08.04.2022

Die Fische brauchen wieder das Regenrückhaltebecken

Die Fische brauchen wieder das Regenrückhaltebecken

Das Rückhaltebecken ist wegen der Sanierung trockengelegt, die Fische siedelten die Sportangler in ihren See in der Pfalz um. Foto: Dorn
Sportangler berichteten aus den letzten zwei Jahren: Sorge bereitet das Fischsterben im Kanzelbach.

Schriesheim. (max) Während die meisten Vereine durch Corona komplett ausgebremst wurden, konnten die Sportangler immerhin etwas an Aktivitäten bieten. Schriftführer Günter Hofmann berichtete von der Jahreshauptversammlung: "Es war die erste Versammlung seit zwei Jahren, da wir uns letztes Jahr pandemiebedingt nicht treffen konnten." Das sei aber nicht allzu schlimm, da der Verein ein besonderes Wahlsystem hat: "Wir wählen im einen Jahr die Vorstände und im anderen ihre Stellvertreter." So muss immer nur die Hälfte der Posten auf einmal besetzt werden.

Dementsprechend blieben bei der Wahl durch die 20 anwesenden Mitglieder viele Namen gleich: Erster Vorsitzender bleibt Rainer Müller, als Zweiter Vorsitzender wurde Ralph Lana bestätigt, ebenso wie Jugendwart Kai Horstfeld. Erster Gewässerwart bleibt Christian Runz, Frank Schmitt wurde zum Zweiten Gewässerwart gewählt. Erster Kassenwart ist nach wie vor Peter Bless, der Zweite Kassenwart Klaus Machauer wurde wiedergewählt. Als Erster und Zweiter Kassenprüfer fungieren Alexander Gericke und Tobias Kliesch. Günter Hofmann bestätigten die Mitglieder als Schriftführer, Roland Breitenreicher bleibt Erster Beisitzer, sein Stellvertreter, Thomas Bloemecke, macht weiter. Ralph Lana und Oliver Meyenschein wurden neue Zeug- und Gerätewarte.

Kassenwart Peter Bless berichtete auf der Versammlung, dass zwar viele Feste ausgefallen seien, von denen der Verein in normalen Jahren profitiert habe, durch den "Backfischverkauf-to-Go" hätte man das Vereinsvermögen jedoch trotzdem ausbauen können. Daran hätten auch zwei Einbrüche in das Vereinsgelände im Jahr 2020 nichts ändern können, so Hofmann. Dabei sei den Anglern ein Sachschaden von insgesamt 7000 Euro entstanden. Später am Abend wurde mehrheitlich darüber abgestimmt, dass der Verein seine Gelder in Zukunft anders anlegt, um ein "Auffressen" des Vermögens auf Sparbüchern durch die Inflation zu verhindern. Weitere Themen der Sitzung waren die neue Internetseite des Vereins und die Beitragserhöhung von 36 auf 48 Euro.

Bei den Jahresberichten Hofmanns ging es vor allem um insgesamt zwölf Arbeitseinsätze. Diese umfassten unter anderem Instandhaltungsarbeiten auf dem Schriesheimer Vereinsgelände und am Pacht-See des Vereins in Dannstadt. 2020 machte man außerdem noch beim vorerst letzten Mathaisemarkt-Festzug mit, bei dem der Verein das Motto "Forellebloog im Kanzelbach – Angeln 2064" hatte. Ein Sommerfest und ein gemeinsamer Ausflug ins oberpfälzische Teublitz konnten im Sommer 2020 stattfinden, als sich die Corona-Situation etwas entspannt hatte. Genau wie der Ausflug nach Hauzenberg ein Jahr später, bei dem die Nachfrage aber "eher zurückhaltend" gewesen sei.

Als klar war, dass das gemeinsame Backfischessen im Herbst 2020 nicht stattfinden kann, entschloss man sich, das erste "Backfisch-to-Go"-Essen in der Oberstadt anzubieten, das "wunderbar" angenommen worden sei, so Hofmann. 2021 wiederholten die Sportangler das "To-Go"-Angebot am traditionellen Termin an Karfreitag und wieder im Oktober. Der zweite Termin sei weniger gut angenommen worden, das könne aber damit zusammenhängen, dass am gleichen Wochenende das Oktoberfest des KSV stattfand, mutmaßt der Schriftführer. Außerdem seien nach der Veranstaltung 80 Kilo Zander durch eine defekte Kühltruhe verdorben und mussten entsorgt werden: "Dadurch hatten wir viel Arbeit und nichts verdient", berichtet er weiter. In einer Woche, am Karfreitag, steigt das Backfischessen wieder auf dem eigenen Vereinsgelände.

Die größte Aktion im ersten Jahr der Pandemie war aber das Netzfischen am Rückhaltebecken, bei dem der Verein alle Fische aus dem Becken, das danach abgelassen wurde, abfischte und in seinen See nach Dannstadt transportierte: "Wir haben von der Stadt die Info bekommen, dass das Becken Mitte dieses Jahres wieder gefüllt wird", sagt der Schriftführer skeptisch.

Apropos Fische: Zu beklagen gab es ein Fischsterben im Kanzelbach "abwärts der Schotterersbrücke" vor knapp zwei Jahren (RNZ vom 20. Juni 2020): "Das ist ein Dauerthema, weil in der Talstraße bei starkem Regen die Kanalisation überläuft und die Abwässer in den Kanzelbach fließen", so Hofmann. Man hoffe, dass bei einer Sanierung der Talstraße auch dieses Problem behoben wird, das "alle ein bis zwei Jahre" zu einem Massensterben der Tiere führt. Früher habe man kleine Forellen in den Bach eingesetzt, das habe man wegen dieses Phänomens mittlerweile eingestellt.

Kurz bevor die Infektionszahlen die meisten Veranstaltungen im Herbst vergangenen Jahres wieder zum Erliegen brachten, organisierten die Angler noch eine Kutschenfahrt für rund zehn Mitglieder beim Reit- und Fahrverein, die mit einer Weinprobe bei Peter Grüber endete. Ein schon lang für Dezember geplantes Helferfest auf der Strahlenburg musste abgesagt werden: "Vielleicht klappt es ja dieses Jahr wieder", hofft Hofmann.

Info: Am Freitag, 15. April, verkaufen die Sportangler wieder ab 11 Uhr Backfisch (Seelachs- und Zanderfilet) auf dem Vereinsgelände neben dem Hundeplatz (Ladenburger Fußweg).

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung