18.06.2017

Wasserratten haben die Qual der Wahl

RNZ-Autorin Karin Katzenberger-Ruf hat zum Wochenende die Freibäder in Schriesheim, Weinheim und Ladenburg getestet

Über 25 Jahre ist es inzwischen her, dass eine Bürgerinitiative in Schriesheim das von der Schließung bedrohte Waldschwimmbad rettete. Inzwischen hat die Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Waldschwimmbades (IEWS) rund 6000 Mitglieder, die einen Jahresbeitrag zwischen 11 und 57 Euro entrichten. Dafür haben sie das Schwimmbecken morgens von 8 bis 10 Uhr und abends von 18.30 Uhr bis 21 Uhr für sich alleine.
Hintergrund

Waldschwimmbad Schriesheim

> Adresse: Talstraße 186.

> Eintrittspreise: 4 Euro, Jugendliche (bis 17) 2 Euro, Kinder (bis 14) 1 Euro.

> Öffnungszeiten: 10 bis 18.30 Uhr, für Mitglieder 8 bis 10 Uhr, 18.30 bis 21 Uhr.

Verpflegung: Kiosk und Restaurant. Grillen ist nicht erlaubt.

Freizeit-Angebot: Liegewiese, Beachvolleyball- und
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Zur Anlage gehören zwar nur ein Schwimmerbecken mit Nichtschwimmerbereich samt Rutsche sowie ein Planschbecken. Dafür ist sportliches Schwimmen auf 50 Metern Länge zu den "Vereinszeiten" möglich. Die Gastronomie spielt vor Ort eine große Rolle. Zum Saisonstart wurde dieser Bereich neu gegliedert. Neben Würstchen und Pommes Frites stehen frische Salate, aber zum Beispiel auch das "Schwimmbad-Frühstück" auf der Speisekarte. Einige Vereinsmitglieder kommen auch nur zum Essen ins Waldschwimmbad.

Von der Liegewiese führt eine kleine Brücke über den Bach zu einem Beachvolleyballfeld, auch Boule lässt sich im Waldschwimmbad gut spielen. Außerdem gibt es eine "Show-Bühne" für Live-Musik und sonstige Veranstaltungen. Neu ist eine nach Westen ausgerichtete Liegeterrasse für Sonnenanbeter. Am 19. Juni beginnt zudem eine kostenlose "Fitness-Woche" mit täglich wechselndem Programm an Sportkursen im Wasser.
Hintergrund

Turnerbad Weinheim

> Adresse: Gorxheimertalstraße 40.

> Eintrittspreise: 3,60 Euro, Kinder 2,40 Euro.

> Öffnungszeiten: 9 bis 20 Uhr, Di. und Do. "Frühschwimmen" ab 7 Uhr.

> Verpflegung: Kiosk mit umfangreichem Angebot. ● ● ●

> Freizeit-Angebot: 50-Meter-Familienbecken mit Strandbereich, große Liege- und Spielwiese. ● ● ●

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"Vormittags, wenn es warm, aber leicht bewölkt ist, haben Sie hier ihren Privat-Pool", verrät Rosi Lang. Zusammen mit Kasim Ertanir bewirtschaftet sie seit 2005 den Kiosk im sogenannten "Turnerbad" Weinheim. Damals war das 1918 eröffnete Bad in Trägerschaft der örtlichen TSG gerade frisch renoviert worden.

Im Freibäder-Vergleich zwischen Weinheim, Schriesheim und Ladenburg schneidet es gut ab: Schon wegen der breiten Rutsche ins Nichtschwimmerbecken, dem Strudel in der Mitte und den Massagedüsen. Für sportliche Schwimmer sind im Becken nebenan stets zwei Bahnen reserviert. Am Wochenende des 1. und 2. Juli geht dort zudem das "Gorxheimertal Schwimmfest" über die Bühne. Kinder können sich auf einem Spielplatz austoben, Jugendliche und Erwachsene auf Ballspielfeldern. Döner, Bauernsalat, Vegetarisches, aber auch preiswerte Tagesgerichte gehören zum kulinarischen Angebot am Kiosk. Kaffee und Kuchen gibt es zum Pauschalpreis. Neu ist das kostenlose WLAN.

"Wer mal hier war, kommt gern immer wieder", sagt Senol Genc, stellvertretender Leiter im Freibad Ladenburg. Wegen seiner Lage nahe der Feldwege am Neckar und an der Fähre ist das Bad ein beliebtes Ausflugsziel, das gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar ist. Seit der letzten größeren Renovierung 2013 gibt es auch dort eine breite Wasserrutsche. Der Sprungturm, von dem man in drei und fünf Metern Höhe den Absprung machen kann, blieb erhalten.
Hintergrund

Freibad Ladenburg

> Adresse: Neckarstraße 60.

> Eintrittspreise: 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

> Öffnungszeiten: 10 bis 20 Uhr.

> Verpflegung: Kiosk mit Standard-Angebot an Speisen. ● ●

> Freizeit-Angebot: Zwei Beachvolleyball-Felder, schattiger Kinderspielplatz. ● ● ●

> Attraktionen: 20-Meter-Rutsche, Drei-/Fünf-Meter-Sprungturm. ● ●
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Auf dem Gelände stehen auffallend viele Bäume, auch mediterran anmutendes Nadelgehölz. Sie sind Garanten für viele Schattenplätze, machen aber auch reichlich Arbeit. Nach Gewittern mit Sturmböen müssen öfter abgebrochene Zweige aufgelesen oder Blätter aus dem Schwimmbecken gefischt werden. Unkompliziert gestaltet sich dagegen die Speisekarte: Pommes, Würstchen und Eis gehören zum klassischen Angebot am Kiosk. In neuer Optik erscheinen die Umkleidekabinen in zwei Leuchttürmen am Beckenrand.

Ab dem 3. Juli soll außerdem der vom Freibad-Förderverein spendierte Kinderspielplatz samt Kletterburg fertig sein. Der Förderverein ist ein gemeinnütziger Verein, der sich den Erhalt und die Weiterentwicklung des Ladenburger Freibads zum Ziel gesetzt hat und sich dafür regelmäßig unter anderem bei Arbeitseinsätzen ehrenamtlich einbringt.

Das Fazit: Drei Bäder mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Stärken, die aber alle (mindestens) einen Besuch wert sind.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung