16.05.2017

Langeweile kam beim Tag der offenen Tür im Mühlenhof nicht auf

Trotz des regnerischen Wetters war der Tag ein Erfolg - Abwechslungsreicher Rundgang und spektakuläre Auftritte

Zum "Besuch im Zoo" gehörte auch das Erlebnis des Bauernhofs hautnah: Das Scheren der Schafe auf dem Mühlenhof war nur eine Attraktion auf dem Gelände, die von den Kindern neugierig beobachtet wurde. Foto: Dorn

Von Carolina Paul

Schriesheim. Das Anwesen des Mühlenhofs in Sicht hört man schon von Weitem die Musik der Band "Paul is the backbeat". Kühl und regnerisch ist es an diesem Sonntag geworden. Am Eingang vom Mühlenhof begrüßen zwei Mitarbeiter freundlich die Gäste, die sich unter einem Schirm vor dem Nieselregen schützen. Schnell kommen die ersten Kinder von links und rechts hervorgeschossen. Ihnen scheint das trübe Wetter nichts auszumachen. Im Gegenteil: Mit Gummistiefeln und Matschhose gerüstet, genießen sie sichtlich die Zeit hier. Ganz nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Langweilig ist es ihnen am Tag der offenen Tür ganz sicher nicht. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto "Ein Besuch im Zoo"; daran orientiert sich auch der angebotene Rundgang. Schon am Morgen hat Uli Roth zusammen mit dem Leiter Heinz Waegner die Veranstaltung eröffnet und den Verein "Kinder-Initiative Strahlenburg" vorgestellt, der die Schirmherrschaft übernommen hat.

Lange haben Heinz Waegner und seine Frau Petra sich auf diesen Tag vorbereitet. Die vielen strahlenden Gesichter der Kinder sind der Beweis, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Hinter all dem stecken Menschen mit unterschiedlichen Geschichten und Schicksalen, die zeigen, wie wichtig die Wiedereingliederungshilfe der Stadtmission Heidelberg ist, die den Mühlenhof betreibt.

"Zu uns kommen beispielsweise Wohnungslose, denen wir eine Tagesstruktur bieten. Wir arbeiten damit nah am Arbeitsmarkt", sagt Waegner. Dass viel Arbeit, Freude und Liebe der Obdachlosen und Behinderten dahinter steht, ist an jeder Ecke spürbar - zum Beispiel an dem kleinen Garten, der mit liebevollen Details angelegt worden ist.

Beim Rundgang kann man Bogenschießen, mit einem Seilmobil fahren oder im Streichelzoo die "Nadel im Heuhaufen suchen", die hier durch eine viel attraktivere Gummibärchenpackung ersetzt wurde. In der Box daneben kuscheln Eltern und Kinder mit den Schafen. Direkt gegenüber liest man auf einem selbst gemalten Bild eine reizende Liebesbekundung: "Luise, du bist mein Lieblingspferd". Dieselbige und das Pony Lutz Lehmann stehen dahinter und begutachten das rege Treiben. Auf dem Hof leben ebenfalls zwei Meerschweinchen, die jetzt von Kindern umringt sind.

Auch ein wärmendes Lagerfeuer brennt, über dem Stockbrote geröstet werden können. Beim Geschicklichkeits-Baggern ist dann Konzentration gefragt, um ein Gewicht von A nach B bewegen zu können. Nicht nur für Kinder gibt es viel zu entdecken, auch die Erwachsenen haben ihren Spaß am Rundgang und unterhalten sich bei einer Tasse Kaffee.

Aus einer anderen Ecke duftet es nach heißen Bratwürsten. Ein Stand mit selbstgemachter Marmelade, Honig, Schafsfellen und selbst genähten Kissen lockt die Besucher an. Das eine oder andere Mal hört man ein Schaf blöken. Links neben dem überdachten Reitplatz wird gerade eines geschoren. Nur noch selten hat man die Gelegenheit, diese Kunst von Nahem zu beobachten. Hier steht man nur wenige Meter vom eindrucksvollen Schäfer und dem surrenden Gerät entfernt - Bauernhof hautnah als echtes Erlebnis.

In der großen Reithalle treten unterdessen die "Pinguine" mit ihrem Voltigierprogramm auf: Einmal in der Woche trainiere die Gruppe, die normalerweise aus acht Kindern bestehe, darunter ein behindertes, sagt Anna Waegner. "Dabei kommt es auf Balance und aufeinander Rücksicht nehmen an", sagt sie. Drei kleine gelbfüßige Frackträger watscheln hintereinander durch die Halle und nutzen die Pferde als tierische Eisschollen. Märchenhafte Musik unterstreicht die atemberaubende Darbietung. Dafür ernten sie auch den anerkennenden Applaus des Publikums.

So kommt es, dass sich mancher Gast trotz des Regenwetters, als der Heimweg ansteht, gar nicht vom Mühlenhof trennen mag.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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