12.06.2017

Gigantischer Zuspruch nach Flaute im Vorjahr

Bergwerksfest war bei bestem Sommerwetter für Organisatoren ein voller Erfolg - T-Band und Dixieband als musikalische Höhepunkte

Von Carolina Paul

Schriesheim. Angenehme Temperaturen und wolkenloser Sonnenschein boten beste Voraussetzungen für das 32. Bergwerksfest: Und so lockten Führungen durch die historische Grube Anna-Elisabeth, Live-Musik und ausgiebige Bewirtung am Wochenende zahlreiche Besucher auf das Gelände nahe der Talstraße. Schon am Donnerstag hatten die rund 40 Helfer mit dem Aufbau der Garnituren und der Stände begonnen.

Kurz nach Beginn der Feier am Samstagnachmittag hatten schon die ersten Kinder den großen Betonblock neben den alten Förderwagen für sich entdeckt: Mit Schlägel und Eisen, wie es in der Bergmannssprache heißt, versuchten sie dort, kleine Glitzersteine aus dem Block zu lösen. Wem es gelang, einen der kleinen bunten Steine aus dem harten Material zu lockern, durfte diesen selbstverständlich mit nach Hause nehmen. Etwas leichter ließ sich dagegen der weiche Sand hinter der Bühne bearbeiten. Dort war ein Sandkasten mit Schaufeln und Eimern aufgebaut, in dem sich die jüngsten Gäste nach Lust und Laune austoben konnten.

Währenddessen ließen es sich die Eltern und Großeltern auf dem großen Platz vor dem Schachthaus schmecken. Für den ein oder anderen hieß es danach nämlich: Ab in den Stollen. Mit gelbem Schutzmantel und Helm ausgestattet konnte man bei mehreren Führungen das mittelalterliche Silberbergwerk erkunden. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden hier Blei- und Silbererze abgebaut. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden dann Eisenerze gewonnen.

1985 kam eine Gruppe Schriesheimer auf die Idee, das Bergwerk für Besucher zugänglich zu machen und schloss sich mit dem Verkehrsverein zusammen. Seitdem werden regelmäßig Ausbauarbeiten, Reparaturen und Führungen von den Mitgliedern des Bergwerkvereins vorgenommen, und jedes Jahr wird das traditionelle Bergwerksfest auf dem alten Gelände gefeiert.

Über die Jahre ist es dabei zu einem festen Termin im Kalender vieler Bürger geworden, denn auch dieses Mal spazierten wieder Hunderte Gäste zur Grube Anna-Elisabeth und genossen die Atmosphäre. Einen Höhepunkt in Sachen Stimmung gab es schon am Samstagabend, als die "T-Band" ihr musikalisches Repertoire zum Besten gab. Es wurde erzählt, gelacht, geklatscht und gesungen. Einige Gäste hielt es nicht mehr auf den Bänken, sie schwangen das Tanzbein und forderten am Ende noch etliche Zugaben.

"Es war ein gigantischer Abend und besser, als wir es uns in unseren kühnsten Träumen hätten ausmalen können. Eine tolle Stimmung", freute sich Kassierer Herbert Machatschek, denn die Einnahmen kommen den monatlichen Unterhaltskosten und dem weiteren Ausbau des Bergwerks zugute.

Musikalisch ging es auch am Sonntag weiter, als die Dixieband von Eugen Fallmann beim Frühschoppen für die passende Atmosphäre sorgte. Der Schriesheimer "Jazz-Papst" Fallmann selbst konnte wegen Krankheit nicht dabei sein, ließ sich aber durch Ottmar Schmitt an den Drums und durch Freddie Münster in der Bandleitung vertreten. Als "Special Guest" war auch Tim Allan, Banjospieler aus Kanada, mit dabei, der als einer der besten seines Fachs gilt.

Während die Erwachsenen der Jazzmusik lauschten, konnten sich die Kinder von Britta Hoffmann ihr Gesicht schminken lassen. Trotz der hohen Temperaturen waren auch am Sonntagnachmittag viele Gäste gekommen, sodass das Helferteam zur großen Freude Machatscheks allerhand zu tun hatte.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung