06.06.2016

In Schriesheim wird im "Unterrichtskreis" Deutsch gelernt

RNZ besuchte ehrenamtlich geführten Sprachkurs für Flüchtlinge im Schriesheimer "Unterrichtskreis" - Die Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, Pakistan, aus dem Iran und aus dem Irak sowie aus Syrien

Von Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. Flüchtlinge schlendern durch Schriesheim, entdecken Geschäfte, überlegen, was sie dort alles einkaufen könnten und schreiben es auf: Der Spaziergang ist zunächst nur ein Spiel, das in vier Wänden über die Bühne geht und bei dem Angelika Staudt Regie führt.

Die Schauspielerin und Theaterpädagogin gehört zu jenen Ehrenamtlichen, die innerhalb der Flüchtlingshilfe Schriesheim Deutschunterricht geben. Und zwar so, dass es den Beteiligten offenbar richtig Spaß macht. Die Räumlichkeiten im "Unterrichtskreis" sind ansprechend gestaltet und vermitteln eine Wohlfühlatmosphäre, die die Flüchtlinge zu schätzen wissen. Wahrscheinlich findet auch bald eine echte Einkaufstour statt.

Ihr Kurs, in dem unter anderem die 18-jährige Syrerin Ranim und der 22-jährige Ali aus Pakistan dabei sind, ist jener für Fortgeschrittene. Was wiederum bedeutet, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der deutschen Sprache schon in ganzen Sätzen verständigen können. Seit Anfang des Jahres stellt Monika Irmey-Härter, Inhaberin der Nachhilfeeinrichtung "Unterrichtskreis", ihre Räumlichkeiten vormittags für die den Deutschunterricht zur Verfügung.

Schon Praktika absolviert

Fadime Tuncer, Stadträtin der Grünen und Koordinatorin der Flüchtlingshilfe, hatte bei ihrem Bemühen um die ehrenamtliche Unterstützung noch weitere gute Begegnungen. Etwa mit Patricia Okello aus Mannheim, der Mitbegründerin des Vereins "Zeitgeist Shareity", der ebenfalls in den Deutschunterricht involviert ist. Über den gesetzlich garantierten Unterbricht hinaus, war es der Flüchtlingshilfe wichtig, Strukturen zu schaffen. Daraus wurden die Treffen montags bis freitags zwischen 9 und 11.30 Uhr.

Die in Schriesheim untergebrachten Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, Pakistan, aus dem Iran und aus dem Irak sowie aus Syrien. Unabhängig von der "Bleibeperspektive" sind die meisten laut Fadime Tuncer sehr am Sprachkurs interessiert, bei dem auch der Computer zum Einsatz kommt. Und die Kurse beginnen auch pünktlich, seit sich die Flüchtlinge daran gewöhnt haben, nicht zu spät zu kommen.

In den Sprachkursen werden inzwischen auch "Lebensläufe" geschrieben, einige Flüchtlinge konnten aufgrund ihrer nach wenigen Monaten guten deutschen Sprachkenntnisse sogar schon Praktika absolvieren.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung