30.04.2022

Rückhaltebecken verzögert sich und wird teurer

Die Sanierung läuft seit über zwei Jahren und hat bisher 1,2 Millionen Euro gekostet.

Schriesheim. (hö) Schlechte Nachrichten vom Hochwasserschutz: Schon der Neubau des neuen Regenrückhaltebeckens ist mehr als ein Jahr im Verzug. Auch das alte, das seit mehr als zwei Jahren saniert wird, ist ein Jahr hinter dem Zeitplan. Und es wird noch teurer werden, wie Bauamtsleiter Markus Dorn in der vorletzten Gemeinderatssitzung berichtete. Alles in allem etwa 334.000 Euro, auch wenn die Hälfte davon ein Zuschuss abdeckt.

Als im November 2019 der Auftrag an die Mosbacher Firma Rapp vergeben wurde – sie arbeitet auf dieser Baustelle allerdings ausschließlich mit Subunternehmern –, rechnete man noch mit rund 880.000 Euro für die Sanierung. Der wichtigste Grund für die Kostensteigerung ist die neue Strom- und Trafostation, mit der die Wasserstände geprüft und schließlich gedrosselt abgeleitet werden, also im Prinzip die Steuerung des Beckens. "Die Neuplanung kostete Zeit und Geld", so Dorn. Eigentlich wolle man damit "bis Ende Juli fertig sein", aber ganz sicher ist das auch noch nicht. Da der Einbau der neuen Station alternativlos ist, bewilligte der Gemeinderat den "relativ hohen Nachtrag" (Dorn).

Bereits vor mehr als einem Jahr wurde noch ein ganz anderer Grund für Mehrkosten bekannt: Im Schlamm des Beckens fanden sich Rückstände von Arsen und Sulfat, die für 150.000 Euro aufwändig entsorgt werden mussten – obwohl die Schadstoffe doch aus dem Wald stammten.

Gerlinde Edelmann (Grüne Liste) fand zwar: "Wir haben keine andere Wahl" und Investitionen in die Sicherheit haben Priorität". Aber doch sei das wasserlose Becken bekanntlich "schlecht für die Amphibien", die hier nicht mehr laichen können. Mit Blick auf den erheblichen Verzug der Sanierungsarbeiten bat sie, "doch bitte auf die Zeitschiene zu achten".

Das gut 50 Jahre alte Becken ist trotz der Sanierung prinzipiell gewappnet für Hochwasser, einzig beim Einbau der neuen Regeltechnik ist es für ein paar Tage nicht betriebsbereit. Fast noch wichtiger, zumindest für die Innenstadt, ist das neue Becken am Mühlenhof. Das soll, nachdem nun die Grundstücksfragen geklärt sind, von 2023 bis 2025 gebaut werden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung