05.03.2015

Mathaisemarkt: Die Geschichte des Festes in Bildern

Schwelgen in Erinnerungen: Gelungene Foto-Ausstellung zum Mathaisemarkt im Rathaus eröffnet

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Lachende Gesichter, fliegende Haare, leuchtende Augen: Die Fotos, die Kinder auf dem Rummelplatz zeigen, spiegeln eine ungeheure Lebensfreude wider. Sie gehören zu den schönsten Motiven der Foto-Ausstellung, die jetzt im Rathaus zu sehen ist. Der dritte Teil der Reihe "Heimat im Wandel" ist dem Mathaisemarkt gewidmet, eröffnet wurde sie passenderweise vor Beginn des Volksfests.

"Wir haben diesmal einen Rekord aufgestellt, was die Anzahl der Bilder angeht", sagt Stadtbaumeisterin Astrid Fath, die mit Bauamts-Mitarbeitern die Sichtung, Sortierung und Hängung der Bilder übernommen hat. Etwa 65 Rahmen sind es, zwischen zwei und vier Bilder pro Rahmen, macht um die 200 Bilder.

Auf ihnen sieht man Szenen der letzten 90 Jahre: Unbeschriftet und ohne erklärende Jahreszahlen stellen sie gleichwohl einen Gang durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts dar, gespiegelt in dörflichen und kleinstädtischen Szenen. Da gibt es Aufnahmen des Festzugs, anfangs auf ungeteerten Straßen und später vor Häusern, an denen Hakenkreuzfahnen wehen. Da gibt es Porträts von Festrednern der BDS-Mittelstandskundgebung wie Strauß, Kohl und Späth, von Stars wie Joy Fleming, Dunja Rajter oder Johannes Heesters und von den Weinhoheiten ab 1953. Und da gibt es immer wieder Markt- und Straßenszenen, die nebenbei die vielen Veränderungen zeigen, die das Fest und die Stadt in den letzten Jahrzehnten erlebten.

Eine Besonderheit ist diesmal, dass viele Bilder von Profis stammen. Auch zwei RNZ-Fotografen stellten Fotodokumente aus ihren Archiven zur Verfügung: Bernhard Kreutzer aus den Jahren ab 1993, Peter Dorn ab 1987. Szenen der berühmten "Schriesheimer Abende" sind darunter, urkomische Aufnahmen von Altbürgermeister Peter Riehl, der den Veranstaltungen mit seinen Show-Einlagen das gewisse Etwas verlieh. Daneben sieht man farbenprächtige Bilder von Feuerwerken und unzählige Aufnahmen mit Lokalprominenz, bekannten Schriesheimern und Gästen der Stadt: Wiedererkennungswert garantiert. Weshalb die Vernissage eine Menge Menschen anzieht, die die Bilder auf der Suche nach alten Bekannten durchstöbern.

"Kutschenpapst" Peter Grüber bringt dazu sogar eine Lupe mit. Bürgermeister Hansjörg Höfer nennt den Bilderfundus einen "großen Schatz", dankt auch den Mannheimer Fotografen Gerd und Marcus Schwetasch sowie Hobbyfotograf Thomas Balschbach für ihre Beiträge. Von Gerd Schwetasch, der ab 1962 fotografierte, gibt es Szenen von Modenschauen aus den Siebzigern, von Behördentagen und geselligen Runden im Zehntkeller. Manches lebt von der Dynamik wie der Auftritt von Roberto Blanco mit jubelnden Fans oder das Ständchen von Schlagersänger Bernd Klüver.

Die unverhohlene Bewunderung in den Augen der vor ihm stehenden Weinhoheit macht die Aufnahme zu etwas Besonderem, einer zutiefst menschlichen Mischung aus Gefühl und Situationskomik. Wie auch die recht aktuellen Bilder von Weinhoheiten: Mal sieht man sie jubelnd im Fahrtwind eines Karussells, mal lachend, mal weinend und mal feierlich angestrahlt vom Licht Hunderter Wunderkerzen bei der Krönung. Eine Besonderheit sind auch die vielen Menschen um sie herum. "Leute, die seit 30, 40, 50 Jahren mitwirken", sagt Höfer und meint, dass sie den Unterschied zwischen Rummel und Volksfest ausmachen: "Denn man spürt ihre Handschrift."
Bürgermeister Hansjörg Höfer und die Fotografen Gerd Schwetasch, Bernhard Kreutzer und Peter Dorn (v. l.). Foto: zg

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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