26.01.2017

Schriesheim: Die Zeitspender suchen jetzt Nachahmer

Die Aktion "Zeitfenster" der Stadtverwaltung mit ersten positiven Beispielen - Weitere ehrenamtliche Helfer werden gesucht

Schriesheim. (cab) Mitte Oktober machte das Rathaus erstmals auf eine Initiative aufmerksam, die das soziale Miteinander der Schriesheimer Stadtgesellschaft nachhaltig fördern kann. Die Aktion "Zeitfenster" fußt auf einem Aphorismus von Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach: "Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre allen geholfen." Gesucht wurden Mitbürger, die einen Teil ihrer Zeit mit anderen verbringen oder dazu nutzen wollen, um ihnen hilfreich zur Hand zu gehen. Zeitspender also.

Die Leiterin des Sozialamts, Christine Söllner, rief die Aktion "Zeitfenster" ins Leben. Sie hatte im Rahmen ihrer Tätigkeit gemerkt, dass es viele Menschen gibt, die zwar keine grundsätzliche Betreuung benötigen, wohl aber froh wären über gezielte Unterstützung im Leben. Diese Idee stieß auf gute Resonanz. Daher zogen Söllner sowie die Familien- und Integrationsbeauftragte, Karin Reichel, nun eine erste positive Bilanz. Bislang gab es elf Rückmeldungen. Die Zeitspender wurden darauf hin an unterschiedlichen Stellen eingesetzt.

Eine Familie mit Migrationshintergrund und einem Kind mit Handicap wird beispielsweise von einer Frau betreut - zur Entlastung der Mutter, geht sie etwa auch mal mit dem Baby spazieren. Zudem hat sich ein Bürger dazu bereit erklärt, einem Mann bei Behördengängen zu helfen.Und eine junge Witwe, die noch nicht so gut Deutsch kann, erhält für die Kinder eine Hausaufgabenbetreuung.

Jetzt sucht die Stadtverwaltung weitere Ehrenamtliche, die diesen positiven Beispielen folgen. Das Rathaus braucht von Bürgern, die Zeitspender werden wollen, lediglich ein erweitertes Führungszeugnis, das die Helfer kostenfrei im Bürgerbüro bestellen können. Es wird dann direkt an die Koordinatorinnen der Aktion geschickt. Den Zeitspendern entstehen daher keine zusätzlichen Mühen. Sie können Alleinerziehende, Familien, Rentner, Alleinstehende sowie Mitbürger auf Wohnungssuche oder mit Beeinträchtigungen unterstützen. Helfen kann man etwa bei Behördengängen, Einkäufen oder Arztbesuchen, beim Ausfüllen von Formularen, durch Besuche im Seniorenheim oder durch Hilfestellungen bei der Bewältigung des Alltags. Nicht zuletzt kann es auch einfach darum gehen, gemeinsam etwas zu unternehmen.

Info: Interessierte können sich an Karin Reichel, Telefon 0 62 03 / 602.116, oder Christine Söllner, Telefon 0 62 03 / 602.115, wenden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung