23.01.2015

Kurpfalz-Realschule engagiert sich für Respekt und Toleranz

Das Jahresprojekt der Kurpfalz-Realschule "Für Respekt und Toleranz - gegen Rassismus" soll auch Vorbild für andere Schulen werden - Dafür wird es auch vom Rotary Club unterstützt

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Ihr Jahresprojekt an der Kurpfalz-Realschule "Für Respekt und Toleranz - gegen Rassismus" soll Vorbild für andere Schulen werden. Die Idee zum Thema kam Schulsprecherin Clara Spies und ihrer Stellvertreterin Kim Thory bei einer Fortbildung des Landesschülerbeirats, wo es um die Initiierung und Leitung von Schulprojekten ging. "Wir haben dann auch ein Brainstorming gemacht, und wir beide dachten daran, dass in Schriesheim ja Flüchtlinge untergebracht sind."

Das Thema stieß bei Schulleitung und Kollegium auf offene Ohren: "In der Schulkonferenz gab es dafür durchweg einhellige Zustimmung", sagte Projektleiterin Gabriele Uhl jetzt im Pressegespräch mit Schülern, Bürgermeister Hansjörg Höfer, Dr. Karl F. Glenz und Dieter Münch vom fördernden Rotary Club Schriesheim-Lobdengau sowie Schulleiterin Petra Carse.

Durch die aktuellen Ereignisse hat die Sache noch einmal eine neue Dimension gewonnen. Dem "Montagstreff", einer Gruppe von Schülern, die mit Uhl gesellschaftliche Fragen und Problemstellungen diskutiert, geht der Gesprächsstoff so schnell nicht aus.

Das große Banner im Foyer mit dem Aufdruck "Für Respekt und Toleranz - gegen Rassismus" vereint nun alle 522 Schüler der fünften bis zehnten Klassen und 38 Lehrer: Die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema schafft ein Klima der Aufklärung und des bewussten Umgangs miteinander. "Wir legen aber ohnehin ganz großen Wert darauf, dass wir hier respektvoll miteinander umgehen. Dennoch muss man sehen, dass Sprache mittlerweile verroht ist", meinte Petra Carse.

Also habe man eine Liste mit nicht korrekten Ausdrücken ins Lehrerzimmer gehängt, deren Herkunft man nachspüre. "Wir erforschen historische Zusammenhänge, lesen Bücher und haben dazu auch eine Dichterlesung organisiert", schilderte Uhl. Autorin Brigitte Blobel kommt am 26. März. Vier Tage davor, am 16. März, findet eine Fortbildung für Lehrer und 35 ausgewählte Schüler als Multiplikatoren mit dem Diversity Management Trainer Jürgen Schlicher statt. In derselben Woche werden zwei südafrikanische Rugbyspieler von Zehntklässlern nach ihren Erfahrungen in Deutschland befragt.

Wie man sich hier fühlt als Ausländer, wie sehr man seine Heimat vermisst, wenn man von dort fliehen musste, war Bestandteil von Gesprächen mit den syrischen Flüchtlingen, die in Schriesheim leben. "Es ist traurig, was die kleinen Kinder erlebt haben", sagte Volkan Kaya. "Sie werden als Islamisten beschimpft. Das habe ich selbst auch schon erlebt." Yasmina El-Boazzati hatte das zuvor bereits angemerkt: "Viele haben keine Ahnung, was Islamisten sind. Und sie wissen nichts von dem Leid in den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen."

Weitere Aktionen sind geplant: Bereits am 7. Februar präsentieren die Schüler ihr Projekt in Stuttgart bei einem Treffen des Landesschülerbeirats. Am 20. März findet an der Schule das "Fest der Kulturen" statt. Die Stadt fördert hier einen musikalischen Beitrag, der Rotary Club überreichte zudem gestern 2500 Euro. "Wichtig ist uns vor allem die Persönlichkeitsbildung der Schüler. Uns geht es darum, ihr Urteilsvermögen zu entwickeln und das Thema ist dafür hervorragend geeignet", erklärten Glenz und Münch. Höfer zeigte sich stolz auf die Schüler: "Ihr macht das mit Engagement und viel Herzlichkeit. Das alles hat Hand und Fuß." Sie sei großer "Fan" des Projekts, sagte Schulsozialarbeiterin Denise Gehrig, die das Ganze ebenfalls unterstützt.

Ziel sei es, so Uhl, Gemeinsamkeit und Gleichwertigkeit zu schaffen. Nicht nur an der Schule, sondern darüber hinaus. "Man muss den Mund aufmachen als Zeichen gegen Intoleranz und Rassismus", fand Clara Spies. "Schön ist es, dass das ein Projekt von Schülern für Schüler ist", meinte Kim Thory. Die Schülerinnen Elsa Rexhepi und Alessia Salerno waren derselben Ansicht. Nach dem "Fest der Kulturen" werden die Initiatoren eine Zwischenbilanz ziehen und weiterplanen.
Dr. Karl F. Glenz übergab im Rahmen der Projektvorstellung einen Scheck an KRS-Schulleiterin Petra Carse. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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