30.05.2017

Schriesheimer Theatergruppe "Die Rebläuse"

Nichts scheint bei dieser Probe zu passen

Und das soll so sein – Die RNZ hat die Laienschauspielgruppe bei den Vorbereitungen für ihr neues Stück beobachtet

Von Carolina Paul

Schriesheim. Die Kulisse ist zwar noch improvisiert, und an den Kostümen fehlen die letzten Details, aber Spaß bereitet das neue Stück den Rebläusen schon jetzt. Im "Gelben Haus" auf dem Gelände des Talhofs proben sie gerade den Beginn des ersten Akts von "Ein Mordstheater".

Alles scheint, als würde hier ein klassischer englischer Krimi eingeübt. Aber irgendetwas stimmt nicht. Irritierend ist die überdeutliche Aussprache von Gina Rocco, die die Ginette Vincent spielt. Und Angelika Strelow-Reichardt sitzt hinter dem Vorhang auf einem Stuhl, statt am Geschehen teilzuhaben. Plötzlich hallt eine kräftige Männerstimme durch den Saal. "Halt! Das ist ja furchtbar!"

Wer stört die Probe? Warum ist er so unverschämt? Und wieso reagiert Regisseurin Tanja Götemann nicht auf den Mann, sondern schaut ihm auch noch zu?

Es dauert einige Sekunden, bis man versteht, was hier wortwörtlich gespielt wird: Es ist ein Stück im Stück, das die Rebläuse einüben. Der Störenfried heißt Ralph Kaiser, gehört zum Schauspielensemble und verkörpert im Theaterstück den Regisseur Boris Smolensky. Anders als es sicher in der Realität in Schriesheim bald ablaufen wird, klappt in "Ein Mordstheater" kurz vor der Premiere noch überhaupt nichts. Die Darsteller zeigen zu wenig Emotionen, der unechte Revolver macht Zicken. Da platzt Smolensky schließlich der Kragen und er macht seinem Ärger Luft.

Im wahren Leben kann Rebläuse-Regisseurin Tanja Götemann auf derartige Wutanfälle glücklicherweise verzichten, denn Susanne Beier, Helmut Weishaar, Anja Filler, Birte Beier, Jürgen Stahl und Angelika Strelow-Reichardt geben trotz der heißen Temperaturen an diesem frühsommerlichen Sonntag ihr Bestes. Genauso wie Gina Rocco und Ralph Kaiser, die ganz frisch dabei sind.

Allem Eifer zum Trotz stehen sie im gerade erst renovierten "Gelben Haus" mit den ständigen Rollenwechseln vor einer großen Herausforderung: Anfangs habe sich der Ausstieg aus der Rolle hinein in den gewöhnlichen Charakter schwierig gestaltet, erklärt Regisseurin Götemann. Aber das haben "die alten Hasen" nach kurzer Gewöhnungszeit gut umsetzen können.

Mit drei kurzen und prägnanten Liedern wollen die Rebläuse auch dieses Mal wieder die Theaterbesucher begeistern, wenn denen sich die Frage stellt, ob der Mord auf der Bühne nun wirklich passiert ist oder nur Teil der Slomensky-Inszenierung ist. Die Lösung erfahren die Zuschauer am Freitag, 30. Juni, wenn die Rebläuse mit "Ein Mordstheater" im "Gelben Haus" auf dem Gelände des Talhofs Premiere feiern. Weitere Aufführungen sind am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juli, am Freitag, 7. , Samstag, 8., und Sonntag, 9. Juli, geplant.

Info: Karten gibt es in "Utes Bücherstube" in der Heidelbergerstraße und im Internet unter www.mac-ticket.de.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung