09.06.2016

Schriesheim feiert seine Branich-"Tunnelparty"

Am Samstag den 18. Juni gibt es ab 17 Uhr "Tunnelkuchen", ein Tunnel-Quiz und gute Musik

Schriesheim. (cab/sk) Mit einer "Tunnelparty" will Schriesheim am Samstag, 18. Juni die lang ersehnte Eröffnung des Branichtunnels feiern. Um 17 Uhr ist die Bevölkerung zum Anschnitt des "Tunnelkuchens" eingeladen, einer Kreation der Schriesheimer Bäckereien, auf die man schon gespannt sein darf. Eine Stunde später wird "die Kultband aus Mannheim" erwartet: Mit diesem Zusatz wirbt die Rock’n’Roll-Coverband um den Joy-Fleming-Bruder Otto M. Raad für sich.

Bei einem Tunnel-Quiz ist Wissen rund um das teuerste Bauprojekt des Landes gefragt; um 20.45 Uhr werden die Gewinner gezogen, auf die Gutscheine der teilnehmenden Gastro-Betriebe und "Schriesheimer Strahler" warten. "Nur wer da ist, kann auch gewinnen", bemerkt Wirtschaftsförderer Torsten Filsinger, der zusammen mit Karina Mayer von Verwaltungsseite für die Party zuständig ist.

Um 21 Uhr wird dann die Bühne frei gemacht für die Lokalmatadoren von der "T-Band". Getränke schenkt an diesem Abend die Freiwillige Feuerwehr aus, die ihr traditionelles Sommernachtsfest nach einigen Überlegungen und vielen Treffen mit der Verwaltung schließlich mit der "Tunnelparty" zusammenlegte: "Wir hingen ja lange in der Luft mit dem Termin für die Tunnel-Öffnung", erklärt Kommandant Oliver Scherer. Die Theken der Bewirtungsstände sind außerdem besetzt mit den Teams von "Destillat 99", "Fath’s Backwahn, "Forschners im Schützenhaus", dem "Goldenen Hirsch", dem "Panther Service" sowie dem Weingut Wehweck.

Wer allerdings ab 17 Uhr zum Westportal des Tunnels geht, wäre an der falschen Adresse. Denn nicht dort, sondern auf dem Festplatz, genauer gesagt, dem "Oberen Festplatz", werden Partyzelte, Sitzgarnituren und Bühne zu finden sein. Gedacht war das ursprünglich einmal ganz anders, erklärt Bürgermeister Hansjörg Höfer gestern gegenüber der RNZ.

Zwei Tage Feier, Tunnelbesichtigung am Freitag, große Sause am Westportal mit Bühne, Essen und Trinken: So hatte sich der Rathauschef das vorgestellt. Doch wegen der "Gefährdungssituation am Tunnel" kamen die Organisatoren, auch auf Anraten von Fachleuten, wieder ab von diesem Plan. Letztlich scheiterte er an den fehlenden Fluchtwegen, so Höfer: "Die schrägen Böschungen zählen nicht als Fluchtweg. Wir hätten Fluchttreppen bauen, für ausreichende Beleuchtung und Security sorgen müssen." Überschlagsweise hätte das 180 000 Euro gekostet, so der Bürgermeister: "Und das steht in keiner Relation." Denn egal, ob Stadt oder Land dafür bezahlt hätten: "Es sind ja trotzdem Steuergelder." Um einiges billiger kommt die "Tunnelparty". Denn, so Höfer, dafür gebe es "eigentlich gar kein Budget." Auch wenn Kuchen und Bands sicherlich nicht kostenlos zu haben sind.

Recht unkompliziert war dafür die Gestaltung der Party-Werbeplakate: Das von Kinderhand gemalte Motiv des Tunnels stammte noch vom 2014er Jubiläums-Kalender, die restliche Gestaltung übernahm Mayer. Problematischer wird die Verkehrssituation: Die Bismarckstraße wird für das Fest gesperrt, parken kann man, so Filsinger, "höchstens auf dem unteren Festplatz".

Trotzdem wird am 18. Juni auch am Westportal gefeiert: Ab 11 Uhr findet hier die Eröffnungsfeier statt, die auf Großbildleinwand übertragen wird. Trotz der "Gefährdungssituation" dürfen etwa 2000 Personen zumindest als Zaungäste auf der Brücke und im Bereich der Leutershäuser Straße dabei sein; kontrolliert wird der Bereich von Sicherheitsleuten. Vermutlich, so Höfer, würden auch einzelne Bereiche abgesperrt.

Zu dieser offiziellen Eröffnungsfeier lädt das Stuttgarter Verkehrsministerium schriftlich ein. Auf RNZ-Anfrage gibt dessen Pressestelle gestern das Programm des Vormittags bekannt. Demnach wird Regierungspräsidentin Nicolette Kressl die Gäste zur Feierstunde begrüßen, danach halten Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Bürgermeister Hansjörg Höfer ihre Ansprachen. Nach dem geistlichen Segen lassen die Ehrengäste den Vormittag im Feuerwehrhaus ausklingen.

Dann werden die "VIPs", wie es das Verkehrsministerium ausdrückte, bereits erstmals durch den Tunnel gefahren sein. Für sie gibt es an jenem Samstag schon um 9.30 Uhr eine Besichtigungstour durch die Röhre mit einem Nostalgiebus. Der Normalbürger muss sich dann noch etwas gedulden. Denn für den Verkehr freigegeben wird der Branichtunnel erst am Sonntag, 19. Juni. Die Uhrzeit ist noch unbekannt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung