10.04.2016

Abi-Start auch an Schriesheims Gymnasien

Für 133 Abiturienten begannen die Prüfungen - Ein erkrankter Schüler wurde nach Hause geschickt, ein anderer schrieb auf dem Laptop

Am Kurpfalz-Gymnasium wurde es gestern für 96 Schülerinnen und Schüler ernst. Auch für sie stand die Deutsch-Klausur an. Lehrerin Renate Hörisch-Helligrath und Direktor Jürgen Sollors drückten die Daumen. Foto: Dorn

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. "Einen Schüler habe ich gleich wieder heimgeschickt, besser gesagt zum Arzt", sagte Dr. Wolfgang Metzger. Was im normalen Schulalltag vielleicht ein Grund zur Aufregung wäre, ist während des Abiturs eher ein Problem. So auch gestern: Da erschien ein Prüfling mit 40 Grad Fieber zur ersten Klausur der Reifeprüfung, unsicher, ob er antreten oder lieber nach Hause gehen sollte. Der Schulleiter des privaten Heinrich-Sigmund-Gymnasiums (HSG) riet ihm, sich auszukurieren. Das Abitur ist für den Jugendlichen damit nicht verloren, er kann am Nachschreibetermin in vier Wochen teilnehmen. Für seine 37 Schulkameraden stand erst einmal die Deutschklausur an und damit die Qual der Wahl aus fünf verschiedenen Aufgaben.

"Die meisten", so Metzger, "haben wohl den Literaturvergleich genommen." Dabei ging es um "Agnes" von Peter Stamm, Max Frischs "Homo Faber" und "Dantons Tod" von Georg Büchner. Außerdem konnte man Gedichte interpretieren ("Ich kann oft stundenlang am Strome stehen" von Georg Herwegh und "Aufblickend" von Ingeborg Bachmann), einen Essay zum Thema "Mensch und Maschine" verfassen oder sich zu der mittlerweile 100 Jahre alten Tucholsky-Kurzgeschichte "Die Katze spielt mit der Maus" äußern.

Als fünfte Möglichkeit stand noch die Auseinandersetzung mit einem Zeitungsartikel offen, nämlich "Schönheit muss man lernen" von Ulrich Greiner. Zur Eile musste niemand angetrieben werden, denn die Arbeitszeit war mit fünfeinhalb Stunden großzügig bemessen. Auch an Platz fehlte es nicht: Am HSG wurde in der Turnhalle geschrieben; die jüngeren Schüler wurden derweil angehalten, in der Hofpause keinen Lärm zu machen. Die 96 Prüflinge des Kurpfalz-Gymnasiums (KGS) wurden für die Dauer des Abiturs im zweiten Stock untergebracht, Schilder ermahnten zur Ruhe.

Die fünf Fachlehrerinnen seien am Prüfungsbeginn beinahe ebenso aufgeregt gewesen wie ihre Schützlinge, berichtete Direktor Jürgen Sollors: "Eine Kollegin betreut seit 23 Jahren Abiturienten und ist immer noch nervös. Da ist viel Herzblut mit dabei." Auch am KGS gab es diesmal eine Besonderheit: Ein Junge durfte wegen Problemen beim Schreiben als "Nachteilsausgleich" einen schuleigenen Laptop benutzen. Mehr Zeit oder ein Rechtschreibprogramm bekam er aber nicht, so Sollors: "Er hat auch schon früher Klausuren mit viel Text am Laptop geschrieben." Heute steht die Prüfung in Mathe an, morgen in Französisch, und am Montag geht es weiter mit Englisch. Am Dienstag folgen Klausuren in Naturwissenschaften, Sport, Kunst, Geschichte und Gemeinschaftskunde. Für die HSG-Schüler endet damit das schriftliche Abitur, während am KGS noch eine schwierige Prüfung auf die Unentwegten des Jahrgangs wartet: Am kommenden Mittwoch schreiben sie noch eine Latein-Klausur.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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