12.09.2016

SV 1919 Schriesheim sucht Trainer-Nachwuchs

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Im Jugendbereich mangelt es an Übungsleitern, die Trainer der Ersten und der Zweiten Herrenmannschaft traten zurück, die ersten drei Spiele in der Kreisliga wurden verloren. Es gibt bessere Vorzeichen für eine neue Saison als momentan beim SV 1919 Schriesheim.

Mehr Sorgen als die sportliche Perspektive bereitet dem Verein die Mitgliederentwicklung. "In den vergangenen Monaten war ein leichter Rückgang im Jugendbereich zu verzeichnen. Dies liegt vor allem auch daran, dass es immer schwieriger wird, Trainer für alle Mannschaften zu stellen", sagt SV-Pressesprecher Hermann Morast.

Zwischen Spaß und Leistung

Besonders im Jugendbereich fehlen die Übungsleiter. "Für die älteren Jahrgänge, also alles ab der C-Jugend, findet man meist problemlos Trainer", sagt Jugendleiter Marcus Hock.

Für die jüngeren Mannschaften gebe es dagegen mehr Nachwuchsspieler, aber weniger Trainer. "Das ist ein bundesweiter Trend im Breitensport", sagt Morast. 90 Prozent der Kindertrainer im Grundlagenbereich, so die Vermutung eines DFB-Stützpunkttrainers, beginnen ihre Trainertätigkeit nur, weil ihr eigenes Kind Fußball spielt. "Darüber hinaus gibt es wenig Bereitschaft, aus sportlicher Leidenschaft oder auch Vereinsverbundenheit eine ehrenamtliche Tätigkeit zu übernehmen", sagt Morast.

Hinzu kommt, dass die Arbeit als Jugendtrainer alles andere als einfach ist: "Gerade in den jüngeren Jahrgängen hat man es noch mit sehr übermotivierten Eltern zu tun, die ein pädagogisch wertvolles Training zum Weltmeisterkind fordern", erläutert Morast. "Das birgt ein enormes Konfliktpotenzial und kostet Zeit."

Ein weiterer Grund für den Trainermangel sei der sehr hohe Leistungsdruck. "Schon F-Jugendliche werden von großen Vereinen abgeworben", sagt Morast. Trainer stünden somit immer im Zwiespalt zwischen Spaß und Leistung. "Wer also keinen persönlichen Bezug hat, wird sich diesen Herausforderungen selten stellen, zumal es in Vereinen wie unserem nur eine geringe Aufwandsentschädigung gibt", so Morast. Und das bei zehn bis 13 Stunden Einsatz pro Woche, den ein gewissenhaft ausgeführter Trainerjob erfordern könne.

Mit einem großen Banner wirbt der SV nun um Verstärkung, nicht nur im Jugendbereich. "Wer Interesse an einer Mitarbeit im Verein hat, ist herzlich willkommen. Ob im Jugend-, Herrenbereich, in der Bewirtung bei Heimspielen oder bei administrativen Aufgaben: Möglichkeiten, sich einzubringen, gibt es viele", so Geschäftsführer Klaus Zeller.

Bei den Erwachsenen sieht man sich im sportlichen Bereich gut aufgestellt. Fünf Spieler der Ersten Mannschaft haben den Verein nach der vergangenen Saison verlassen. "Die normale Fluktuation nach einer Saison", sagt Marek Zwolinski vom Spielausschuss. Gleichzeitig sind fünf neue Spieler zum Kader hinzugestoßen, sodass sich in der Breite nichts geändert hat.

Für beide Herrenmannschaften ist in dieser Saison der Klassenerhalt das Ziel. "Die ersten drei Spiele, unter anderem gegen einen Mitaufstiegsfavoriten und einen Landesligaabsteiger, wurden leider verloren. Sicherlich kein idealer Auftakt in die neue Saison", gibt Zwolinski zu. "Aber wir sind zuversichtlich, dass nach der Rückkehr der Urlauber schon beim nächsten Heimspiel die ersten Saisonpunkte geholt werden können."

Das soll ohne die Trainer der vergangenen Jahre geschafft werden: Sven Schmid (Erste Mannschaft) und Sebastian Schromm (Zweite Mannschaft) hatten bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison angekündigt, dass sie nach fünf beziehungsweise neun Jahren aus persönlichen Gründen zurücktreten würden.

Die Erste Mannschaft leitet jetzt Karl-Heinz Lohnert, der weiterhin von Markus Hasselbring unterstützt wird. Betreut wird die Zweite Mannschaft nun vom ehemaligen Co-Trainer Markus Gohlke und vom ehemaligen Spieler Oliver Menzeln.

Die nächste große Feier dieser Saison steht am Wochenende von Freitag, 23., bis Sonntag, 25. September, auf dem Sportgelände an: Der SVS lädt zum Oktoberfest, unter anderem mit einem Auftritt der "Donnersberger", Prager Schinken und weiteren Spezialitäten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung