20.10.2005

„Schriesheimer sollten öfter nach Altenbach kommen“

Bürgermeisterkandidat Erwin Leuthe stellte sich in Altenbach vor – SPD als „innerer Kompass“ – Bolzplatz ganz oben auf seiner Prioritätenliste

Im evangelischen Gemeindehaus bekannte sich Erwin Leuthe zu seinen politischen Wurzeln.

Schriesheim-Altenbach. (cab) Der Ortsmittelpunkt, der Winterdienst, das Angebot für Jugendliche, Energieeinsparungen in öffentlichen Gebäuden durch den Einsatz alternativer Energien, Verkehrsberuhigungen und die, so der Bürgermeisterkandidat, manchmal etwas vernachlässigte Wahrnehmung Altenbachs in der Kernstadt: Erwin Leuthe sprach bei seiner öffentlichen Vorstellung im Odenwald-Ortsteil die Themen an, die die Altenbacher im Pfarrsaal der evangelischen Kirchengemeinde hören wollten. Nur zu folgendem konkreten Wahlversprechen ließ er sich nicht verleiten: Zum Bau einer neuen Friedhofshalle.

Man müsse alle nötigen Investitionsanliegen der Stadt sammeln und dann in einer Gesamtabwägung entscheiden, welche Maßnahmen Vorrang hätten – auch mit Blick auf die Machbarkeit nach Lage des Haushalts. Für Leuthe war aber klar: „Altenbach darf in den Prioritäten nicht immer nur an zweiter Stelle stehen“. Dafür gab‘s natürlich Applaus. Und auch für die Forderung des Kandidaten: „Überhaupt sollten die Schriesheimer öfter mal nach Altenbach kommen“.

Der Ort habe mit etwa 1800 Einwohnern eine zu geringe Bevölkerung und zudem zu wenig Einzelhandelsangebote: „Da muss mehr Leben rein“. In diesem Zusammenhang konnte es Leuthe überhaupt nicht verstehen, dass es im Ort kein Angebot für Jugendliche ab 13 Jahren gibt. Dabei sei Raum da – in der ungenutzten Kegelbahn etwa. „Eine erste Aufgabe“ wäre zudem für ihn, einen Bolzplatz in Altenbach zu realisieren. Für die Kleinsten müsse durch je eine Gruppe pro Kindergarten mit verlängerten Öffnungszeiten ein Betreuungsangebot geschaffen werden. Für die Grundschule sei der Bedarf eines Ganztagesangebots zu ermitteln.

Dann der sensible Themenkomplex Verkehr. Leuthe sagte, die Vergabe des Winterdienstes sei „keine gute Lösung“. Gerade bei Einsetzen des Schnees müsse man im Ort schneller reagieren können. Warum nicht gemeinsam mit Wilhelmsfeld einen Schneeschieber anschaffen – etwa durch Leasing – und den Winterdienst wieder kommunal erledigen, fragte sich der Kandidat.

Viele Altenbacher fürchten, dass durch den Branichtunnel noch mehr Verkehr und Raser auf sie und ihre Hauptstraße zukäme. Leuthe meinte, dass Verkehrsberuhigungen gleich an den Ortseingängen für Abhilfe sorgen könnten. Leicht installierbare Querungshilfen würden den Verkehr abbremsen und wären auch noch fußgängerfreundlich.

Der Ort brauche zudem eine Mitte, „in der sich die Bürger wiedererkennen“, sprach Leuthe die Gestaltung des Ortsmittelpunktes an. Zu verschönern seien etwa der Bereich vor dem Schulhaus, aber auch der Buswendeplatz. Leuthe konnte nicht verstehen, warum nicht gleich im Zuge der Kanal- und Straßenarbeiten daran gedacht wurde. Erste Verschönerungen, etwa durch Begrünungen, müssten auch gar nicht so teuer sein.

Leuthe regte einen Radweg von Schriesheim nach Altenbach und weiter Richtung „Kipp“ an und forderte eine bessere Anbindung der Ortsteile an den ÖPNV. Auch das könne die Probleme mit dem Individualverkehr lindern helfen, so der Kandidat, dessen Lebensgefährtin Uschi Wannemacher ebenfalls anwesend war. Auch zu seiner Nähe zur SPD wurde Leuthe aus den Reihen der Zuhörer befragt. Und er verleugnete nicht, dass die Sozialdemokratie bei aller Orientierung an der Sachentscheidung zum Wohle der Bürger sein „innerer Kompass“ sei.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung