11.01.2015

Schriesheim: Junge Union bekräftigt Neubau-Vision für Schulzentrum

Baugebiet für "bezahlbaren Wohnraum" und junge Familien auf bisherigem Schulgelände - Morast: Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Schriesheim. (cab) Die Junge Union (JU) wirbt einmal mehr für einen Neubau des Schulzentrums in den Flächen südlich des Schlittweges. Zudem spricht sich der CDU-Nachwuchs für ein Neubaugebiet aus und schlägt indirekt vor, das bisherige Schulgelände in der Hirschberger Straße entsprechend zu vermarkten.

"Die Entscheidung zum Erhalt der Schulstadt Schriesheim ist zukunftsweisend", schreibt der Zweite Vorsitzende der JU, Hermann Morast, in einer Presseerklärung. Kinder und Jugendliche der nächsten Generation sollten "in ihrer Heimat eine adäquate Schulbildung genießen können". Morast räumt ein, dass die Kommunalpolitik bezüglich der Zukunft des Schulzentrums in einer "Findungsphase" sei. Entsprechend sieht selbst die CDU den Neubau-Vorschlag der JU nicht unkritisch.

Unionsfraktionschef im Gemeinderat, Michael Mittelstädt fand die Idee kürzlich im RNZ-Jahresgespräch zwar "nicht schlecht", sagte aber auch, dass es "von der Zeitachse her" gar nicht machbar sei, eine neue Schule zu errichten. Zudem fehle es südlich des Schlittwegs alleine schon an der Infrastruktur. Christian Wolf (GL) sagte in seiner Jahresbilanz, dass er sich momentan keinen besseren Platz vorstellen könne, als den jetzigen Standort des Schulzentrums, FW-Sprecher Heinz Kimmel schloss einen Neubau quasi aus. Nicht verschließen wollten sich der Idee SPD-Sprecher Rainer Dellbrügge und Wolfgang Renkenberger (FDP), wobei der Liberale die Finanzierung für "eher unwahrscheinlich" hielt. Die JU verweist hier jedoch auf die Möglichkeiten einer öffentlich-privaten Partnerschaft.

Grundlage eines Neubaus sei überdies die Umlegung der im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Flächen. Die JU sieht darin sogar, so wörtlich, "Symbioseeffekte" und Vorteile. Etwa könne bezahlbarer Wohnraum für junge Familien geschaffen werden. Steigende Geburtenraten legen für die JU offenbar den Bedarf nahe, den derzeit vorhandene freie Bauflächen nur noch bedingt decken könnten.

Junges Wohnen geht für die JU auch umweltfreundlich. So beweise das Neubaugebiet "Lützelsachsen Ebene", dass eine ökologische Energieversorgung mit Fernwärme möglich sei. Eine am Rande der Wohnbebauung liegende, in Kooperation mit den Landwirten durch die Stadt betriebene Biogasanlage würde es auch in Schriesheim ermöglichen, die auf eigener Gemarkung gewachsenen Rohstoffe sinnvoll zu nutzen, bezieht sich die JU auf die großen Waldflächen.

Auch ökonomisch macht ein Neubaugebiet für Morast Sinn. Auf Basis einer gemeinsamen Entscheidung mit den Grundstückseigentümern würden erhöhte Abzüge bei der Umlegung der Kommune einen finanziellen Spielraum geben, der den Beteiligten direkt wieder zugute kommen könne. Einerseits könnten die Flächen jungen Familien gezielt zur Verfügung gestellt werden, gleichzeitig aber werde ein Teil der Einnahmen für den Bau eines Abwassersammlers verwendet. Indirekt durch die Eigentümer finanziert, könne dieses Bauwerk den Bedarf sowohl für das Neubaugebiet, als auch für "die Fensenbäume" decken.

Ein Blick in den Flächennutzungsplan zeige überdies, so Morast, dass die Kommunen in der Nachbarschaft bei der Umlegung der Wohnbauentwicklungsflächen aktiv seien. Zurecht, wie die JU findet, denn: "Unstrittig ist, dass der Bedarf an Wohnbauflächen gestiegen ist", schreibt Morast abschließend.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung