17.07.2015

Altenbachs Bürger toben sich in der Ortsgestaltung aus

Zweiter Workshop zur Ortsmittengestaltung: Bürger und Kommunalpolitiker brachten kreative, aber auch teure Ideen ein

Schriesheim-Altenbach. (sk) "Sie haben Altenbach heute Abend praktisch überplant": Das war, ein wenig zugespitzt, das Fazit von Ortsvorsteher Dr. Herbert Kraus nach dem zweiten Workshop zur Gestaltung der Ortsmitte.

Moderatorin Gabriele Kauß-Brockmann vom Planungsbüro STEG ging zu Beginn des Abends kurz auf die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung ein: Damals wurde Handlungsbedarf bei Freizeitangeboten, Einzelhandel oder Gastronomie festgestellt, jetzt sollte das Thema "Gestaltung des Straßenraums" vertieft werden. In drei Arbeitsgruppen machten sich gut 20 Altenbacher daran, ihre Ideen auf große Ortspläne zu zeichnen. Dabei ließen sie ihrer Fantasie freien Lauf, so dass der Ortsteil, würden alle Pläne umgesetzt, tatsächlich einen völlig anderen Charakter erhalten würde.

Einig waren sich alle, dass nicht mehr so schnell durch den Ort gefahren werden darf. Verkehrsinseln, Kreisel, Blumenkübel, Verschwenkungen und Parkbuchten sollten das Tempo drosseln. Jürgen Fitzer störte besonders der Durchgangsverkehr aus Wilhelmsfeld, Heiligkreuzsteinach oder dem Neckartal: "Nachts hält sich keiner mehr an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer." Zur Sicherheit der Fußgänger sollten die Gehwege an mehreren Stellen breiter werden.

Eine Gruppe um Jürgen Hebling wollte ein Pflaster für den Abtsweg und die Hauptstraße vom Lebensmittelladen bis zum Restaurant "Sonus". Der Platz um die Linde solle einbezogen werden und eine Außenbewirtschaftung erhalten. So sah es auch Fitzer: "Pflasterung ja, aber bitte ohne Lärm." Die Gruppe um Stadt- und Ortschaftsrat Karl Reidinger träumte von einer Bank um die Linde: "Für mehr Aufenthaltscharakter."

Die übrigen Vorschläge umschrieb Hebling mit einem Scherz: "Es macht Spaß, Geld auszugeben, das einem nicht gehört. Und wir haben richtig viel Geld in die Hand genommen." Etwa für ein Café mit Biergarten und Parkplätzen auf dem Grundstück Abtsweg 1, das der Stadt gehört. Die anderen sahen hier ein Betreutes Wohnen oder ein Seniorenheim.

Fitzers Team wollte auch ein angrenzendes Grundstück überplanen, doch Ortsvorsteher Dr. Herbert Kraus hob gegenüber der RNZ hervor: "Das Grundstück ist in Privateigentum." Dafür teilte er mit, dass die Stadt bestrebt ist, Land rund um den Buswendeplatz aufzukaufen, dessen Zukunft ebenfalls besprochen wurde. Da hier längst kein Bus mehr wendet, sahen die einen hier einen Bolzplatz (Hebling), die anderen einen Park mit Bänken (Fitzer) und die Dritten ein Bauhof-Gebäude mit Wendemöglichkeit für Lastwagen (Reidinger). Und dann war da noch das Thema Feuerwehrhaus. Es soll, informierte Kraus, an anderer Stelle neu gebaut werden. Entweder, so wurde überlegt, am Ortseingang Richtung Schriesheim oder ebenfalls auf dem Buswendeplatz. Und dann gab es noch die Abriss-Pläne: Die Asylbewerber-Unterkunft in der Ortsmitte soll einem Fahrstuhl für Verwaltungsstelle und Mehrzweckhalle weichen.

Aus dem "Weindepot" soll eine Apotheke werden, und am Platz des bisherigen Feuerwehr-Gerätehauses könnten ein Begegnungszentrum oder der Bauhof untergebracht werden. Kauß-Brockmann und Stadtbaumeisterin Astrid Fath dämpften die Erwartungen: Nur 15 Kommunen in Baden-Württemberg könnten "Schwerpunktgemeinden" beim Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR)werden, und längst nicht alles werde gefördert: Parkplätze, Rathäuser oder Fassadengestaltungen seien nicht förderfähig.

Kraus setzte seine Überlegungen an das Ende des Abends, auch er ging vom Gas: Die Pläne umzusetzen, dauere länger als ein bis zwei Jahre, außerdem werde sich die finanzielle Lage Schriesheims eher noch verschlimmern: "Aber wenn wir die Gelder aus dem ELR bekommen, dann wird die Stadt nicht umhin können, sie zu verwenden."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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