06.11.2017

Halloween-Party im Bergwerk Schriesheim

Hinterm schwarzen Vorhang wartete das Reich der Finsternis

Eine Halloween-Party vom Feinsten mit Feuerschau und Grusel-Erlebnissen lockte die Gäste ins Besucherbergwerk

Die Aktiven des Bergwerksvereins hatten bereits zum elften Mal Sorge dafür getragen, dass die Jugend ihre Grusel-Fantasien in der Grube ausleben konnte. Foto: Dorn

Von Carolina Paul

Schriesheim. Wer zu Fuß über die Talstraße kam, hatte am Dienstagabend keine Schwierigkeiten, die Halloween-Party im Besucherbergwerk "Grube Anna-Elisabeth" zu finden. Pfeile und Fledermäuse, die die Helfer auf die Gehwege gesprüht hatten, wiesen den Weg. Flackernde Laternen sorgten für das nötige Licht. Oben auf dem Feierplatz angekommen, loderten kleine Lagerfeuer in eisernen Kesseln. Um sie herum wärmesuchende Kreaturen, deren gruselige Gesichter vom Schein des Feuers erleuchtet wurden.

Viele Skelette und einige Hexen wandelten umher und versammelten sich vor der Bühne, wo mehrere Feuerkünstler mit den Flammen tanzten. Ein Teufel ließ dabei eine Glaskugel spielend über seine Haut gleiten, bevor er eine Andere in Brand setzte. Anstatt das brennende Ding fallenzulassen, ließ er es in seiner Hand ruhen und spielte damit. Es waren Freunde von Vereinsmitgliedern, die alle zehn Minuten mit unterschiedlichen Attraktionen das Publikum unterhielten, während dieses in langen Schlangen auf den Einlass ins Bergwerk wartete. Über 100 Gäste wollten die Tour durch die Grube mitmachen, bei der sie völlig auf sich alleine gestellt waren.

Vom beleuchteten Vorraum ging es durch einen schwarzen Vorhang hinein in die Dunkelheit. Am Anfang leuchteten noch kleine Lichter, sodass man sich im dichten Nebel nicht verlief, dann wurde es aber stockdunkel und kalt. Man sah die eigene Hand vor Augen nicht. Plötzlich: eine hinkende Gestalt in der Ferne, die immer näher zu kommen schien. Grauenhafte Schreie aus den Lautsprechern taten ihr Übriges. Weiter ging es im Mittelstollen, wo der Sensenmann und ein Skelett den Weg versperrten.

Aber die (Un-)Toten hatten ein Einsehen, wussten sie doch genau, dass schon um die Ecke der nächste Schreck auf die Besucher wartete. Wie aus dem Nichts schrien gruselige Geschöpfe die Gäste aus der Finsternis an. Eine schaurig schöne Gänsehaut zog sich über den Rücken: Wo würde sich wohl die nächste Gefahr verstecken? Immer wieder wagten die Kinder einen Blick hinter sich, um sich zu vergewissern, dass auch kein Halbtoter sie verfolgte. "Aah, Hilfe!", schallte es manchmal durch die Gänge.

Am sogenannten oberen Wetter, dem Ausstieg aus dem Bergwerk, angekommen, war der ganze Spuk aber wieder vorbei. Man befand sich jetzt oberhalb des Geländes und stieg auf einem kurzen Waldweg wieder hinab zur Feiergesellschaft. Den Weg säumten leuchtende Gespenster, die hoch oben an den Baumästen hingen. Den meisten kam eine kleine Stärkung jetzt gerade recht. Brat- und Feuerwurst, sowie Schmalzbrot sollten die hungrigen Gespenstermägen füllen.

Im Vereinshaus wartete eine kleine Piratenbraut mit Schnuller darauf, dass sie das passende Make-up zum Kostüm bekommt. Britta Hoffmann ist professionelle Körperkünstlerin und führt ihr eigenes Atelier "Body & Face" in Tromm im Odenwald. Sie schminkte die Kinder nach deren Wünschen und konnte sich, was die Menge an Kunden angeht, nicht beklagen. "Wir können uns auf die Helfer immer ganz toll verlassen", freute sich Herbert Machatschek. "Nur mit Mitgliedern wäre das nicht machbar." Ein 30-köpfiges Helferteam aus Vereinsmitgliedern und Freunden des Bergwerks hatte drei Tage lang alles für die große Sause vorbereitet. "Wir haben es uns sozusagen auf die Fahne geschrieben, dass die Jugend im Berg drinnen ihre Ideen verwirklicht", erklärte Machatschek.

Bereits zum elften Mal veranstaltete der Verein die Party und erfreute sich auch am Dienstag wieder hervorragender Besucherzahlen. "Viel Werbung machen wir nicht. In manchen Läden hänge ich Plakate auf, da sind wir sehr dankbar", sagte Machatschek und freute sich über die Bereitschaft vieler Schriesheimer Geschäftsleute, das Bergwerk zu unterstützen. Traurig fände er nur, dass so mancher Laden darüber anders denke und sich nichts aus der Unterstützung der Vereine mache. "Is’ es schon wieder soweit?", würden dagegen die treuen Unterstützer scherzen und mit einem über die Jahre angewachsenen Dekorationsrepertoire wolle man diese Gäste immer wieder aufs Neue begeistern.

Machatschek selbst war übrigens als der "Joker" aus den berühmten "Batman"-Filmen geschminkt und wurde von den Kindern auch als solcher gegrüßt. Bis 21 Uhr wurde auf dem großen Platz noch gefeiert, danach kehrten die kleinen Vampire und Hexen wieder zurück in ihre Gruften.

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Halloween-Party im Bergwerk Schriesheim-2

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung