19.04.2022

Ostereierrennen lockte Hunderte Besucher an

Die Nachfrage nach den 2350 Plastikeiern war so groß, dass der Förderverein des Kindergartens "Kinderschachtel" die Ausgabe limitieren musste.

Von Max Rieser

Schriesheim. Es war ein Wahnsinnsfest, das der Förderverein des Kindergartens "Kinderschachtel" am Ostersamstag auf die Beine gestellt hat. Bereits zum 16. Mal startete der Verein sein Ostereierrennen am Kanzelbach. 2350 kunterbunte Plastikeier schüttete Bürgermeister Christoph Oeldorf um kurz nach 15 Uhr an der alten Ölmühle gemeinsam mit Fördervereinsmitglied Lina Schröder-Babo und einigen Kindern aus drei großen Körben.

Am Zielpunkt auf Höhe des Eiscafés "Ferrario" hatten sich am Nachmittag gut 500 Schaulustige eingefunden, die sich auch auf dem Fest des Vereins vergnügten. Dort gab es eine Hüpfburg, Kinderschminken und eine Bewirtung mit Kuchen, Kaffee und kalten Getränken, aber auch heißen Würstchen. Schon vorher hatten die Helfer die bunten und mit einer Nummer versehenen Eier auf dem zum Rennen gehörigen Fest auf dem Festplatz eingesammelt. Gekauft werden konnten die Eier für jeweils einen Euro in der Kinderschachtel, aber zum Beispiel auch in der Bäckerei "Heiß". Die Einnahmen aus Verkauf und Fest kommen dem Kindergarten zugute und werden je nach Bedarf für Museums- oder Parkbesuche oder die Anschaffung von neuen Spielgeräten für die Kindergartenkinder verwendet.

In den vergangenen beiden Jahren war die Veranstaltung aufgrund der Pandemie abgesagt worden. Umso glücklicher war der Verein um den Vorsitzenden Olaf Roscher, dass es in diesem Jahr wieder losgehen konnte. Dass es klappen würde, war allerdings erst sehr spät klar, berichtete Schröder-Babo: "Als vor drei Wochen diskutiert wurde, ob die 3 G-Regel aufgehoben werden soll, haben wir angefangen zu planen." Durch die Lockerung der Auflagen sei der Wunsch, das Rennen stattfinden zu lassen, schnell lauter geworden. Als der Entschluss gefasst war und der Vorverkauf startete, sei man von der Nachfrage überwältigt gewesen: "Wir haben 2000 Eier innerhalb von einer Woche verkauft", berichtet Schröder-Babo. Durch den Andrang habe man das Kontingent noch etwas erhöht und sich entschieden, ein Limit von fünf Eiern pro Kind zu setzen, um möglichst vielen die Teilnahme zu ermöglichen: "Das hatten wir eigentlich gar nicht geplant", sagt sie. Die bunten Eier werden jedes Jahr wiederverwendet und produzieren kaum Müll, erklärte Roscher.

Der Startpunkt war von den Anwohnern österlich geschmückt worden, und auch eine Rampe wird jedes Jahr von der Familie Rufer aufgestellt, damit die Eier möglichst glatt durch den Bach gleiten können. Um Eier, die sich am Rand verhaken, wieder auf die Strecke zu bringen, wateten Helfer mit Gummistiefeln und Rechen entlang der Rennstrecke durch den Bach. Der Wasserstand war günstig, und so konnten die ersten Eier schon nach rund 15 Minuten am Ziel von Kinderschachtel-Leiterin Stephanie-Rieger Gadzalli aus dem Wasser geborgen werden. Als Hilfe hatten die Fördervereinshelfer eine trichterförmige Vorrichtung unter die Brücke gebaut, die immer nur ein Ei gleichzeitig durchlässt. So konnten dann nach und nach die Gewinner gezogen werden. Nach der "Bergung" wurden die Nummern der Eier auf Listen geschrieben.

Die Belohnungen konnten dann mit Nachweis der Nummer an einem Stand abgeholt werden. Und die Gewinne konnten sich sehen lassen. 460 Preise waren von unterschiedlichen Sponsoren gestiftet worden. Der erste Preis war ein Kindergeburtstag in der Heidelberger "Sprungbude" im Wert von 200 Euro. Der zweite Preis war ein 100-Euro-Gutschein für Utes Bücherstube, den Barbara Schenk-Zitsch gestiftet hatte, der dritte Preis eine Kinderkamera von der Firma V-Tech. Auch ein Eintrittsgutschein für das Schriesheimer Besucherbergwerk "Grube Anna-Elisabeth" war unter den Gewinnen. Zudem hatten "fast alle" Geschäfte und Lokale kleine Gewinne gekauft und an den Verein gespendet, sagte Schröder-Babo fröhlich.

Für die zahlreichen Sponsoren und die Unterstützung durch die Helfer aus dem Förderverein bedankte sich Roscher vor dem Start. Auch der Bürgermeister dankte und sagte: "Es ist toll, dass es so einen Förderverein gibt, der so etwas auf die Beine stellt. Es ist nicht nur ein großartiges Fest, sondern es wird auch etwas für den Kindergarten getan, was wir als Stadt gar nicht leisten könnten."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung