13.07.2017

Ein Happy End mit Neuanfang

Kieren Jäschke wurde am Sonntag feierlich als evangelischer Pfarrer eingeführt - Anschließend Gemeindefest mit buntem Programm

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Ein kleines Hindernis galt es für den Neuen noch zu überwinden: Als Pfarrer Kieren Jäschke zur Segnung durch Dekanin Monika Lehmann-Etzelmüller an den Altar seiner neuen Arbeitsstätte trat, war die Kniebank schon besetzt: Seine Tochter Karlotta lag schon auf dem komfortablen Polster. Doch nach einer kurzen Verzögerung war mit Jäschkes "Ja, mit Gottes Hilfe" die Zeit ohne zweiten Pfarrer in Schriesheim vorbei.

"Ende gut - alles gut!" lautete das passende Motto für den abwechslungsreichen Gottesdienst in der voll besetzten Kirche und das anschließende Gemeindefest. Für Jäschke ging es dabei aber weniger um seine Ankunft in Schriesheim als um eine grundsätzliche Sehnsucht des Menschen nach einem Happy End. Das sah auch die Gemeinde so: Eine deutliche Mehrheit votierte im Gottesdienst für Filme mit einem glücklichen statt einem tragischen Ende.

Dafür seien aber Krisen notwendig, in denen sich der Protagonist bewähren kann, so Jäschke. Als Beispiel nannte er Josef, den "verzogenen Fratz", der von seinen Brüdern als Sklave verkauft, ins Gefängnis geworfen und schließlich zum zweitmächtigsten Mann in Ägypten wird. "Wir dagegen wünschen uns im Alltag doch meistens langweilige Geradlinigkeit", sagte Jäschke und forderte dazu auf, an Gott festzuhalten, das Beste aus den eigenen Möglichkeiten zu machen und darauf zu vertrauen, dass es mit Gott ein Happy End geben wird.

Dass fröhliches Feiern an Jäschkes neuem Arbeitsplatz große Bedeutung hat, hob Bürgermeister Hansjörg Höfer beim anschließenden Sektempfang in der Kirche hervor: "Wir haben gestern extra schon vor Ihrer Haustür für Sie gefeiert", so Höfer in Bezug auf "Schriesheim jazZt". Er hoffe, dass Jäschke als neuer Pfarrer auch technisch bewandert sei: "Diese Gemeinde baut gern."

Es war der Auftakt zu einer ganzen Reihe an Grußworten von Vertretern der Katholischen Kirchengemeinde, der Evangelischen Johannesgemeinde Altenbach, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde und der politischen Gemeinde. "Ein Pfarrerwechsel ist immer eine große Sache", sagte Thomas Rufer, Vorsitzender des Ältestenkreises in der Ostpfarrei. Sein Dank ging an alle Ehrenamtlichen, die in der Zeit seit Lothar Mößners Wechsel nach Kleinsteinbach zusätzlich Verantwortung übernommen hatten. "Dank dieses Einsatzes ist nichts eingebrochen", so Rufer.

Auch Pfarrerin Vera Schleich, noch bis August als Vertretung aktiv, dankte Rufer. Schleich war zu diesem Zeitpunkt schon als Helferin am Getränkestand aktiv, holte sich die Komplimente daher etwas verspätet ab. Pfarrerin Suse Best und Gemeindediakon Klaus Nagel hatten in den vergangenen Monaten ebenfalls zusätzliche Aufgaben übernommen. "Es ist höchste Zeit, dass jetzt etwas Entlastung kommt", so Rufer. Doch zunächst wurde am Sonntag erst einmal gefeiert: Bei strahlendem Sonnenschein hatten viele ehrenamtliche Helfer ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken sowie ein buntes Programm mit Spielmobil, Kickerturnier, Line Dance, Kasperletheater, einer Orgel- und einer Turmführung sowie Musik von Posaunen-, Kinder- und Jugendchor vorbereitet.

Auch eine neue App, die als erweiterter "Audioguide" mit Videos und einer Andacht durch die Stadtkirche führt, wurde vorgestellt und getestet. Verfügbar ist sie unter www.kirchenapp.de/77.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung