21.07.2015

Konzert zum 20-Jährigen im Schriesheimer Waldschwimmbad

"Feelin’ groovy": "Simon & Garfunkel Revival Band" mit wunderbarem Konzert im Waldschwimmbad

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Der Kanzelbach hatte es ihnen angetan, den Musikern der "Simon & Garfunkel Revival Band", die beim Soundcheck im Waldschwimmband zunächst geglaubt hatten, die Lautsprecher seien kaputt. Eine Bühne über einem rauschenden Bächlein in einem Schwimmbad: Sänger Michael Frank machte hier eine Aura aus, die die Mitmusiker offenbar naturgewaltig berauschte. Kein Wunder, klangen die Soli noch einmal intensiver, die Stimmen von Michael Frank und Guido Reuter als Paul Simon und Art Garfunkel noch berückend echter als ohnehin schon.

Der Kanzelbach, der Wald und die wunderschöne Anlage: Keine schlechten optischen Komponenten für ein Konzert, das dem Jubiläum "20 Jahre Wasser im Becken" und somit der zwei Jahrzehnte währenden Arbeit der Interessengemeinschaft zum Erhalt des Waldschwimmbades (IEWS) nach Wiedereröffnung ein Krönchen aufsetzte.

Sicher, von den Besucherzahlen her wäre bei rund 200 Zuhörern noch Luft nach oben gewesen, das gaben Franz Kain von der Veranstaltungsagentur VoiceArt und IEWS-Chef Bernd Doll offen zu. Dennoch sei man "sehr zufrieden", sagte Doll später. Nach zwei wunderbaren "Mondnächten" mit Schwimmen bis gegen Mitternacht sei es schön, Mitgliedern und Gästen nun auch solch einen musikalischen Abend anbieten zu können, an dem Stimmung und Ambiente wunderbar zusammenpassten. "Das ist eine Wiederholung wert", meinte Doll. Die Zuhörer erlebten das fraglos genauso: Nach der Begrüßung kam er endlich, der erste Titel als Überschrift des Konzerts: "Feelin’ groovy". Und sofort war er da, der typische Klang und der unverwechselbare Gesang des US-amerikanischen Folk-Rock-Duos, das die beiden Schüler Paul Simon und Art Garfunkel 1957 gegründet hatten.

Sprung in die Vergangenheit

Melodiöse und harmonische Songs, deren Originalität die Revival Band wahrte, ohne sie auf den Sockel zu stellen. Neben Frank und Reuter kamen mit Mirko Sturm, Sven Lieser und Sebastian Fritzlar drei weitere Profis auf die Bühne. Der Anfang war mit zwei Singstimmen und einer Gitarre locker und eben irgendwie "groovy", danach wurde es multiinstrumentell: Drums, Keyboard, große und Viertelgitarren, Flöten und Geige verliehen den Songs ihr charakteristisches Gepräge. Der Bass bei "El Condor Pasa" oder die fette brasilianische Surdotrommel bei "Cecilia", dem laut Frank "traurigsten Stück, das wir je auswendig gelernt haben." Dabei kam das Lied über eine ambivalente Beziehung, in der sie sich nicht entscheiden kann, lebhaft und schwungvoll daher. Augenzwinkernd hatte die Band dem ersten Teil ihren eigenen Stempel aufgedrückt, bis sie zur Originalversion wechselte. Auch beim fast orchestralen "Boxer", bei dem Reuter die Geige auspackte, war das der Fall. Den Refrain klatschte das Publikum bereits mit; später gingen immer wieder die Hände hoch, und manche hielt auch nichts mehr auf den Stühlen.

Musikalisch hervorragend, machte der Sprung in die Vergangenheit einen Riesenspaß. Klar durften die Herzschmerz-Nummern wie "Bright Eyes" oder "Bridge Over Troubled Water" nicht fehlen. Aber auch nicht die folkig-rockigen Titel wie "Hazy Shade Of Winter". Und wenn man es nicht besser wüsste, hätte man tatsächlich glauben können, die Jungs auf der Bühne seien die "Echten". "Die Lieder aus meinem kleinen Transistorradio von damals sind wieder lebendig geworden", meinte ein Zuhörer hingerissen und freute sich auf die nächsten Titel "Scarborough Fair" und die Juke-Box Nummer "Keep The Customer Satisfied".

Der Auftritt der "Simon & Garfunkel Revival Band" gehörte zu den Jubiläumsfeiern unter dem Motto "20 Jahre Wasser im Becken". Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung