10.09.2005

Leuthe im Web

SPD-unterstützter Bürgermeisterkandidat stellte seine Homepage vor

Schon viel Schriesheimer Inhalt unter www.erwin-leuthe.de. Die dominante Farbe geht übrigens stark in Richtung „CDU-Orange“. Repro: D
Schriesheim. (nip) Seit Donnerstag ist die Homepage von Bürgermeisterkandidat Erwin Leuthe im Netz, die „ein Bekannter“ für ihn erstellt habe. Mit der programmatisch gut gefüllten Seite sei er seinen Mitbewerbern nun ein Schrittchen voraus, glaubte Leuthe im Pressegespräch: „Bei diesen ist noch nicht so viel zu finden“. Nun war die Vorstellung seiner Homepage nur eines der Themen beim Treffen mit dem Kandidaten, der von der SPD unterstützt wird.

Der 52-jährige Diplomingenieur kam daher detailliert auf die Themen zu sprechen, die ihn als Bürgermeister von Schriesheim gern beschäftigen würden: Stadtplanung, Verkehrsentwicklung (vor allem Branichtunnel und Talstraße), umweltfreundliche Verkehrsarten, Ausbau des Betreuungsangebotes sowie die vermehrte Beteiligung der Bürger an wichtigen Entscheidungen die Stadt und ihre Stadtteile betreffend. Viele Fördertöpfe bis hinauf zur EU-Ebene seien vielen Ehrenamtlichen unbekannt. Dies gelte es zu ändern.

Unter www.erwin-leuthe.de finden sich zu diesen Bereichen Aussagen des Wieslocher Bauderzenenten, der sich im Reigen von drei Mitbewerbern um die Nachfolge von Peter Riehl bewirbt. Freundlich lächelt Leuthe von der ersten Seite unter dem Button „Leuthe“.

Es folgen die Links „erfahren“, „offen“ und „ideenreich“ als eine Art Kurzcharakterisierung, wie Leuthe erklärte. Mit einem Klick lassen sich diese Bereiche öffnen, die klar und gut strukturiert sind und die ihn fachmännisch, freundlich und familiär rüberkommen lassen. Schnappschüsse von Leuthe und kleine Bildansichten von Altenbach, Ursenbach und Schriesheim, darunter auch mit dem Marktplatz der neue Lieblingsplatz des Kandidaten, lockern die Seiten auf und unterstützen diese Absicht. Ein Terminkalender gibt Übersicht auf die kommenden Veranstaltungen, die am 7. Oktober in der Gaststätte „Adler“ beginnen. Am 8. und 14. Oktober folgen Wahlkampfauftritte in Ursenbach und Altenbach. Ab dem 24. September geht es los mit Info-Ständen, wo Erwin Leuthe von 9 bis 13 Uhr Präsenz zeigt. „Zwischendurch werde ich aber auch an diesen Samstagen in Altenbach und Ursenbach unterwegs sein“. Wann und wo er anzutreffen ist, kann ebenfalls auf seiner Homepage nachgelesen werden.

Unter der Rubrik „persönlich“ gibt Leuthe Auskunft über seine Familiensituation. Bedenken, dass seine Patchworkfamilie (Leuthe ist geschieden, hat vier Kinder und eine neue Lebensgefährtin) bei einigen Bürgern in Schriesheim nicht gut ankommen könnte, hat er keine: „Ich habe meine Erfahrungen gemacht und kann mitreden, egal ob es um Themen wie ‘Unterhalt‘ oder ‘Alleinerziehende‘ geht." Falls er gewählt würde, sieht er seinen Lebensmittelpunkt auf alle Fälle in Schriesheim: „Sobald ich eine Wohnung gefunden habe, würde ich umziehen“. Vielleicht nach Ursenbach? Dort sieht er sich als möglicher Sieger: „Im ersten Wahlgang würde ich da sicher als Bester abschneiden“. Sein Ziel ist es sowieso, im ersten Durchgang die Mehrzahl der Stimmen auf sich zu verbuchen. Angesichts der „reichen Bewerberlage“ sei ein zweiter Wahlgang aber wahrscheinlich. Leuthe bescheinigt sich selbst eine gewisse Zähigkeit, die den Sozialdemokraten in 14-jähriger Planertätigkeit im bayerischen Forchheim gestählt hat. Und seine Erfolge dabei? „In meiner Amtszeit in Wiesloch haben wir die Anzahl der Stadtbuslinien von einer auf vier erhöht“. Weitere Verbesserungen seien bei der Vertaktung mit der S-Bahn, im Fernverkehr und am Bahnhof erzielt worden, wo Radboxen und -ständer bereitgestellt wurden. Sein Faible für Stadtplanung lasse sich am Beispiel der neu gestalteten Ortsmitte von Schatthausen ersehen. „Auch in Ursenbach und Altenbach fehlt eine gestaltete Ortsmitte“. Für Schriesheims Talstraße empfiehlt er Sofortmaßnahmen. Hier müsse man politischen Druck ausüben: „Ich weiß, wo man die Hebel ansetzen kann“. Eine Klarstellung lag Leuthe noch am Herzen: Nämlich, dass er in Schriesheim nicht antrete, um einen „Versorgungsposten“ zu ergattern.

Es sei zwar richtig, dass in Wiesloch wegen akuter Sparzwänge auch im Personalbereich der Verwaltung eine von zwei Beigeordnetenstellen wegfalle. Doch sei dies für 2008 geplant, wenn seine Kollegin Ursula Hänsch das Pensionsalter erreicht hat. Ihm sei aber klar, dass der Gemeinderat darüber zu entscheiden habe, ob sich der Oberbürgermeister und er die Geschäftsbereiche der Kollegin aufteilen könnten. Seine Bewerbung in Schriesheim habe keine finanziellen Gründe: „Mir gefällt einfach die Stadt und die Herausforderung ausnehmend gut“.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung