08.03.2017

Schriesheim: Mängel beim sanierten Zehntkeller

Die Treppe fiel bei der Abnahme durch: Bürgermeister Höfer informierte über Mängel am zweiten Fluchtweg

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Bürgermeister Hansjörg Höfer ließ die Bombe gestern im frisch sanierten Zehntkeller beim "Empfang der Ehrengäste" platzen: Die neue Fluchttreppe, die aus dem Gewölbe über den Heizraum der Strahlenberger Grundschule in den Oberen Schulhof führt, fiel bei der Bauabnahme durch das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises durch.

"Nacharbeiten" würden jetzt nötig, sagte Höfer. Bemängelt wurde laut seiner Aussage, dass durchgängige Handläufe bis zum Notausgang fehlen würden. Zudem seien die Stufen des Fluchtwegs unterschiedlich hoch, was den Vorgaben nicht entspreche. Wenn man nun aber die Geländer vom Keller aufwärts Richtung Tür ganz durchzöge, so hätte die Treppe nicht mehr die vorgeschriebene Breite von 1,20 Metern, wurde gemutmaßt. Das bestritt der Architekt des Fluchtwegs und der Zehntkellersanierung, Manfred M. Fischer, gestern auf RNZ-Nachfrage: "Sollten die Handläufe nötig werden, dann werden wir sie so ausbilden, dass die Treppe breit genug ist."

Moniert wurde von der Kreisbehörde offenbar auch, dass sich das Gewölbe selbst in den neuen Fluchtweg hinein neigt und an dieser Stelle nicht ausgebrochen wurde. So besteht die Gefahr, dass man sich den Kopf anstößt.

Wie es jetzt genau weitergehen soll, konnte gestern niemand richtig beantworten. Höfer fand die Panne auf Nachfrage halb so wild. Augenrollen aber bei einigen Schriesheimer Stadträten, die zum Treffen der Vertreter von Behörden, Institutionen und Einrichtungen aus der ganzen Region gekommen waren.

Der nach Sicherheitsvorgaben notwendige Bau des zweiten Fluchtwegs zog die Zehntkellersanierung überhaupt erst nach sich. Die Mängel an der Treppe wurden beim Abnahmerundgang am vergangenen Donnerstag bemerkt. Feuerwehrkommandant Oliver Scherer sagte auf Nachfrage, dass Kreisbaumeister Wolfgang Serr der Stadt noch entgegengekommen sei. Anstatt eine Öffnung des Zehntkellers beim Mathaisemarkt zu untersagen, billigte er der Stadt eine maximale Besucherzahl von 300 Personen zu.

Höfer wünschte sich dieses Augenmaß grundsätzlich. Er appellierte an das Land, Kontrolleuren bei Bauabnahmen "einen gewissen Spielraum" zu geben. Erstmals stellte sich gestern im Zehntkeller auch der neue Bauamtsleiter, Markus Schäfer, beim "Behördentag" vor. Schäfer sagte, er erwarte in seiner neuen Aufgabe "spannende Projekte". Eins hat er jetzt schon mal.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung