14.12.2022

Wie Aida und Papageno die Oper retten

Wie Aida und Papageno die Oper retten

Raphaela Stürmer und Christian Wester von den „Opernrettern“ spielten – unterstützt von helfenden Kindern – in der Schulturnhalle für die Kurpfalz-Grundschüler die kindgerechte Oper „Aida und der magische Zaubertrank“. Foto: Dorn
So macht Gesang auch den Grundschülern Spaß.

Schriesheim. (max) Oper – das ist etwas Schweres, Anspruchsvolles, von dem man am besten noch Ahnung haben soll. Und man muss lange still sitzen. Aber nur eigentlich, denn die Kinderoper "Aida und der magische Zaubertrank", die an der Kurpfalz-Grundschule gezeigt wurde, war ein leichtfüßiges und altersgerechtes Stück, das Einblick in die Welt der Opern gab.

Aufgeführt wurde in der Schulturnhalle die Oper für Kleine von den ausgebildeten Opernsängern Raphaela Stürmer und Christian Wester. Die beiden kommen von den "Opernrettern", einer Gruppe von professionellen Sängern, die mehr wollen als den Kindern einen Zugang zu Klassikern zu bieten. Die Stücke sind so aufbereitet, dass sie die Kinder für Schauspiel und Musik an sich begeistern und ihnen einen Zugang zu klassischer Musik bieten. Dadurch sollen auch Gemeinschaftsgefühl und kognitive Fähigkeiten gestärkt werden.

Die Idee, das Angebot auch an die Kurpfalz-Grundschule zu holen, kam von den Lehrerinnen Henrike Preetz und Christina Schott, wie Schulleiterin Sabine Grimm berichtete. Sie war schon vor der Aufführung in der Turnhalle am Schulzentrum, aber nicht allein. Zehn Schüler aus den ersten und zweiten Klassen durften auch schon früher kommen. Sie hatten sich als Mitmach-Kinder freiwillig gemeldet, und fünf von ihnen durften als Piraten-Gruppe, fünf weitere als wilde Tiere auftreten.

Dann konnte es auch schon losgehen, und das hübsche Bühnenbild erwachte mit dem Spiel der beiden Sänger zum Leben. Etwas störend war das laute Rauschen der Heizungsanlage, doch das konnte die gute Stimmung der Kinder nicht trüben.

Stürmer spielte das schüchterne Mauerblümchen "Aida Aschenbrödel", das als Souffleuse arbeitet und von der geplanten Schließung der Oper erschüttert ist. Ebenso der flapsige Inspizient Papageno Othello (Wester). Beide fanden jeweils die Hälfte eines Rezepts für einen magischen Zaubertrank, mit dem die Oper gerettet werden könnte. Zwischen den Spielszenen wurde immer wieder gesungen, und die Kinder lernten auch etwas über Opern wie Carmen oder die Zauberflöte – außerdem auch Fachausdrücke wie eben "Souffleuse" oder "Inspizient". Immer wieder wurden die Publikumskinder miteinbezogen.

Mit dem Einsatz von Aida Aschenbrödel, Papageno Othello, den kleinen Piraten und den wilden Tieren wurde der Trank gebraut und die Oper gerettet.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung