16.08.2017

Sckerl erläuterte Programm zur Digitalisierung

Landesregierung will bis 2021 eine Milliarde Euro investieren - Altenbach und Ursenbach sollen von besserer Infrastruktur profitieren

Schriesheim. (zg) Bis 2021 will die Landesregierung rund eine Milliarde Euro in die Digitalisierung investieren, um Baden-Württemberg zur "digitalen Leitregion" zu machen. Wie genau das vonstattengehen soll, erläuterte Landtagsabgeordneter Uli Sckerl kürzlich bei der Kreisversammlung der Bergsträßer Grünen im Gasthaus "Zum Goldenen Hirsch". Digitalisierung betreffe nahezu alle Lebensbereiche der Menschen und der Wirtschaft, müsse gleichzeitig aber immer wieder kritisch hinterfragt werden, lautete das Fazit der Anwesenden. Der Schutz der Daten der Bürger müsse in allen Phasen gewährleistet werden.

"Das grüne Ziel ist klar: Wir wollen die Digitalisierung nutzen, um das Leben der Menschen zu verbessern", sagte Sckerl. Staus und Verkehrsunfälle sollen durch vernetztes und automatisiertes Fahren vermieden werden, Krankheiten mit digital unterstützter Medizin besser bekämpft, die Bildungschancen mit digitalen Medien erhöht und der Energie- und Ressourcenverbrauch mit Hilfe intelligenter Netze gesenkt werden. "Wir wollen den Ländlichen Raum mit digitalen Angeboten stärken und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen auch in Zukunft sichern", so Sckerl.

Es habe schon viele technologische Umwälzungen in der Geschichte gegeben. Anders als die Automatisierung, die hauptsächlich die fertigende Industrie betroffen habe, sei die Digitalisierung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Vorgestellt wurden die Eckpunkte der ressortübergreifenden Digitalisierungsstrategie "digital@bw". Schwerpunkte bilden dabei die Bereiche Mobilität, digitale Start-Ups, "Wirtschaft 4.0", Bildung und Weiterbildung, digitale Gesundheitsanwendungen und die "Verwaltung 4.0". Dazu kommen Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit sowie Datenschutz und Verbraucherschutz.

Die Bergsträßer Grünen-Versammlung stimmte überein, dass das autonome und vernetzte Fahren Mobilität grundlegend ändern könne. Staus zu minimieren und Emissionen zu reduzieren seien wichtige umweltpolitische Ziele. Mit den Testfeldern für autonomes Fahren in Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn arbeitet das Land daran, autonome Fahrzeuge schnellstmöglich auf die Straße zu bringen.

Bildung sei ebenfalls ein Schwerpunktthema der Digitalisierungsstrategie. "So sollen ein verbindlicher Aufbaukurs Informatik in Klasse sieben für alle Schüler und eine landesweite ‚Digitale Bildungsplattform‘ an Schulen eingerichtet werden", sagte Sckerl. Digitalisierung eröffne zudem viele Möglichkeiten in der Diagnose und Therapie von Krankheiten, bei der Prävention, der Krankenversorgung und Pflege, die noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen sind. "Der direkte Kontakt zwischen Arzt und Patient bleibt auch in Zukunft zentraler Bestandteil der Regelversorgung. Digital gestützte Verfahren können ihn jedoch ergänzen", betonte Sckerl. Telesprechstunden könnten in den Abendstunden sinnvoll sein. Dafür habe Baden-Württemberg als einziges Bundesland das Fernbehandlungsverbot gelockert. Auch der Kampf gegen schwere Krankheiten soll erleichtert werden.

"Ohne die richtige Infrastruktur ist bei der Digitalisierung alles nichts. Wir brauchen das schnelle Internet in der Fläche, auch überall in der Metropolregion. In Altenbach wie in Ursenbach", sagte Sckerl. Ab diesem Jahr werde die Landesregierung jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag in den Ausbau des Breitbandnetzes investieren.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung