08.03.2016

Rund 1100 Mathaisemarkt-Läufer trotzten den widrigen Bedingungen

Der 22. Mathaisemarktlauf war ein sportlicher Erfolg - Allein 395 Kinder gemeldet - Auch Laufgruppe der Flüchtlingshilfe

Schriesheim. (sk) Beim Anblick des Himmels mochte am Samstagmittag dem einen oder anderen der Schweiß ausgebrochen sein, aber nicht wegen zu großer Hitze: Man hatte den Eindruck, dass der Mathaisemarktlauf wegen des Wetters diesmal nur etwas für gute Schwimmer zu werden drohte. Doch auch wenn der Himmel bis zum späten Nachmittag bedeckt blieb, ließ der Regen um die Mittagszeit nach und hörte schließlich ganz auf. Trotzdem verirrten sich anfangs nicht allzu viele Zuschauer an die Strecke; geradezu verödet erschien die Schillerstraße, die Teil des Hauptlaufs war. Die Kreuzungen wurden von Polizei und Feuerwehr gesperrt, die Autofahrer umgeleitet oder angehalten.

Am Schillerplatz hingegen stand der "Trommelpalast", besser gesagt zwei "Trommel-Partyzelte" mit acht jungen Musikern, die mit Händen und Stöcken enthusiastisch auf ihre Bongos einschlugen und die vorbeikommenden Läufer mit Rufen anfeuerten. Immer wieder blieben Passanten stehen und machten mit: Der Plan der Organisatoren Michael Stang und Christian Alles, hier einen "Motivationspunkt" zu schaffen, ging offenbar auf, und die Athleten setzten ihre fünf Runden durch die Stadt im Takt der flotten Stücke fort.

Davon abgesehen hielt das Wetter niemanden wirklich von der Teilnahme ab: 1080 Meldungen gingen im Vorfeld ein, inklusive der Nachmeldungen im Laufe des Tages, schätzte Moderator Toni Dausch später, dürften es über 1100 Sportler geworden sein. Während Alfred Eichler von seinem Standort am Stadtbrunnen aus kommentierte, hatte Dausch wieder seinen erhöhten Posten auf dem Zehntkellerdach eingenommen; am Start- und Zielpunkt stand derweil Stang mit seinem Mikro.

Haupt- und Elitelauf fanden bei zunehmend trockenen Straßen statt; als schnellster Schriesheimer ging bei letzterem Kim Abel ins Ziel. Bei den Damen war die Ermittlung zunächst nicht einfach, sagte Dausch, weil eine der schnelleren Läuferinnen nicht für einen hiesigen Verein ins Rennen ging; Favoritin Almut Grüber startete in diesem Jahr übrigens nicht. Eine Zahl ließ jedoch aufhorchen: Der älteste Teilnehmer zählte stolze 75 Jahre.

395 Kinder waren für die Bambiniläufe gemeldet. Die 108 Strahlenberger Grundschüler starteten als größte Einzelgruppe, gefolgt von Schulen und Vereinen aus der Umgebung, den Schriesheimer Kindergärten Regenbogen und Kinderschachtel, der Kurpfalz-Grundschule und dem TV Schriesheim. Sogar die Flüchtlingshilfe nahm mit einer eigenen Gruppe teil; insgesamt fünf Läufe waren es, deren Teilnehmer kribbelig vor Ungeduld und von Stang immer wieder zur Besonnenheit ermahnt, auf ihr Signal warteten. Bis zum Schluss mochte er gebibbert haben, dass auch keiner hinfiel oder stolperte - immerhin starteten bei den Bambini die jüngsten Läufer ab drei Jahren. Doch es ging alles gut, Verletzte gab es nicht.

Nur Tränchen flossen einmal, als nämlich ein kleines Lockenköpfchen vollkommen erschöpft ins Ziel lief, während sich die nächste Gruppe bereits aufstellte. Doch die Kleine musste ebenso wenig leer ausgehen wie alle anderen Kinder: Im oberen Strahlenberger Schulhof warteten Helfer mit Urkunden, Medaillen und Getränken auf die Nachwuchssportler, während sich Eltern und Großeltern im Hof mit Kaffee und Kuchen stärken konnten. Den anrührendsten Anblick boten an diesem Nachmittag ein kleines Mädchen und ein Junge: Als das Signal ertönte, starteten die beiden so begeistert wie ihre Mitstreiter. Aber sie hielten sich dabei ganz fest an den Händen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung