28.10.2005

Bürgersaal, Kunstrasenplatz, günstigere Mieten

Bürgermeisterkandidat Peter Rosenberger traf die Vereinsvertreter – Diese hatten einige Wünsche – „Vereine künftig besser pflegen“

Schriesheim. (sk) Ohne Vereine geht nichts, vor allem, wenn die Gemeindekassen leer sind. Dass Schriesheim mit seinen 72 Vereinen außerordentlich gut aufgestellt ist, und dass diese dazu noch hervorragende Arbeit leisten, darüber war man sich einig, als Peter Rosenberger die Vertreter der Vereine von Schriesheim, Altenbach und Ursenbach zum gemeinsamen Gespräch traf.

„Es sind immer auch die Vorsitzenden, an denen letztlich alles hängt“, hob der Bürgermeister-Kandidat im voll besetzten Nebenzimmer des „Adler“ hervor und betonte, wie wichtig das Ehrenamt sei. Um eine bessere Außenwirkung der Vereinsarbeit zu erreichen, sei eine Zusammenarbeit wichtig. Die Vereine sollten Veranstaltungen gemeinsam planen und ausführen, damit es nicht zu Überschneidungen in der Terminplanung komme. Rosenberger plädierte dafür, den „Runden Tisch“ wieder zu beleben, den es schon einmal für kurze Zeit in Schriesheim gegeben hat. Hierbei könnte die Stadt die Regie übernehmen, um Engagement und Sachverstand der Vereine am besten bündeln zu können. Dem Kandidaten lagen auch die Probleme kleinerer Vereine am Herzen.

Oft könnten sie sich ein eigenes Vereinshaus nicht leisten und seien auf Mieträume oder- hallen angewiesen, deren Preise in den letzten Jahren explodiert seien. Was auch Charlotte Günther von den Siedlern und Gustav Weber von der TSG Altenbach bestätigten. Ein Verein allein könne heute gar nicht mehr die Miete für eine Feier in der Mehrzweckhalle bezahlen. Und dann sei da auch noch die Sache mit den teuren Getränken, die man nehmen müsse. Michael Henseler, Vorsitzender des Tennisclubs, ergänzte zustimmend: „Zu hohe Mieten sind eine Ohrfeige für ehrenamtlich Engagierte“. Diesem Problem könnte die Stadt langfristig mit dem Bau eines Bürgersaales begegnen, so Rosenberger. Weil gerade Vereine wie die „Rebläuse“, wie die Vorsitzende Angelika Strelow-Reichardt ausführte, diese nutzen könnten, wurde scherzhaft vom Schriesheimer Schauspielhaus gesprochen.

Ein Bürgersaal könnte auch genutzt werden, um Symposien und Kongresse nach Schriesheim zu holen. Damit war ein Thema angeschnitten, das für Peter Rosenberger größte Priorität hat: das Thema Stadtmarketing. Nach Rosenbergers Ansicht steckt dieses noch in den Kinderschuhen. Die Vereine und ihre Arbeit müssten besser publik gemacht werden.

Er regte weiterhin an, dass Vereine gegen Entgelt über ihre originären Bereiche hinaus auch andere Aufgaben übernehmen könnten, wie die Übernahme von Patenschaften für Grünflächen. Solche Projekte könnten beworben und auch durch Ehrungen honoriert werden. Vermitteln könnte diese Projekte eine Börse im Internet. Dieser Vorschlag wurde allgemein sehr gut aufgenommen. Auch die Jugendarbeit der Vereine sei sehr gut, betonte Rosenberger und war sich darin einig mit Bernd Molitor, dem Vorsitzenden des JuTS. Es gebe keine Konkurrenz zwischen Vereinsarbeit und offener Jugendarbeit, das werde auch der Jugendsozialarbeiter unterstützen.

Peter Rosenberger, selbst einmal badischer Meister im Hochsprung, zeigte sich auch an der Arbeit der Sportvereine sehr interessiert und befürwortete eine vom Vorsitzenden des TV, Dr. Wolfgang Metzger, ins Gespräch gebrachte Sanierung im Stadion, die sich aber im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten bewegen sollte. Lothar Götzmann, Chef der SV-Fußballer, ergänzte, es gebe nur einen Rasenplatz im Stadion. Ein weiterer Kunstrasenplatz könnte Abhilfe schaffen.

Rosenberger verwies auf das enge finanzielle Korsett der Stadt, zeigte sich aber offen für die Vorschläge der Vereinsvertreter. Denn: „Die Vereine sind Aushängeschilder, die künftig besser gepflegt werden müssen“.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung