13.01.2017

Schriesheimer IT-Unternehmen bietet Flüchtlingen Hilfe nach Hausbrand

Die Firma DSC stellte nach dem Hausbrand Verpflegung und Raum für die Flüchtlinge zur Verfügung

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Bis zum Nachmittag mussten die ehemaligen Bewohner der Flüchtlingsunterkunft des Rhein-Neckar-Kreises in der Carl-Benz-Straße vorgestern warten, bis sie in ihre neuen Wohnungen nach Dossenheim gebracht werden konnten. Ein Feuer im Kellergeschoss trieb sie mitten in der Nacht aus den Betten und bis auf weiteres wohl auch aus ihrem bisherigen Zuhause. Zunächst unklar war nach dem Feuer, wo die Flüchtlinge nun einen vorläufigen Unterschlupf finden sollten.

Da sprang das benachbarte Unternehmen DSC ein; wie es dazu kam, erklärt Geschäftsführer Ingo Sundermann mit "zwei Zufälligkeiten". Die erste: Die Unternehmensberatung und Softwarefirma hat ihren Hauptsitz in der Carl-Benz-Straße 16 a, also direkt gegenüber der Unterkunft. Die zweite: Einer der Prokuristen ist Stefan Wieder, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Dossenheim. Diese kam ihren Schriesheimer Kameraden in der Brandnacht zu Hilfe, und die Feuerwehrleute sahen, wie die Menschen barfuß in Badelatschen, kurzen Hosen, Trainingsanzügen und zum Teil ohne Jacken bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vor ihrer Unterkunft standen. Da sprach sich Wieder mit der Geschäftsleitung ab, und diese stellte im "alten" Firmentrakt einen ebenerdigen Schulungsraum zur Verfügung. "Es war nicht schön, das zu sehen", sagt Sundermann über die frierenden Flüchtlinge. Ein Mitarbeiter besorgte Frühstück bei einem Bäcker, es gab frischen Kaffee aus der Maschine.

Bis "zwei, halb drei" am Nachmittag blieben die Gäste in dem kuschelig warmen Raum, dann wurden sie abgeholt und in Unterkünfte nach Dossenheim gebracht. Gegenüber der RNZ dankte Fadime Tuncer von der Schriesheimer Flüchtlingshilfe der Firma für ihren vorbildlichen Einsatz.

Es war übrigens nicht der erste Kontakt des Unternehmens DSC mit ihren Nachbarn: Schon seit die ersten Flüchtlinge vor ziemlich genau einem Jahr die Unterkunft bezogen, kümmerte sich DSC-Hausmeister Dieter Jahn um sie, schaute des Öfteren vorbei und unterstützte die Bewohner.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung