29.08.2022

Der Trotz eines Försters ließ Baum überleben

Um die "Grübers Trutz"-Buche im Schriesheimer Wald rankt sich die Erzählung von einem Konflikt.

Schriesheim. (RNZ) Einem ungehorsamen Förster ist es zu verdanken, dass diese Buche noch immer im Schriesheimer Stadtwald steht: die "Grübers Trutz"-Buche unterhalb der Hohen Waid. Die Erzählung um diesen imposanten Baum besagt, dass sich beim gemeinsamen Holzanweisen – also der Markierung derjenigen Bäume, die gefällt werden sollten – der Förster Grüber dem Willen seines vorgesetzten Forstmeisters verweigerte. Der wollte unbedingt diese Buche fällen lassen. Förster Grüber aber hatte Gefallen an der ungewöhnlichen Wuchsform des Baumes gefunden und wehrte sich vehement dagegen, der Anweisung seines Chefs Folge zu leisten. Darüber soll der Forstmeister so wütend geworden sein, dass er eigenhändig die Inschrift "Grübers Trutz" in die Rinde der Buche ritzte. Den Baum ließ er dann aber doch stehen, Förster Grübers Trotz sei Dank.

Der heute für dieses Revier zuständige Förster Walter Pfefferle schätzt das Alter der Buche auf über 200 Jahre, ihr Durchmesser beträgt über einen Meter. Die besondere Wuchsform, die Förster Grüber Anlass genug für seinen Widerstand gegen den Vorgesetzten war, ist heute übrigens gar nicht mehr eindeutig zu erkennen. Die Buche ist seither weiter und weiter gewachsen und hat inzwischen auch einige starke Äste wieder verloren. Ebenso ist die eingeritzte Inschrift nicht mehr lesbar: Die Rinde und das Wachstum des Baumes haben sie über die Jahre hinweg unkenntlich gemacht.

Mit ihren vielen Höhlen an Stamm und Ästen und dem toten Holz in ihrer Baumkrone bietet die Buche einen wertvollen Lebensraum für Insekten, Vögel und Fledermäuse. "Die Buche ist als Habitatbaum geschützt und bleibt bis zu ihrem Zerfall stehen", verspricht Förster Pfefferle. "Da würde sich mein Vorgänger doch bestimmt sehr freuen, wenn er das wüsste, oder?", schmunzelt Pfefferle über den störrischen "Kollegen" Grüber.

Die Buche ist zu finden im Stadtwald Schriesheim mit den Koordinaten 49°29’21.1’’N 8°41’26.4’’E nahe des Zinswegs, etwas unterhalb der Hohen Waid (und kurz hinter dem Abgang zum Wanderweg in den Hermannsgrund).

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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