18.07.2017

Kritisierte Firma soll weitere Straße in Schriesheim sanieren

Baugesellschaft Hauck bei öffentlicher Ausschreibung günstigster Bieter - Gemeinderat beschäftigt sich auch mit Kindergarten-Neubau

"Top-Kolonne" bei der Arbeit: In der Schillerstraße geht die Sanierung schnell voran. Wegen monatelanger Verzögerungen im Dossenheimer Weg, der Oberen Bergstraße und im Burgweg sah sich das Unternehmen zuvor jedoch Vorwürfen seitens der Stadt ausgesetzt. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. "Wir werden bei zukünftigen Maßnahmen genau prüfen müssen, an welche Firma wir den Auftrag vergeben", hatte Bauamtsleiter Markus Schäfer Ende Juni noch in der Gemeinderatssitzung gesagt. Dort informierte er über den Grund der monatelangen Verzögerungen und laut Stadt mangelhaften Arbeiten an Gehwegen durch die Baugesellschaft Hauck, unter anderem im Dossenheimer Weg und der Oberen Bergstraße. Am Mittwoch soll das Gremium nun aber nach dem Willen der Stadtverwaltung genau dieses Unternehmen mit einer weiteren Sanierung beauftragen: den Arbeiten im Steinschleifenweg.

Die Stadt hat hier nicht viel Spielraum: "Aufgrund der Bausumme ist eine öffentliche Ausschreibung zwingend vorgeschrieben", sagt Schäfer. Die Baugesellschaft Hauck gab mit knapp 990.000 Euro das wirtschaftlichste Angebot ab, drei andere Unternehmen würden das Projekt für mehr als eine Million Euro umsetzen. Die Stadt muss davon etwas mehr als 311.000 Euro zahlen. "Neben vertraglich geregelter Sicherheiten wird die Verwaltung dafür Sorge tragen, dass die Baumaßnahme entsprechend des Bauzeitenplans durchgeführt wird", so Schäfer.

Auch in der Schillerstraße ist die Baugesellschaft Hauck aktiv. Nach Schäfers öffentlicher Kritik hatte die Firma angekündigt, dort eine "Top-Kolonne" einzusetzen. Bisher gehen die Arbeiten schnell voran, auch auf gehbehinderte Anwohner im Betreuten Wohnen der AWO wurde Rücksicht genommen. Offiziell beauftragt ist die Firma mit den Arbeiten bisher aber noch nicht. "Die Vergabe wurde schon im Vorfeld aufgrund des engen Zeitfensters mit dem Gemeinderat abgestimmt", erklärt Schäfer das Vorgehen. Kosten wird die Sanierung knapp 200.000 Euro. Ebenfalls saniert werden soll die Sofienstraße, der Baubeginn ist für den 1. September vorgesehen. Hier gab die Firma Rapp aus Mosbach mit knapp 967.000 Euro das wirtschaftlichste Angebot ab, die Stadt zahlt davon etwas mehr als 360.000 Euro.

Zweiter großer Punkt auf der Tagesordnung des Gemeinderats am Mittwochabend ist der Neubau des Kindergartens Kurpfalzstraße: Das Büro "Klinkott Architekten" aus Karlsruhe wird seine finalisierte Entwurfsplanung nach den Vorgaben des Gremiums und die aktuelle Kostenberechnung vorstellen.

Fast vier Millionen Euro soll der zweigeschossige Neubau kosten, das alte Gebäude der "Kinderschachtel" soll Ende des Jahres abgerissen werden. Die Kinder ziehen aber schon nach der Sommerpause in die Container des Schülerhorts "Pfiffikus" in die Conradstraße um, während letztere Einrichtung zuerst Räume in der Strahlenberger Grundschule und spätestens bis zum Mathaisemarkt den Neubau beziehen soll.

Die Verwaltung soll am Mittwoch auch gleich damit beauftragt werden, einen Bauantrag für das neue Kindergartengebäude in der Kurpfalzstraße beim Landratsamt einzureichen. Allerdings wurde der Pachtvertrag für das Gelände, das der Evangelischen Kirchengemeinde gehört, noch nicht verlängert. "Für die Bauantragsstellung ist eine finale Klärung der Grundstücksverhältnisse nicht ausschlaggebend", so Schäfer, "die Stadt befindet sich hier aber in finalen Zügen."

Geklärt sind nach der Ortschaftsratssitzung in Altenbach eine Gebührenerhöhung und eine Umstrukturierung der Betreuungsangebote im Kinderhaus "Räuberhöhle". Auch der Zuschuss für die Kinderkrippe der AWO wird vermutlich keine Diskussionen auslösen.

Info: Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch, 19. Juli, 19 Uhr, Großer Sitzungssaal im Rathaus.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung