08.10.2014

Der Gas-Austritt am Schriesheimer Gymnasium hätte Leben kosten können

Der Gas-Austritt am Schriesheimer Gymnasium hätte Leben kosten könnenBei der Räumung des Kurpfalz-Gymnasiums Schriesheim wegen eines Propangas-Austritts versagte die Lautsprecheranlage.

Schriesheim. (sk) Er hätte eine Katastrophe auslösen können: der Defekt in der Lautsprecheranlage am Kurpfalz-Gymnasium (KGS). Wie jetzt bekannt wurde, versagte diese Anlage nämlich, als letzte Woche wegen eines Propangas-Austritts das gesamte Schulzentrum geräumt wurde (die RNZ berichtete). Das Gas trat im Bio-Saal aus, Konrektor Hans-Peter Kohl informierte die Schüler per Lautsprecherdurchsage, dass sie das Gebäude so schnell wie möglich verlassen sollten. Im zweiten Stock funktionierte die Anlage allerdings nicht, eine neunte und vermutlich noch eine weitere Klasse hörten nichts, die Lehrer setzten nichts ahnend den Unterricht fort. Einer Lehrerin, die die Räumung der anderen Klassenzimmer beaufsichtigte, kam das offenbar merkwürdig vor, sie öffnete die Türen und forderte alle zum Herauskommen aus. Im Ernstfall hätte die Frau wohl einige Leben gerettet; KGS-Direktor Matthias Nortmeyer lobt gestern gegenüber der RNZ ihre Umsicht. Gleichwohl sei der Vorfall nicht schwerwiegend gewesen, sagt der Schulleiter: "Es war ein Leck in der Gasleitung, allerdings muss das jetzt erst gefunden werden."

In Sachen Lautsprecher-Anlage wurde der Hausmeister eingeschaltet, Nortmeyer versichert, dass sie zudem in den Ferien überprüft worden sei. Da das Gas lokalisiert werden konnte, seien die Kinder per Durchsage alarmiert worden. Für andere Fälle gibt es noch den Feueralarm, der mit dieser Anlage nicht in Verbindung steht: "In meinem Dienstzimmer ist ein Notknopf. Wenn er gedrückt wird, geht im ganzen Gebäude die Sirene los."

Die unzuverlässigen Lautsprecher sind indes nur ein Punkt auf der langen Mängelliste. Ganz oben steht die Abluftanlage in den Chemiesälen. Eine Fachfirma führe aktuell Messungen durch, so der Schulleiter. Er werde die Freigabe der Räume erteilen, sofern die Messergebnisse in Ordnung seien. Was wiederum in Zusammenhang mit dem Propangas-Unfall steht: Wären die Chemieräume nicht gesperrt worden, hätte das Experiment nicht im Bio-Saal stattgefunden, wo der kaputte Schlauch entdeckt wurde. Nortmeyer sagt dazu: "Das zeigt, in welchem Zustand sich das gesamte Gebäude befindet."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung