09.04.2022

Osterbrunnen Schriesheim: Da steckt viel Arbeit drin

Osterbrunnen Schriesheim: Da steckt viel Arbeit drin

Hilde Hamleh, Kerstin Wenthe und Ana Egert-Ullrich (v.l.) schmücken den Osterbrunnen vor dem Alten Rathaus. Foto: Dorn
Von fränkischer Tradition inspiriert: Ehrenamtliche dekorieren jedes Jahr den Osterbrunnen.

Von Nadine Rettig

Schriesheim. Am Mittwochnachmittag war es endlich wieder so weit: Der Stadtbrunnen auf dem Platz vor dem historischen Rathaus wurde zum prachtvollen Osterbrunnen umdekoriert. Dass es den in jedem Jahr zu bestaunen gibt, verdanken die Schriesheimer Hilde Hamleh. Vor über 15 Jahren schon haben die ehemalige Lehrerin der Strahlenberger Grundschule und ihr Mann den Brauch des Osterbrunnens hierher gebracht: "Eine Freundin von mir war im Fränkischen, um dort Osterbrunnen zu besichtigen, und als sie mir nach ihrer Rückkehr die Bilder gezeigt hat, fand ich das richtig toll." Und schnell kam ihr die Idee, dass sich der Schriesheimer Stadtbrunnen mit seiner zentralen Lage ebenfalls wunderbar als solches Schmuckstück machen würde. Nach einigen Gesprächen mit dem Bürgermeister sei dann auch schnell klar geworden, dass aus der Idee tatsächlich etwas werden würde.

Die aus acht Bögen bestehende Metallkrone sei schließlich von Wilhelm Gassert entworfen und gefertigt worden. "Das muss auf jeden Fall schon eine Krone sein, das darf kein Krönchen sein", meint Hilde Hamleh. Und diese Krone, die noch heute den Osterbrunnen ziert, wurde von Gassert an die Strahlenberger Grundschule gestiftet. "Damit hat er sich wirklich ein Denkmal gesetzt", findet Hans Hamleh, denn die Krone sei das "Traumstück" des gesamten Brunnens. Und sie wird stets als erstes Element am Brunnen platziert.

Gemeinsam mit drei weiteren Helfern schmückt das Ehepaar diesmal den Brunnen. Über die zusätzlichen Hände von Kerstin Wenthe, Vorsitzende des Elternbeirats, Michael Merkel, der einst Schüler bei Hamleh war, und Ana Egert-Ullrich, deren Tochter die Strahlenberger Grundschule besucht, freut sich das Ehepaar besonders. Seit Jahren habe man nach Helfern gesucht, berichtet Hans Hamleh, denn wenn man selbst die Arbeit irgendwann nicht mehr verrichten könne, wünsche man sich, dass der Brauch weiterhin bestehen bleibt.

Stück für Stück wird der Brunnen mit jedem Handgriff prachtvoller geschmückt. Auch wenn die Grunddekoration immer die Gleiche sei, so versuche man doch immer noch etwas Abwechslung hineinzubringen, erklärt Hilde Hamleh. So zieren in diesem Jahr aktueller Weise einige Friedenstauben den Brunnen. Inspiriert von den Lichterketten bei der Adventsaktion gibt es zudem zum ersten Mal "Eierketten", die sich um den Brunnen schlängeln.

Gut zweieinhalb Stunden brauchen die fünf Helfer, bis ihr Werk vollendet ist. Doch die Arbeit steckt nicht nur in diesem Tag. Bereits an den beiden Tagen zuvor waren die Metallstriemen der Krone von Eltern von aktuellen und ehemaligen Grundschülern mit Tannenzweigen und bunten Eiern umwickelt worden. "Ohne die Hilfe von Alicia Berberich, Felix Hornig, Patricia McCafferty, Helena Metzger, Heike Schmitt, Nadine Schreuder, Marina Weber, Claudia Wehler und Lena Zier-Holzmüller wäre das nicht möglich gewesen", dankt Hilde Hamleh den helfenden Händen. All die Mühe mache sich bezahlt, wenn man die strahlenden Gesichter der Schriesheimer sehe, wenn sie den Brunnen erblicken, findet Hans Hamleh: "Das ist so schön, wenn man beobachten kann, wie ein zunächst ernstes Gesicht beim Anblick des geschmückten Brunnens zu einem Strahlen wird." Und am Freitag war es dann so weit.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung