19.10.2017

Schriesheimer Zehntkeller: Über Sanierungsmängel und eine angebliche Kostenbeteiligung

Architekt Manfred M. Fischer widerspricht im RNZ-Interview bei Mängeln am Zehntkeller-Fluchtweg den Aussagen der Stadt

"Die Frage ist, wie der Bürgermeister zu dieser Aussage kommt", sagt Architekt Manfred M. Fischer. Mit ihm habe die Stadt nie darüber gesprochen. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. "Dieses leidige Thema", sagt Manfred M. Fischer und seufzt. Monatelang wurde über die von ihm geplante Sanierung des Zehntkellers diskutiert und geschrieben: Etwa 650.000 Euro hatte die Stadt in ihre "gute Stube" investiert, doch pünktlich zum Mathaisemarkt wurden Mängel an einer Fluchttreppe festgestellt. Im April erklärte Bürgermeister Hansjörg Höfer im RNZ-Interview, Fischer werde sich an den Kosten für die Mängelbeseitigung beteiligen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung lobten Mitglieder des Gremiums dieses Vorhaben, obwohl das Projekt weniger kostete als geplant. "Ich muss deswegen mal ein paar Sachen klarstellen", sagt der 67 Jahre alte Heidelberger Architekt, "es geht nämlich irgendwann auch um Rufschädigung."

Herr Fischer, im April hatte Bürgermeister Höfer angekündigt, Sie als Architekt würden sich an den Kosten für die Nachbesserungen im Zehntkeller beteiligen. Stimmt das?
Nein. Die Frage ist, wie der Bürgermeister zu dieser Aussage kommt, ohne mit mir jemals über das Thema auch nur einen einzigen Satz gesprochen zu haben. Ich wurde nie gefragt. Es gibt keine Kostenbeteiligung.

Aber stehen Sie als Architekt nicht wegen der entdeckten Mängel an der Fluchttreppe in der Verantwortung?
Ja, aber nicht als Kostenbeteiligter. Diese Annahme beruht auf der Aussage, dass vor dem Mathaisemarkt eine Abnahme stattgefunden habe. Das war aber eine Besichtigung.

Was ist da der Unterschied?
Diese Besichtigung läuft im Rahmen des Mathaisemarktes routinemäßig an allen Orten, an denen Veranstaltungen stattfinden. Das war keine Endabnahme der Baustelle. Wir hatten mit der Stadt zum Beispiel vereinbart, dass wir den Handlauf an der Fluchttreppe erst nach dem Mathaisemarkt anbringen.

Was ist mit den unterschiedlichen Höhen der Treppenstufen?
Die Außentreppe ist da seit vielen Jahren und hatte oben unterschiedliche Stufenhöhen. Die mussten erneuert werden. Was hat das mit Kosten für den Architekten zu tun? Nichts. Mängel an der Innentreppe haben die Handwerker übernommen. Das ist in Ordnung gebracht, fertig. Es gab keine Mehrkosten für die Stadt, und am 27. Juli wurde eine mangelfreie Abnahme durchgeführt. Das ist auch der Stadt bekannt.

Haben Sie aus Ihrer Sicht bei der Zehntkeller-Sanierung Fehler gemacht?
Nein. Ein Mangel ist etwas, das man relativ leicht beheben kann. Wenn bei der Schlussabnahme schwere Mängel entdeckt worden wären, die nicht behebbar sind, dann hätte ich sagen müssen: Ich habe Mist gebaut. Aber bei der Besichtigung fehlte an einer Stufe die Durchlaufhöhe, ein kleiner Handlauf und die Stufen mussten nachgebessert werden. Das war keine große Schwierigkeit. Und es gab keine Mehrkosten.

Wie bewerten Sie die Kommunikation der Stadt in dieser Angelegenheit?
Ich habe es bedauert, dass man mich nach dem Mathaisemarkt nicht mal angesprochen hat. Das wäre leichter gewesen. So haben sich schnell Gerüchte von Pfusch, höheren Kosten und angeblicher Kostenübernahme verbreitet. Da muss ich jetzt etwas tun, um das klarzustellen.

Im Gemeinderat wurde auch Kritik an der Akustik im sanierten Keller laut. Wie stehen Sie dazu?
Es mag sein, dass man da ein paar akustische Probleme hat. Ich habe da auch selbst schon Vorschläge zur Nachbesserung gemacht. Zum Beispiel haben wir vom Wirtschaftskontrolldienst die Vorgabe bekommen, ein Segel über der Theke anzubringen. Da könnte man passend zum Zehntkeller etwas Besseres bauen. Aber das war nie Thema der ursprünglichen Sanierung. Dazu muss es aber schlicht und ergreifend einen Auftrag geben, das kann ich als Architekt nicht einfach so machen.

Hätte man das nicht während der Sanierung schon machen können?
Ja. Es wurde ja die Frage laut, warum keine Messungen gemacht worden sind. Dann muss man aber von vornherein auch die Vorgabe machen: Wir brauchen hier ein Konzerthaus, einen Jazzkeller oder einen Raum für Kabarettveranstaltungen. Das war nicht gefragt. Aber eine Verbesserung wäre kein Problem.

Würden Sie denn nach Abschluss des Projekts sagen, Sie haben etwas dazugelernt?
Ich lerne mit jedem Projekt, das ich mache, dazu. Und wir haben als Büro bereits etwa 400 realisiert. Die Vorgabe mit dem Handlauf an diesem Teilstück war für mich zum Beispiel neu, aber aus meiner Sicht nachvollziehbar und leicht zu beheben.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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