es ja auch am Zeitpunkt, Ende Juli – also nur einen reichlichen Monat vor dem Straßenfest. 2011 stellte der Verkehrsverein das lahmende Fest ein und begann dann mit etwas ganz anderem, der Rotweinwanderung. Schulz bilanziert: "Dem Stadtfest haben wir eigentlich nicht nachgeweint."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung