19.11.2022

Weihnachtsdorf meldet sich wieder zurück

Weihnachtsdorf meldet sich wieder zurück

Mit Bürgermeister Christoph Oeldorf (2.v.l.) stellten die Organisatoren Volker und Christel Paul, Claudia und Ignaz Holdernig und Ela Drop (von links) das Programm des 15. Weihnachtsdorfs vor. Foto: Dorn
Nach zwei Jahren Pause gibt es vor dem Neuen Rathaus wieder Stände, eine Krippe und Live-Musik.

Schriesheim. (hö) Nach zwei Jahren Pause wird es dieses Jahr wieder ein Weihnachtsdorf vor dem neuen Rathaus geben – und zwar so, wie man es seit 17 Jahren an den letzten beiden Adventswochenenden kennt: mit 15 Buden, einer Krippe mit Schafen und Esel, einem Weihnachtsbaumverkauf und natürlich Live-Musik auf der Bühne.

"Nichts ist doppelt, nichts ist kommerziell", fasste Volker Paul das Angebot des Weihnachtsdorfs zusammen, als er mit seinen Co-Organisatoren Claudia und Ignaz Holdernig sowie Ela Trop, und nicht zu vergessen seiner Frau Christel, das Programm zusammen mit Bürgermeister Christoph Oeldorf im Rathaus präsentierte.

Mit jeder Menge Kunsthandwerk – darunter Kerzen aus Recycling-Wachs, Weinflaschen aus Filz, Selbstgestricktem oder gar einem Krippenmacher aus Mannheim – bekommt die kleine Budenstadt ein ganz eigenes Flair, das sie von den üblichen Weihnachtsmärkten in der Umgebung abhebt. Einmal abgesehen davon, dass es hier keine Fahrgeschäfte, dafür aber eine "lebende Krippe" gibt.

Auch Essen und Trinken kommen aus Schriesheim: angefangen bei Karls Forschners Schnitzel und Flammkuchen über Maronensuppe von Sonja Röger – nur einen Extra-Maronenstand gibt es (immer) noch nicht – bis hin zu Getränkeständen vom Turnverein und dem Tennisclub, wobei die Markus-Paul-Stiftung traditionell für den Glühwein sorgt.

Und diese Stiftung ist der eigentliche Grund, weswegen es das Weihnachtsdorf seit 2005 gibt. Benannt ist sie nach dem Sohn von Christel und Volker Paul, der als Polizeibeamter in der Nacht des 11. Dezember 1998 von einem 16-Jährigen im Dienst erstochen wurde. Die am eigenen Leib erfahrene Ohnmacht – auch angesichts ausbleibender Hilfe des Rechtsstaats für die Familien der Opfer – und zugleich eine große Welle der Solidarität animierten Volker Paul dazu, eine Stiftung zu gründen, die die Hinterbliebenen von im Dienst getöteten Einsatzkräften unterstützt – wie erst unlängst nach den beiden Polizistenmorden im pfälzischen Kusel.

Für Bürgermeister Oeldorf ist das "die Besonderheit des Weihnachtsdorfs", nämlich, dass dessen Einnahmen dem Stiftungszweck zugutekommen. Nach zwei Jahren ohne Weihnachtsdorf waren die Finanzen der Stiftung ziemlich aufgebraucht – und allein schon deswegen war die Erleichterung groß, dass das Weihnachtsdorf jetzt zum 15. Mal wieder öffnen kann.

Auch Oeldorf ist den Organisatoren "sehr dankbar", dass diese Traditionsveranstaltung nicht eingestellt wurde, sie sei "eine absolute Bereicherung des Veranstaltungskalenders" – und dazu "einmalig in der Region". Deswegen gibt die Stadt gern einen "finanziellen Obolus" (Oeldorf), indem sie für die Infrastruktur und ein kleines Entgelt für die Musikgruppen sorgt – was Volker Paul ausdrücklich lobt.

Einer der Höhepunkte ist dabei am letzten Weihnachtsdorf-Tag der Auftritt des Dudelsack-Ensembles "Heidelberg District Pipe & Drums", sowohl optisch als auch musikalisch. Bei allem Budenzauber werden aber auch die Senioren nicht vergessen: Am 17. Dezember werden 15 Bewohner aus dem Stammberg zum Weihnachtsdorf gefahren, um dort einen schönen Nachmittag zu verbringen.

Und was wurde aus den Plänen, das Weihnachtsdorf in die Altstadt, zum Beispiel vor den Zehntkeller zu verlegen? Nichts. Denn nicht nur die Winzergenossenschaft war dagegen, sondern die Organisatoren erkannten die Vorzüge des Rathausvorplatzes: "Die Park- und Aufbausituation hier ist besser", sagt Volker Paul. Und Ignaz Holdernig findet: "Außerdem können wir uns hier besser ausbreiten."

Terminplan:
> Freitag, 9. Dezember: 17 Uhr Eröffnung durch Bürgermeister Christoph Oeldorf, 17.30 Uhr Römerstrolche, 18 Uhr Weihnachtsmann.
> Samstag, 10. Dezember: 14 Uhr Beginn, 15 Uhr Römerstrolche, 17 Uhr Weihnachtsmann, 18 Uhr T-Band.
> Sonntag, 11. Dezember: 14 Uhr Beginn, 15.30 Uhr Historischer Fanfarenzug "Schriesheimer Löwen", 16 Uhr Musikschule, 18 Uhr Mannheimer Elvis.
> Freitag, 16. Dezember: 17 Uhr Beginn, 18 Uhr "Garden Party".
> Samstag, 17. Dezember: 14 Uhr Beginn, 15.30 Uhr Musikkorps des Polizeipräsidiums, 17.30 Uhr Weihnachtsmann, 18 Uhr "Sunny and the Jokebox"; gedacht als Seniorentag.
> Sonntag, 18. Dezember: 14 Uhr Beginn, 15 Uhr Jagdhornbläser, 16 Uhr Heidelberg District Pipes & Drums, 17.30 Uhr Weihnachtsmann. (hö)

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung