27.10.2014

Schriesheim: Es brodelt bei den KSV-Erstligisten

"Nicht gut genug": Selbstkritik nach Derbyniederlage gegen Schifferstadt

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Auch seinen dritten Erstligakampf gegen den VfK Schifferstadt konnte der KSV nicht für sich entscheiden. Die Athleten verloren das ewige Prestigeduell am Freitagabend auf eigener Matte mit 13:15. "Wir wollten heute gewinnen, und es war im Bereich des Möglichen. Aber wir waren nicht gut, der Schiedsrichter aber auch nicht", so KSV-Chef Klaus Grüber. Mächtig regte er sich am Mattenrand über Sportsfreund Karl-Peter Schmitt aus Rimbach auf. Umstrittene Wertungen gab es zuhauf. Was KSV-Trainer Stefan Kehrer nicht gelten lassen wollte: "Und wenn es so ist, dann muss ich auf der Matte eben reagieren. Wir waren einfach nicht gut genug."

Dabei begann der Abend recht vielversprechend. Mit einer 10:3-Führung ging der KSV in die Pause. Andrej Perpelita und Oldrik Wagner hatten technisch überlegen gewonnen, Mihai Mihut holte gegen Marvin Scherer, den Sohn des Gästetrainers Marcus Scherer, zwei Zähler. Dagegen standen knappe Niederlagen von Christoph Ewald und Vilius Laurinaitis, die Grüber zur Halbzeit nicht tragisch nahm: "Das war absolut im Soll. Aber jetzt kommt es darauf an, dass wir die übrigen Kämpfe knapp gestalten."

Es kam anders. Eine verunglückte Aktion brachte Alexandr Kazakevich eine 0:2-Niederlage gegen Denis Kudla ein. Benjamin Hofmann konnte auch Daniel Cataraga nicht schlagen: ein enttäuschendes Nulldrei nach Punkten. Marcus Plodek war gegen Taimurz Friev zu zaghaft: ebenfalls 0:3. Und das technisch überlegene 4:0 von VfK-Kämpfer Miroslav Kirov gegen Sascha Büchner wendete nicht nur das Blatt zugunsten der Gäste, sondern entschied auch gleich den ganzen Kampfabend für sie. Ionel Puscasus fein erkämpftes 3:0 nach Punkten gegen Peter Sevcuic war nur noch Ergebniskorrektur. "Da hat Puscasu das komplette Lehrbuch durchgerungen", lobte Gästetrainer Scherer, der Olympiazweite von Los Angeles 1984. Ein schwacher Trost allerdings. Warum Kampfleiter Schmitt für eine Aktion in diesem Kampf eine Viererwertung für Sevcuic gab, wusste nur er. Nur eine von vielen zumindest fragwürdigen Entscheidungen gegen den KSV: "Die Leistungen der Kampfrichter gegen uns ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison", echauffierte sich KSV-Ringerchef Werner Wolf. Aufgeregte Szenen spielten sich nach dem Ende am Tisch der Kampfleitung ab.

Doch Trainer Kehrer hielt sich damit nicht auf und übte deutliche Kritik an seinen Athleten: "Ich bin nicht mehr bereit, sie in Schutz zu nehmen. Wir waren einfach schlecht." Wie er, blickte auch Grüber voraus: "Wir haben Publikumsgunst verspielt und müssen in der Rückrunde versuchen, etwas gut zu machen. Ich denke, dass wir unser Saisonziel nach wie vor erreichen können." Und das ist und bleibt Platz fünf.

Doch nach Ende der Vorrunde rangieren die Bergsträßer zunächst auf dem vorletzten Tabellenplatz, denn der Tabellenzweite ASV Nendingen war für den KSV eine Nummer zu groß. Nur 24 Stunden nach der schmerzlichen Derbyniederlage gegen Schifferstadt mussten die Athleten am Samstag bei den Donautälern antreten und verloren 7:19. Für den KSV holten Andrej Perpelita und Aleksandr Kazakevich Punktsiege. Ionel Puscasu landete im letzten Kampf des Abends einen Schultererfolg.

Doch Wolf sah erneut Grund zum Hadern. Mit Kampfrichter Peter Haack. Erst disqualfizierte er Mihai Mihut bei 5:1-Führung, später verweigerte er Perpelita die "Vier": "Für beides hat sich Haack später entschuldigt", so Wolf: "Der rote Faden eben."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung