30.03.2022

"Edelstein"-Schließung steht wegen Corona auf der Kippe

"Edelstein"-Schließung steht wegen Corona auf der Kippe

Die Zukunft des Altenheims „Edelstein“ (links) steht weiter in den Sternen. Foto: Dorn
Was wird jetzt aus diesem und dem NH-Gebäude? Ins NH-Hotel könnten vielleicht Flüchtlinge ziehen.

Von Annette Steininger und Micha Hörnle

Schriesheim/Hirschberg. Die Schließung des Altenheims "Edelstein" zum 30. April könnte sich verzögern. Denn wie am gestrigen Mittwoch Betreiber Hubertus Seidler auf RNZ-Anfrage erklärte, gab es möglicherweise einen Corona-Ausbruch: Eine Bewohnerin, die ins Haus "Stammberg" umziehen wollte, wurde positiv auf das Virus getestet. Ob es noch weitere Fälle gebe, konnte Seidler noch nicht sagen: "Wir sind jetzt am Testen."

Und so könnte es immer schwieriger werden, bis Ende April alle 30 "Edelstein"-Bewohner in andere Heime zu verlegen. Denn Coronainfizierte nimmt kein anderes Haus, sagt Seidler: "Das ist auch richtig so, ich würde es auch nicht tun." Insofern stehe zwar der Schließungsbeschluss der Heimaufsicht auf dem Papier, "die Realität wird aber eine andere sein", so Seidler.

Wann denn nun das "Edelstein" ganz dicht macht, konnte er nicht sagen, vielleicht bekommt er nun, wegen der Coronafälle, eine Verlängerung. Aber so viel weiß er auch: Irgendwann ist Schluss, denn gegen die Verfügung der Heimaufsicht kann er keinen Widerspruch mehr einlegen: "Wir haben keine Möglichkeiten mehr."

Der von ihm angekündigte Antrag für einen Neubau an dieser Stelle wird noch auf sich warten lassen, vielleicht bis zum Sommer: "Erst muss das ,Edelstein’ leer sein. Aber wir haben im Moment andere Sorgen, uns läuft ja zeitlich nichts weg." Und was wird aus seinem Plan, aus dem Altenheim eine Flüchtlingsunterkunft zu machen? "Wenn man das will", sagt Seidler. Gespräche mit dem Schriesheimer Rathaus habe es noch nicht gegeben.

Apropos "Flüchtlingsunterkunft": Das könnte die Zukunft des seit Oktober 2020 leer stehenden NH-Hotels auf Schriesheimer Gemarkung, aber an der Grenze zu Leutershausen sein. Seidler hatte Interesse bekundet, das Gebäude zu kaufen und es in Betreutes Wohnen umzuwandeln, und diese Pläne verfolgt er weiterhin: "Der Eigentümer denkt darüber nach." Aber nun gibt es offenbar Gespräche, das Haus mit seinen 114 Zimmern mit ukrainischen Flüchtlingen zu belegen. Wie die Stadt Schriesheim auf RNZ-Anfrage mitteilte, stehe das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis derzeit hinsichtlich einer Nutzung des Gebäudes als Flüchtlingsunterbringung im Kontakt mit der NH-Gruppe – was erst einmal nicht nach einem bevorstehenden Verkauf des Gebäudekomplexes aussieht. "In enger Abstimmung mit der Gemeinde Hirschberg gilt es zunächst, die Ergebnisse dieser Gespräche abzuwarten", so das Rathaus.

Doch im Grunde müsste man sich mit dieser Anfrage an das Landratsamt wenden. Nur von dort gab keine eindeutige Auskunft. "Was die Anmietung von Gebäuden zur Flüchtlingsunterbringung durch das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises betrifft, äußern wir uns grundsätzlich nicht zu eventuellen Gesprächen", bat Kreissprecher Ralph Adameit um Verständnis. Ganz grundsätzlich könne man natürlich mitteilen, dass das Landratsamt schon seit einiger Zeit in Kontakt mit potenziellen Vermietern stehe, mit denen es zum Beispiel bereits in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet habe. "Sobald Vertragsabschlüsse erfolgt sind oder Unterkünfte in Betrieb gehen, werden wir die Öffentlichkeit selbstverständlich zeitnah informieren", so Adameit.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung