03.03.2016

Schriesheimer WG holt Ehrenpreis bei der Mathaisemarkt-Weinprämierung

Dieses Jahr wurden wegen geringer Erntemengen nur 38 Weine verkostet

Schriesheim. (cab) Zufriedene Verkoster, überzeugende Weine und ein klares Ergebnis: Die Schriesheimer Winzergenossenschaft (WG) hat gestern bei der Weinprämierung anlässlich des Mathaisemarkts den Ehrenpreis für die Badische Bergstraße erzielt: "Das freut uns natürlich sehr", sagte WG-Geschäftsführer Harald Weiss. Zehn Weine hatten die Genossenschaftler angestellt, davon vier ganz Frische des Jahrgangs 2015.

Der erste Preis ging hier an das Weingut Bielig, der zweite Preis an das Weingut Jäck. Die Weinbau-AG der Kurpfalz-Realschule hatte außer Konkurrenz wieder ihren Weißburgunder eingereicht und war in der Punktzahl erneut preisverdächtig. Im Bereich der Hessischen Bergstraße überzeugte die Bergsträßer Winzer eG am meisten und erhielt den Ehrenpreis. Den ersten Preis kann am kommenden Mittwoch im Zehntkeller das Weingut Mohr entgegennehmen.

Die Prüfer Tim Ochßner, Thilo Schroth, Reinhard Vogel und Heinz Freiberger sowie Bürgermeister Hansjörg Höfer hatten gestern weniger zu tun als in den Vorjahren. Wurden im vergangenen Jahr noch 52 Weine im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses blind verkostet, so waren es dieses Jahr gerade mal 38 gute Tropfen. "Erstmals sind es so wenige", meinte Höfer und lieferte den Grund gleich mit: die geringeren Erntemengen. So war das Weingut Rosenhof gar nicht erst angetreten, auch der Winzerkeller Wiesloch fehlte. Doch auch so freute sich Höfer über "hervorragende, ausdrucksstarke Weine."

Von 2012 bis 2015 reichten die Jahrgänge, die die Jury überzeugten. Dominierte im vergangenen Jahr die Frucht die Prozente noch klar, so war der Alkoholgehalt dieses Mal im Schnitt höher: "Ja, das ist die Tendenz", bestätigte Schroth: "Aber es passt noch." Freiberger formulierte es so: "Die Weine sind noch relativ schlank. Es waren keine barocken Geschosse dabei, die einen überfordern." Der Weinbauingenieur und Weingutsbesitzer aus Heppenheim war erstmals dabei und vertrat Heinrich Hillenbrand vom Weinbauverband Hessische Bergstraße. Trotz der Volumenprozent recht fruchtige Weine hatte Vogel geschmeckt. Man habe gemerkt, dass das Lesegut vergangenes Jahr gesund in den Keller gekommen sei. In Sachen Alkoholmanagement habe man aus dem Bombenjahrgang 2003 eine Menge gelernt, befand Ochßner: "Brandige Weine waren nicht dabei. Davor hatte ich schon Angst." Gerade bei den Roten würde aus dem Jahrgang 2015 Gutes auf die Weingenießer zukommen. Dass diese dem Wein tendenziell immer weniger Zeit in der Flasche lassen, sah er nicht als Manko. Ob junger oder alter Wein: "Das ist reine Geschmackssache." Die Kunden würden eben stets auf den neuen Jahrgang warten: "Sie wollen neue Erlebnisse und Erfahrungen", wusste Freiberger aus eigener Erfahrung. Die Weine der Hessischen und Badischen Bergstraße können sich jedenfalls sehen lassen. Auch dieses Urteil der Tester war gestern einhellig.

Tim Ochßner, Thilo Schroth, Hansjörg Höfer, Reinhard Vogel und Heinz Freiberger (v. l.) beim Verkosten. Dominik Morast schenkt ein, Klaus Urban wartet schon mit der nächsten Flasche. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung