06.07.2016

Wiesloch/Schriesheim: Unter der Strahlenburg schmeckt der Wein am besten

Davon konnten sich Weinhoheiten aus Baden überzeugen - Auch Probleme der Winzer wurden bei einer Tour durch die Region erörtert

Sie wissen einen guten Tropfen zu schätzen: (v. l.) Weinbautechniker Philipp Kaul, die Weinhoheiten Marina Bläsi, Stefanie Keller und Svenja Wanielik sowie Harald Weiss, Bereichsvorsitzender für die Badische Bergstraße, stießen in Schriesheim an. Foto: Peter Dorn

Von Carsten Blaue und Armin Rößler

Wiesloch/Schriesheim. Weinprinzessin Stefanie Keller aus Hirschberg-Großsachsen durfte am Samstag zahlreiche gekrönte Häupter für eine Tour durch die Weinbaubereiche Badische Bergstraße und Kraichgau begrüßen. Eingeladen waren die Bereichsweinhoheiten des Badischen Weinbauverbands sowie die amtierenden und ehemaligen badischen Hoheiten. Auftakt zur informativen Reise war im Wieslocher Winzerkeller; gemütlicher Abschluss am Abend auf der "Schlossberghütte" auf Einladung der Schriesheimer Winzergenossenschaft.

In Wiesloch gab es Wissenswertes über den größten Weinerzeuger der Region zu erfahren: Rund 2000 Genossenschaftswinzer bewirtschaften in 20 Ortschaften eine Fläche von 750 Hektar. Einem Mittagessen in der benachbarten "Wimmers Landwirtschaft" schloss sich eine Stippvisite beim Weingut Adam Müller in Leimen an. In Heidelberg machten die Hoheiten dann einen Abstecher aufs Schloss und schauten sich das Große Fass an.

Schriesheim war letzte Station der Exkursion am Samstag. In der Weinstadt war von der Gruppe nur noch ein Trio übrig geblieben - andere Termine riefen. Gastgeberin und Bereichsweinprinzessin Stefanie Keller sowie ihre Kolleginnen aus dem Kraichgau und dem Markgräflerland, Svenja Wanielik und Marina Bläsi, wurden von Harald Weiss, dem Bereichsvorsitzenden für die Badische Bergstraße, begrüßt. Als Treffpunkt hatte der Geschäftsführer der Schriesheimer Winzergenossenschaft (WG) deren "Schlossberghütte" unterhalb der Strahlenburg gewählt. Diese liegt inmitten von 2,7 Hektar Rieslingreben, die im Zuge der Rebflurbereinigung im Kuhberg angelegt wurden. Diese Flurneuordnung ist zwar schon etwas her, aber immer noch aktuell - nicht zuletzt, weil der vor sieben Jahren in dem 17 Hektar großen Gebiet angelegte Themen- und Infoweg bis heute Touristen anlockt. Außerdem wird gerade über eine weitere Flurneuordnung zwischen Schriesheim und Dossenheim diskutiert - und die wäre mit 65 Hektar viel größer.

Mit anderen Weinbauregionen teilt die Badische Bergstraße die Probleme nach den Regenfällen der letzten Wochen. Durch die Nässe droht Peronospora, also Falscher Mehltau. Diese Gefahr macht erhöhten Pflanzenschutz nötig, und der geht ins Geld. Ein Teufelskreis für die etwa 150 aktiven Genossenschaftswinzer der WG. "Wir waren mal 220", so Weiss.

Die Konzentration der Rebfläche auf immer weniger Winzer ist noch so ein Phänomen. Richtig ärgerlich hingegen ist der Diebstahl von Weinblättern, der ebenfalls nicht nur auf ein Weinbaugebiet beschränkt ist. Schlimm ist, dass viele Stöcke quasi komplett entlaubt werden. All das sprach Weiss an, bevor Philipp Kaul, Winzersohn und Weinbautechniker aus Dossenheim, mit den Hoheiten zunächst durch den Kuhberg spazierte - Informationen und wunderbare Fernblicke in die Rheinebene inklusive. Anschließend konnten sie bei einer kleinen Weinprobe die Schriesheimer Genossenschaftsweine kennenlernen.

Gestern setzten die Repräsentantinnen des Weines ihre Exkursion im Kraichgau fort.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung