22.02.2017

Verstärkte Polizeipräsenz beim Schriesheimer Mathaisemarkt

Polizei und Rettungskräfte informierten über die Vorkehrungen beim Schriesheimer Mathaisemarkt - Betonsperren an Hauptverkehrsachsen

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Mit bis zu 160.000 Besuchern in zehn Tagen ist der Schriesheimer Mathaisemarkt kein kleines Fest. Gerade in den Abend- und Nachtstunden ist an den Wochenenden auf dem Rummelplatz sowie rund um das Festzelt und die Straußwirtschaften jede Menge los. Eine Herausforderung für die Sicherheits- und Rettungskräfte. Gestern trafen sie sich im Rathaus zur Absprache.

Neu ist dieses Jahr, dass die beiden Hauptverkehrsachsen des Marktgeländes großräumig mit 700 Kilogramm schweren Betonsperren abgeriegelt werden. Vor dem Hintergrund der Anschläge von Nizza und Berlin, bei denen Lastwagen zur tödlichen Waffe wurden, sahen sich Polizei und Ordnungsamt dazu veranlasst. Bislang taten es hier die breiten Absperrschilder, die der Bauhof immer aufstellte. Aber, so Weinheims Polizeirevierleiter, Holger Behrendt: "Wir kommen damit dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung nach." Außerdem könne man Nachahmungstäter nie ganz ausschließen. Es gebe aber "keine akute Gefährdungslage", betonte Bürgermeister Hansjörg Höfer.

Vergleichsweise höher ist beim Ma᠆thaisemarkt stets das Risiko, dass Jugendliche zu tief ins Glas schauen und dass es Schlägereien gibt. Hier setzt die Polizei auf Präsenz und Prävention. Nach den sexuellen Übergriffen zum Jahreswechsel 2016 in Köln waren die Einsatzkräfte beim Mathaisemarkt im vergangenen Jahr verstärkt worden: "Da haben wir draufgesattelt", so Behrendt: "Aber damit ist es dann auch mal gut. Wir werden Kollegen in ausreichender Zahl auf dem Mathaisemarkt haben und deutlich sichtbar sein." Zudem würden wieder die Jugendsachbearbeiter der Polizei unterwegs sein, und ein Infoflyer zum Jugendschutz in sechs Sprachen solle ausgelegt werden: "Wir lehnen uns da nicht zurück", so Polizeisprecher Norbert Schätzle.

Denn auch wenn die Zahl der "Rucksacktrinker" in den vergangenen beiden Jahren abgenommen habe, so sei es noch immer ein "gesamtgesellschaftliches Thema", dass gerade Jugendliche ihren Alkohol schon auf die Feste mitbringen. Prävention daher auch wieder im örtlichen Schulzentrum: Im Vorfeld des Festes hat der Schriesheimer Jugendgemeinderat in den Klassenstufen sieben bis neun informiert.

Festwirtin Ilona Böhm versprach auf Nachfrage, dass sichtbar angetrunkene Jugendliche keinen Einlass ins Festzelt bekommen werden. Sie selbst wird an den Wochenenden 18 Personen eines Sicherheitsdienstes einsetzen: "Das ist mehr als bei anderen Festen", so Böhm. Für ein sicheres Gefühl ihrer Fahrgäste will auch die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) sorgen, die Mitarbeiter aus ihrem Bereich "Sicherheit und Service" in den Abend- und Nachtzügen der Bergstraßenlinie 5 zwischen Heidelberg und Weinheim mitfahren lassen will. Bei Bedarf würde das Sicherheitspersonal an den Haltestellen und Bahnhöfen stehen, um Eskalationen auch hier gleich im Ansatz vermeiden zu können. Ralph Dissinger, Mitarbeiter des RNV-Bereichs "Operative Planung", wies außerdem darauf hin, dass alle neueren RNV-Bahnen mit Videoüberwachung ausgestattet seien: "Und bei anderen Baureihen rüsten wir schon seit einiger Zeit nach." - Im Schriesheimer Feuerwehrhaus wird an den Wochenenden erneut die Einsatzleitung aller Rettungs- und Sicherheitskräfte eingerichtet. Auch die Rettungswagen des Roten Kreuzes werden hier vor der Tür stehen. Bis zu 20 Sanitäter sollen abends und nachts in Vierertrupps auf dem Festgelände nach dem Rechten sehen. Die Ehrenamtliche würden aus dem ganzen Kreisverband Mannheim kommen, so Bereitschaftsleiterin Stefanie Zöllner. - Abwarten, wie viele Mathaisemarkt-Besucher sie dieses Jahr zu versorgen haben.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung