19.10.2017

"Blinklichter-Theater" in Schriesheim: Kinder kämpften gegen Ritter Wüterich

Sie halfen dem kleinen "Ritter Trenk" - "Blinklichter-Theater" begeisterte mit seiner Vorstellung in der Stadtbibliothek

Wolfgang Messner (l.) und Werner Ries vom "Blinklichter-Theater" hatten für ihre Vorführungen die unterschiedlichsten Figuren mitgebracht - sogar Playmobil-Männchen und Barbiepuppen kamen zum Einsatz. Foto: Dorn

Schriesheim. (zg/ans) Tosender Applaus ertönte, als sich Wolfgang Messner und Werner Ries von ihrem restlos begeisterten Publikum verabschiedeten. Auf Einladung der Stadtbibliothek waren die beiden Theaterpädagogen des "Blinklichter-Theaters" mit dem Stück "Der kleine Ritter Trenk" aus St. Leon-Rot nach Schriesheim gekommen.

"Leibeigen geboren, leibeigen gestorben, leibeigen ein Leben lang", so heißt es darin. Eine schreckliche Ungerechtigkeit, findet der kleine Trenk vom Tausendschlag. Er ist als Sohn eines Bauern geboren worden und somit, genau wie seine ganze Familie, Leibeigener des Ritters Wertolt Wüterich. Als sich der Ritter seinen jährlichen Ernteanteil von Trenks Familie abholen möchte, kann der Vater ihm erneut nichts anbieten.

Wie schon in den Vorjahren ist die Ernte schlecht ausgefallen, und Haug Tausendschlag muss deswegen ersatzweise ins Gefängnis. Trenk will sich gegen diese Grausamkeit zur Wehr setzen und seinen Vater befreien. Das Gesetz besagt schließlich: Wer als Leibeigener ein Jahr lang in der Stadt lebt, ohne von seinem Ritter eingefangen zu werden, ist ein freier Bürger. Gemeinsam mit seinem Ferkel macht sich Trenk deswegen auf den Weg in die Stadt.

Durch einen glücklichen Zufall kommt er zur Burg des dicken Ritters Hans Hohenlob, der zustimmt, Trenk zum Ritter auszubilden. Gemeinsam mit Hans’ Tochter Thekla lernt Trenk alles, was einen guten Ritter ausmacht. Bald können die beiden reiten und beherrschen den Umgang mit Lanze und Schwert, um sich im Ernstfall gegen einen Drachen wehren zu können. Als der dicke Hans von Hohenlob vom fürchterlichen Wertolt Wüterich zum Zweikampf bei einem Ritterturnier herausgefordert wird, bekommt er es allerdings mit der Angst zu tun.

Hans möchte nicht kämpfen, und außerdem passt er schon jahrelang nicht mehr in seine Rüstung. Trenk jedoch sieht seine große Chance und beschließt, anstelle von Hans selbst gegen Wertolt zu kämpfen. Denn der Sieger des Duells hat einen Wunsch frei, den der Verlierer erfüllen muss. Gemeinsam mit Thekla und jeder Menge Tricks schafft Trenk es schließlich, den Ritter Wüterich zu besiegen. Sein Wunsch ist klar: Alle Leibeigenen sollen frei kommen. "Und bald heißt es im ganzen Land: Leibeigen geboren, frei gestorben, tapfer, mutig und lustig ein Leben lang." Mit zahlreichen liebevoll gestalteten Utensilien hatte das "Blinklichter-Theater" die Zuhörer schnell in seinen Bann gezogen. Es kamen sowohl selbst hergestellte Puppen zum Einsatz als auch beispielsweise Playmobil-Figuren und Barbiepuppen.

Und spätestens als dann sogar einige der kleinen Zuschauer selbst eingreifen und gegen Wertolt Wüterich kämpfen durften, waren sich alle einig: eine besonders gelungene Veranstaltung.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung