23.02.2017

Peter Lux war Double beim Dreh von "A Cure for Wellness" auf der Burg Hohenzollern

Peter Lux war Double beim Dreh von "A Cure for Wellness" auf der Burg HohenzollernZehn Stunden Arbeit für zwei Sekunden Film - Am heutigen Donnerstag ist Filmstart in Deutschland

Ab heute "hoffentlich" im Kino: der Schriesheimer Peter Lux als Double von Jason Isaacs. Foto: Dorn

Schriesheim. (fjm) Peter Lux hatte die ganze Nacht nicht schlafen können: Punkt fünf Uhr morgens sollte er am 15. Juli 2015 an der Burg Hohenzollern sein - zum Dreh der deutsch-amerikanischen Coproduktion "A Cure for Wellness", die heute in die deutschen Kinos kommt. "Ich habe kein Auge zugemacht, ich war viel zu aufgeregt", erinnert er sich.

Angefangen hatte alles mit einem Aufruf der RNZ im Jahr 2012, als für den Film "George" in Heidelberg Statisten gesucht wurden. "Da habe ich mich mit meiner Frau bei einer Agentur beworben", sagt Lux. Er sei danach auch kontaktiert worden, aber seine Haare waren zu kurz für eine 20er-Jahre-Frisur: "Das war dann erst einmal nix."

An einem Mittwoch im Juli 2015 kam dann die nächste E-Mail. Ob er am Montag beim Dreh auf der Burg Hohenzollern dabei sein könne, wurde Lux darin gefragt. Kurzfristig sagte er zu, reiste am Vortag an und kam schließlich auf das Drehgelände. Was folgte, war ein Zehn-Stunden-Arbeitstag für zwei Sekunden, die Lux im Film zu sehen sein könnte. Er wurde als Double für Jason Isaacs eingesetzt, der im Film einen undurchsichtigen Doktor spielt und dem ein oder anderen noch als Lucius Malfoy aus den Harry-Potter-Filmen bekannt sein dürfte: "Es wäre schlichtweg zu teuer gewesen, ihn für diesen Drehtag einzufliegen." Also stand Lux, der fast die gleiche Statur wie Isaacs hat, in seinem Originalkostüm hinter einem Turmfenster im dritten Stock, mit zwei "Ganztagesbetreuern", wie er sie nennt. "Christophe war der Garderobier und Lina die Regieassistentin", erinnert er sich. Ihre Gesichter hat er in seinem Fotoalbum festgehalten.

20 Mal wurde die Szene mit Lux am Fenster gedreht. Immer und immer wieder sollte er hinausschauen, sich elegant nach links wegdrehen und verschwinden. "Das ging nur nicht so leicht, weil da eine Mauer war", sagt er. Schließlich kam aus dem Funkgerät ein "very good", Regieassistentin Lina klatschte ihn ab, der Drehtag war beendet. "Auf dem Weg zurück hat einer gesagt, das habe durch die Kamera wirklich gut ausgesehen", sagt Lux. Er hofft, dass es der Take tatsächlich in den Film geschafft hat. "Bei 146 Minuten Dauer diese zwei Sekunden rauszuschneiden, macht aber nicht so viel Sinn."

Obwohl er für seine Arbeit gerade mal 150 Euro inklusive Fahrtkostenpauschale erhalten hat, würde Lux einen solchen Dreh "unbedingt" wieder mitmachen: "Es ist cool, zu sehen, wie das alles gemacht wird." Ihm sei dadurch bewusst geworden, dass das Filmgeschäft nichts mit Glamour, sondern vor allem viel mit harter Arbeit zu tun habe.

Dass er seinen Namen im Abspann sehen wird, wenn er sich den Film am Samstag mit Freunden anguckt, glaubt Lux nicht. Einige von ihnen haben übrigens abgesagt: Der Psychothriller ist - wie der Drehtag - nichts für schwache Nerven.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung