22.03.2017

Zweite Zufahrt füs Kelterhaus der Schriesheimer Winzer ist fast fertig

Winzergenossenschaft ließ sie für Annahme des Vollernter-Leseguts bauen

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Eine Bodenplatte unten am Kelterhaus fehlt noch. Dann dürfte die neue Zufahrt am Kelterhaus der Schriesheimer Winzergenossenschaft (WG) fertig sein. Bislang gab es vom Dossenheimer Weg aus nur eine Einfahrt zur Traubenannahmestelle. Diese bleibt weiterhin den Winzern vorbehalten, die ihr Lesegut im Herbst von Hand ernten.

Für die Winzer, durch deren Rebzeilen ein Vollernter fährt, gibt es nun eine eigene Möglichkeit, die Trauben an das Kelterhaus heranzufahren. Das Rangieren und Zurückstoßen mit den Traubentransportwagen, wie es während des Herbstes 2016 nötig war, gehört damit der Vergangenheit an: "Es wird einfacher", sagte WG-Aufsichtsratschef Winfried Krämer gestern auf RNZ-Anfrage.

Die Weinlese mit dem Traubenvollernter setzt sich auch bei den Schriesheimer Genossenschaftswinzern mehr und mehr durch. Krämer gehörte im Jahr 2008 zu den drei Winzern, die die maschinelle Lese erstmals testeten. Nach dem Problemherbst 2006, in dem Schriesheim noch mit einem blauen Auge davongekommen war, wollte man zukünftig besser vorbereitet sein, sagte damals Harald Weiss, der Geschäftsführer der WG.

Ihm ging es aber nicht nur um Effizienz und Schlagkraft im schlimmsten Fall. Weiss wusste schon vor knapp zehn Jahren, dass es für die Winzer immer schwerer werden würde, geeignetes Personal für ihre Lesemannschaften zu finden. Auch in diesen Fällen kann der Vollernter ein Segen sein. Damals fuhr Werner Bauer, der Inhaber des Winzerhofs Dachsbuckel in Heidelberg, mit seinem roten Koloss durch die Weinberge. Inzwischen ist der Vollernter grün und die WG um einige Erfahrungen mit dem Gerät reicher.

Im vergangenen Herbst wurden schon etwa 32 Prozent des gesamten Ertrags von 132.000 Tonnen mit der Maschine gelesen. Eingesetzt wurde sie bei vielen Sorten. Fast die Hälfte des Müller-Thurgau und eine ordentliche Menge Weißburgunder kamen so rein. Grauburgunder und Spätburgunder für den Weißherbst sowie rund ein Drittel vom Riesling und Silvaner liefen ebenso über die neue Traubenannahmestation, die südlich am Kelterhaus eigens für die beiden Traubentransportwagen des Vollernters eingebaut worden war. Hier konnten in 20 Minuten bis zu acht Tonnen Lesegut abgepumpt werden. Eine zügige Verarbeitung der Trauben war so gewährleistet.

Die neue Zufahrt soll dazu beitragen, dass es von nun an noch ein bisschen schneller und unkomplizierter geht.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung