01.09.2015

Zwischenbilanz der Freibäder: Rekordsommer bringt Rekordzahlen

An Bergstraße und Neckar fällt die Zwischenbilanz durchweg positiv aus - Ladenburger Badegäste kritisieren Öffnungszeiten

Von Günther Grosch und Axel Sturm

Schriesheim/Weinheim/Ladenburg. Was das Wetter angeht, so ist der Sommer 2015 ein Sommer der Superlative. Von den heißen Tagen haben auch die Schwimmbäder an Bergstraße und Neckar profitiert. So fällt eine Zwischenbilanz durchweg positiv aus: "Alle unsere Erwartungen an die Freibadsaison wurden übertroffen", sagt Michael Gebhardt von der "Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Waldschwimmbades Schriesheim" (IEWS).

Kamen im Regensommer 2014 rund ein Viertel weniger Badegäste als im Jahr zuvor, so sei man in Schriesheim aktuell wieder auf dem Stand des "Rekordsommers 2012". Knapp 50 000 Besucher wurden bis diese Woche gezählt, sagt Gebhardt. "Etwa 34 000 IEWS-Mitglieder und 15 000 voll zahlende Gäste."

Bis zur Schließung des Bads am Sonntag, 13. September, sind angesichts der vorausgesagten anhaltenden Schönwetterperiode weitere überdurchschnittliche Besucherzahlen zu erwarten.

Als "absolutes Highlight", so Gebhardt, habe sich das dreimal angebotene "Mondscheinschwimmen" erwiesen. Von jeweils zwischen 2000 und 3000 Besuchern sei das Angebot genutzt worden: "Auch um 22 Uhr war das Becken noch immer rappelvoll."

Dass man die sprudelnden Einnahmen angesichts anstehender Reparaturen und Investitionen gut gebrauchen könne, verhehlte Gebhardt nicht. Unter anderem muss der Schwallwasserbehälter erneuert werden.

Ehe das Bad schließt, steht am Samstag, 12. September, von 12 bis 22 Uhr ein Musikereignis mit DJs unter dem Motto "Sonne. Wasser. Bass" und dem Slogan "Pack die Badehose ein und schwing im Becken das Tanzbein" auf dem Programm.

Wenn auch noch keine Zahlen vorlägen, so nennt auch die Geschäftsstelle der TSG Weinheim die laufende Badesaison im Waldschwimmbad "erfreulich". Soviel könne bereits jetzt gesagt werden: "Schon Anfang August hat das ehemalige ’Turnerbad’ die Gesamtbesucherzahl des Vorjahres übertroffen", heißt es aus der Geschäftsstelle. Kleiner Wermutstropfen waren die Hitzetage, an denen die Parkplatzsituation am Schwimmbad den Verantwortlichen zusätzlichen Schweiß auf die Stirn trieb.

Viel Lob aus der Geschäftsstelle gibt es für die Schwimmmeister und Badeaufsichten, die einen "Wahnsinnsjob leisten". Dass - bis auf die treuen Stammgäste - zuletzt ein Besucherrückgang zu verzeichnen war, nimmt man in den Reihen der TSG eher gelassen. Glaubt man doch den Grund hierfür zu kennen: "Nach der Kerwe fahren viele Weinheimer Familien in den Urlaub."

In Ladenburg ist Bademeister Jörg Leppert zufrieden mit der bisherigen Bilanz im Freibad. "Es war eine gute Badesaison mit sehr guten Besucherzahlen." An den besonders heißen Tagen seien bis zu 3000 Gäste ins Schwimmbad gekommen. Besonders freue den Bademeister, dass es keine schweren Badeunfälle gegeben habe.

Zwar sei mit der Familienrutsche die Zahl der Platzwunden gestiegen. Würden sich die Badegäste an die Regeln halten, könnten die aber vermieden werden. Dauerbeaufsichtigt wird die Rutsche vom Bademeister nicht. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Nutzung der Rutsche auf eigene Gefahr erfolgt. Jüngst habe die Mutter eines verletzten Jungen gedroht, den Bademeister wegen unterlassener Hilfeleistung anzuzeigen. "Das kann ich nicht verstehen. Natürlich haben wir auch in diesem Fall Hilfe geleistet. Allerdings können wir Bademeister und Aufsichtskräfte nicht verantwortlich gemacht werden, wenn im Freibad durch leichtsinnige Badegäste etwas schiefläuft", so Leppert.

In diesem Jahr waren die Erstversorger wegen der vielen Wespen im Dauereinsatz. An einem Sonntag im Juli mussten sich Leppert und sein Kollege Senol Genc um 20 Gäste kümmern, die von Wespen gestochen wurden. Gewöhnlich seien zwischen drei und fünf Versorgungen notwendig.

Kritisiert werden im Ladenburger Freibad häufig die Öffnungszeiten. "Die Menschen sind teilweise verärgert, weil wir erst um 10 Uhr öffnen", so Leppert. Zudem werden die Tore bereits um 20 Uhr geschlossen - in Schriesheim oder Ilvesheim aber erst um 21 Uhr. Leppert hat dafür ein Konzept erarbeitet, das er dem Gemeinderat vorstellen will. "Unser Freibad steht im Wettbewerb, daher sollten wir die Beschwerden ernst nehmen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung