23.03.2022

Der Schulhof der Strahlenberger Grundschule kann mehr

Die Grüne Liste fordert mehr Geld für eine Neuplanung und sieht den Platz als wichtigen Ort zum Treffen.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. So richtig einladend ist der Hof der Strahlenberger Grundschule nicht. Schon gar nicht, seitdem vor drei Wochen auf Veranlassung des TÜV die Reckstange und die Balancier-Holzstämme abgebaut sind. Obwohl das recht simple Spielgeräte waren, wurden sie gut angenommen, gerade das Reck: "Wer das schaffte, war der King", sagt der Stadtrat der Grünen Liste, Rouven Langensiepe, dessen Kinder selbst auf diese Grundschule gehen.

Doch in diesem Gelände steckt noch mehr Potenzial, auch wenn das Reck und die Stämme wieder an den alten Platz kommen – da sind sich die Grüne Liste und Elternbeiratsvorsitzende Kerstin Wenthe einig. Wenthe kämpft schon seit einigen Jahren für einen attraktiveren Schulhof, nun hat sie Mitstreiter in der Kommunalpolitik gefunden: Denn die Grüne Liste stellt bei der heutigen Haushaltsberatung den Antrag, statt der geplanten 15.000 nun 60.000 Euro für die Neuplanung des Schulhofs vorzusehen: "Das kostet mehr als ein Spielplatz" ist sich Christian Wolf sicher. "Eine kindgerechte Gestaltung braucht mehr Geld", meint Bernd Molitor, der selbst hier zur Schule ging. Und er erinnert sich an frühere Zeiten, als es hier noch eine Rutsche gab. In seiner Zeit vor knapp 30 Jahren war der Hof ein wichtiger Ort, um sich zu treffen – und das ist auch heute noch so, wie Wenthe von ihrem eigenen Sohn weiß. "Von hier aus erkunden die Kinder den Nahraum", hat Langensiepe beobachtet.

"Im Moment ist das hier eine Betonwüste", findet Langensiepe, "dabei ist es doch ein Lebensraum." Denn tatsächlich ist hier, allein schon wegen des Horts, bis zum späten Nachmittag Leben. Aber mehr noch: Der Schulhof könnte zu einem "Lehr- und Lernort" (Langensiepe) werden, hier könnte man zum Beispiel Sachkundeunterricht halten – wenn es nur etwas grüner wäre. Und hier sollten sich Schüler bewegen können, denn daran mangelt es ihnen heute oft, weiß der Realschullehrer: "Hier schafft es aber kein Kind, sich auszupowern." Deswegen würde ein Klettergerüst helfen, oder man macht gleich die ganze Böschung zu einem Kletterhang.

Doch wissen alle, dass so wahnsinnig viel auf dem Schulhof nicht geht, denn der ist eine Aufstellfläche für die Feuerwehr, und im Untergrund sollen jede Menge Leitungen liegen. "Wir müssen ja nicht einen Riesenspielplatz bauen", sagt Wenthe, nur man müsse sich eben mal Gedanken machen, was hier alles möglich sei. Damit ist die Strahlenberger Grundschule nicht allein, denn so Wolf: "Es gibt es in ganz Schriesheim keinen Schulhof, der den Standards entspricht". Insofern sei das ein Startschuss. "Wir sind Realisten genug, dass nicht alles auf einmal geht. Aber als Nächstes sollte der Hof im Schulzentrum dran sein."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung