29.06.2022

Kulturkreis: Statt "Schriese jazzt" gibt's die große Oper

Der Kulturkreis hat in diesem Jahr keine Open-Air-Veranstaltungen geplant - bis auf den "Poetry Sunset".

Schriesheim. (max) In feierlicher Atmosphäre beging der Kulturkreis Schriesheim (KKS) am Montag seine Jahreshauptversammlung im "Kaiser". Und dass der große Saal des Hotels eigens für den Verein geöffnet hatte, lohnte sich, denn es waren über 40 Mitglieder und auch Bürgermeister Christoph Oeldorf gekommen. Für die Besucher gab es trotz der Corona-Beschränkungen, die das Veranstaltungsjahr 2021 noch fest im Griff hatten, Neuigkeiten: Denn der Verein hat fest vor, im nächsten Jahr wieder das beliebte "Schriesheim jazzt" auf die Beine zu stellen. So weit in die Zukunft zu planen, sei zwar "verwegen", sagte der Zweite Vorsitzende Jochen Wähling, trotzdem wolle man es angehen.

Die Kulturtage, die der KKS im vergangenen Jahr erstmals ausrichtete, standen im Fokus des Berichts der Ersten Vorsitzenden, Gabriele Mohr-Nassauer. Aus diesen drei Tagen "unter der Linde" im Schulhof der Strahlenberger Grundschule, an denen es neben "Poetry Slams" und Jazz auch einen Opernabend mit Sängern des Nationaltheaters Mannheim gegeben hatte, zog der Kulturverein Schlüsse für dieses Jahr. So wird es am 18. September wieder einen Opernabend mit Sängern "von Weltrang" geben, wie Pressesprecher Dieter Weitz berichtete. Für das Programm konnte der Verein die ukrainische Mezzosopranistin Julia Faylenbogen und den georgischen Tenor Irakli Kakhidze gewinnen. Diesmal wird das Konzert, das wieder von Pianist Matteo Pirola begleitet wird, allerdings nicht unter freiem Himmel stattfinden. Stattdessen konnte der Verein mit der evangelischen Kirche einen passenden Ort für den feierlichen Abend finden. Auch sonst wird es außer dem bereits ausverkauften "Poetry Sunset" auf der Strahlenburg am 4. Juli keine Open-Air-Veranstaltungen geben. Das bedauerte Weitz und erklärte: "Es gibt dieses Jahr so viele Open-Air-Konzerte, dass wir keine Bühne bekommen haben." Das ist auch der Grund, warum es in diesem Jahr keine vom KKS organisierte Jazz-Veranstaltung gibt.

Neben den Veranstaltungen ist der Betrieb des Museums Théo Kerg die Kernkompetenz des Vereins. Museumsleiter und Künstler Tom Feritsch zog eine positive Bilanz für das Jahr 2021. Trotz der Auflagen konnten alle Ausstellungen wie geplant stattfinden. Dabei habe sich auch ergeben, dass man eine Vernissage im Hof des Museums machte, was so gut ankam, dass man den Ort zur Eröffnung der Ausstellungen beibehalten will. Besonders erwähnte er die Sonderausstellung "Hommage an Lynn Schoene", bei der ein Querschnitt aus 20 Jahren ihres künstlerischen Schaffens gezeigt wurde und die von Oktober bis Dezember von rund 300 Interessierten besucht wurde. Kuratiert worden war die Ausstellung vom Museumsleiter selbst, der den Nachlass Schoenes verwaltet. Eine Neuerung, die im vergangenen Herbst im Museum Einzug hielt, waren die "Audio-Guides", mit denen man über das Smartphone eine Führung zu den Werken Kergs bekommt. Diese werden auch über den Sommer wieder zu sehen sein, bevor im Herbst die Ausstellung eines Fotografenpaares beginnt. Eine Pause über die Sommerferien wird es in diesem Jahr nicht mehr geben: "Wir haben sowieso nur sonntags geöffnet, da müssen wir nicht auch noch eine Sommerpause einlegen", fand er.

Der Bericht von Schatzmeister Christian Glocker, dem Mohr-Nassauer auch für seine Kontakte zur "Poetry Slam"-Szene dankte, fiel ebenfalls positiv aus. Die Mitgliederzahl ist mit 243 konstant zum vergangenen Jahr, Eintritte und Austritte hielten sich die Waage. Auch finanziell steht der Verein trotz der pandemiebedingt ausgefallenen Veranstaltungen auf festen Füßen, wodurch man "alle geplanten Veranstaltungen durchführen und vielleicht auch neue Formate wagen" könne. Für die Unterstützung dankte er den Mitgliedern und dem Rathaus sowie den Sponsoren wie dem Pianohaus Mertens, der Event-Firma "Henhouse-Music", dem Kaffeehaus und der Volksbank – außerdem den Geschäften "Peppilello" und "HandWerk", da dort die Tickets für die Veranstaltungen erworben werden können.

Die Wahlen, die von Horst Kolb unterhaltsam geleitet wurden, waren schnell erledigt, da sich fast alle wieder zur Wahl stellten. Wähling wurde somit erneut zum Zweiten Vorsitzenden gewählt, Dr. Carla Schoenmakers wieder zur Geschäftsführerin und Dieter Weitz erneut zum Pressesprecher. Peter Sommer legte sein Amt als Kassenprüfer nieder und wird ab sofort von Neumitglied Tobias Eigenmann ersetzt. Mohr-Nassauer sagte: "Ich freue mich, dass die Mannschaft so bleibt, wie sie ist, denn ich finde, wir sind wirklich eine tolle Truppe." Für die Arbeit dankte sie ihrem Vorstand genauso wie den freiwilligen Helfern aus dem Verein. Einer von ihnen, Joachim Schumacher, bat Oeldorf, den Salpeter-Befall im Keller des Kerg-Museums untersuchen zu lassen, da dieser zum Problem für das Gebäude werden könnte, das in städtischem Besitz ist. Der Bürgermeister sagte zu, die Sachlage prüfen zu lassen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung