18.03.2022

Altenbach: Beim Spielplatz geht nichts voran

Die Neuplanung ist immer noch juristisch in der Schwebe. Jetzt machen die Bürger Druck.

Schriesheim-Altenbach. (hö) Beim Dauerbrenner Spielplatz tut sich weiterhin nichts, und so gibt es bei den Ortschaftsratssitzungen ein seit Monate eingeübtes Ritual: Reinhard Küssel meldet sich bei der Bürgerfragestunde zu Wort und fragt, was Sache sei; es hat schon etwas vom alten Rom, wo der Feldherr Cato der Ältere angeblich alle seine Reden mit dem berühmten "Ceterum censeo Carthaginem esse delendam" (im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss) beendete – was dann auch zu einem geflügelten Wort für das beharrliche Wiederholen einer Forderung wurde. Küssels "Ceterum censeo" ist nun mal die Spielplatzsanierung, und er kündigte Bürgermeister Christoph Oeldorf gegenüber an, auch in der nächsten Ortschaftsratssitzung dieselbe Frage stellen zu wollen.

Oeldorf sagte bei seiner ersten Ortschaftsratssitzung als Bürgermeister, dass er die Sanierung des Spielplatzes nicht in Auftrag geben könne, solange keine Rechtssicherheit herrscht, von daher könne er "nichts versprechen". Denn zwar gibt es seit einem Jahr einen Beschluss des Ortschaftsrates zur Neuplanung und sogar die Planung selbst, doch dann wurde aus dem Unterfangen eine juristische Auseinandersetzung. Denn nach wie vor ist nicht geklärt, wie der Anwohner auf seine Wiese hinter dem Spielplatz gelangen soll – und seit Juni korrespondieren dessen Anwalt und der der Stadt. Bisher ohne Durchbruch

Dass nichts vorangeht, frustriert auch die Altenbacher Eltern, und so sagte Marina Haas stellvertretend: "Es ist traurig für die Kinder, dass sich nichts tut, denn für die gibt es überhaupt nichts." Dem Ortschaftsrat sei das aber egal – wogegen sich Ortsvorsteher Herbert Kraus wehrte: "Das muss ich entschieden zurückweisen, das ist dem Ortschaftsrat nicht egal."

Immer wieder wurde gefordert – beispielsweise von Christian Wolf (Grüne Liste) oder Karin Malmberg-Weber (SPD) – dass sich der Bürgermeister, der Ortschaftsrat und der Anwohner zusammensetzen sollen, "um die Kompromissbereitschaft auszuloten" (Wolf). Offenbar wird jetzt ein Gesprächstermin in den nächsten Wochen gesucht. Denn Gelder für die Sanierung sind im Haushalt längst eingestellt – und sogar für die Neuanlage eines neuen Spielplatzes in der Unteren Kippstraße/Blumenstraße. Für die Planung stehen im 2022er-Haushalt 6000 Euro, 2023 sind 116.000 Euro für den Bau vorgesehen. Auf den setzt Haas nun ihre Hoffnung, da auf dem alten Spielplatz in der Straße "Am Zehntberg" kaum etwas vorangeht. Bedarf jedenfalls ist dafür da, hatte bereits vor über einem Jahr Spielplatz-Planer Rolf Schwarz festgestellt. Und der Ortschaftsrat hatte bereits im Oktober grünes Licht für diesen zweiten Spielplatz im Ortsteil gegeben.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung