06.05.2017

Unbekannter brüllt OEG-Bahnhof zusammen

Ein Mann schrie im Zug und im Haltestellenbereich herum – Er fiel offenbar nicht das erste Mal auf

Schriesheim. (web) Die RNV-Bahn surrte über die Gerade zwischen Dossenheim und Schriesheim, als urplötzlich ein infernalisches Gebrüll einsetzte. Ein Mann mittleren Alters schrie mit kreischender, sich überschlagender Stimme die ganze Bahn zusammen.

Ein inhaltlicher Zusammenhang war - abgesehen von einer Vielzahl derber Ausdrücke - nicht zu erkennen. Der Mann rannte zudem brüllend durch Teile des Zugs, der Kopf knallrot vor Anstrengung. So erinnert sich ein Fahrgast an den Vorfall am gestrigen Vormittag.

Als die Bahn der Linie 5 um kurz nach 10 Uhr am OEG-Bahnhof zum Stehen kam, stieg der Mann aus - und tobte weiter. "Eigentlich ist unsere Türe weitestgehend schalldicht, aber das haben wir von Anfang an mitbekommen", so eine Mitarbeiterin der Hof-Apotheke.

Der Unbekannte betrat das Geschäft: "Er hat sich aber nur kurz umgeschaut - und ist dann wieder rausgegangen." Tatsächlich war das Geschrei so laut, dass sich auch an den Fenstern anderer Gebäude östlich der Bahngleise besorgte Gesichter zeigten.

Passanten und Geschäftsleute riefen die Polizei und versuchten, den möglicherweise psychisch geschädigten Mann im Auge zu behalten. "Eine Streife des Polizeireviers Weinheim machte sich nach der ersten Alarmierung um 10.04 Uhr auf den Weg", so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mannheim. Als die Beamten eintrafen, hatte schon der nächste Zug aus Heidelberg den OEG-Bahnhof erreicht.

Der Unbekannte stieg ein, der Fahrer komplimentierte ihn zunächst aber wieder hinaus. Der Mann sei ihm bekannt, ließ der Fahrer die Umstehenden wissen. Der brülle eine Weile, dann beruhige er sich wieder. Angegriffen habe der Mann bisher niemanden.

Der Unbekannte stieg kurze Zeit später wieder in den Zug und setzte sich völlig ruhig auf einen Sitz. "Nachdem der Fahrzeugführer gemeldet hatte, dass sich der Fahrgast beruhigt hat, setzte die Bahn ihre Fahrt in Richtung Weinheim fort", so der Polizeisprecher. Eine Eigen- oder Fremdgefährdung durch den Mann sei aus Sicht der Beamten nicht zu erkennen gewesen.

"Solche Vorfälle sind nicht schön, kommen aber vor. In der Regel ruft der Zugfahrer die Leitstelle an, die ihrerseits die Polizei informiert", so RNV-Sprecher Moritz Feier. Der Zug werde dann gestoppt oder ein bestimmter Bahnhof als Treffpunkt vereinbart, um die Situation zu klären.

Grundsätzlich habe das Unternehmen die Möglichkeit, unangenehme Fahrgäste mit einem "Hausverbot" zu belegen. "Dies lässt sich aber nur schwer kontrollieren - und letztlich nur durch die Polizei durchsetzen", so der Sprecher.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung