07.12.2005

„Die Rebe“ wird wachsen

Neuer Förderverein der evangelischen Kirchengemeinde gegründet
Die Gründer des Vereins „Die Rebe“ im Spätsommer. Ihr Verein ist seit 7. November ins Vereinsregister eingetragen. Foto: D
Schriesheim. (anzi) In Johannes 15 Vers 5 steht geschrieben: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun“. Diese Worte Jesu hat sich der in Schriesheim neu gegründete Verein „Die Rebe“ zu Herzen genommen. Auch sein Logo bezieht sich auf das Gesagte beim Evangelisten Johannes: Ein Weinstock und eine Rebe, an der Traube und Blatt wachsen.

„Die Rebe“ wurde im September von sieben Mitgliedern als gemeinnütziger Förderverein für die evangelische Kirchengemeinde gegründet. Seit 7. November ist er ein eingetragener Verein. Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden Wolfgang Westphal, seinem Stellvertreter Thomas Rufer, Schriftführer Ernst-Reinhard Steinke und Florian Mersi. Weitere Gründungsmitglieder sind Pfarrer Lothar Mößner, Margot Röth und Brigitte Siebert. Neben Pfarrer Mößner sind alle Gründer schon lange in der Gemeinde aktiv, teilweise auch im Kirchengemeinderat.

„Die Rebe“ hat sich gegründet, um das Engagement der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter innerhalb der evangelischen Gemeinde zu stärken, unter anderem durch qualifizierte Begleitung einer Fachkraft. Gerade die schon ausgeprägte Kinder- und Jugendarbeit soll dadurch weiter gefördert werden.

Schon lange habe man sich in der Gemeinde mit dem Thema Förderverein auseinandergesetzt, berichtet Vorsitzender Westphal im Gespräch mit der RNZ. Man sah die Notwendigkeit für einen Referenten, der die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter koordiniert, ein Bindeglied zur Gemeinde ist und sich vor allem um die Jugendarbeit kümmern soll. „Die kirchliche Institution tut sich schwer mit solch einer Besetzung. Ein Verein ist da flexibler“, so Westphal. Und sein Stellvertreter Rufer ergänzt: „Die Kirche entlässt niemanden. Es besteht eine moralische Bindung, auch wenn kein Geld mehr da ist.“ Rufer ist begeistert von den engagierten, ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Kirche und auch von den bereits bestehenden, vielfältigen Angeboten. „Doch sind die Helfer nicht so betreut, wie sie es sein sollten. Die Pfarrer sind überlastet“, so Rufer. Auch gebe es viele Visionen innerhalb der Gemeinde für weitere Aufgaben, doch sei die Belastungsgrenze der Mitarbeiter erreicht. Man suchte nach einer Lösung und kam auf den Förderverein.

Die Mitglieder des Vereins kennen solch ein Modell von anderen Kirchen, wie in Niederhöchstadt, wo der Gemeindeverein in zehn Jahren sieben neue Stellen für Kirchenarbeit geschaffen hat. „Auch in der Gemeinde in Berlin, in der ich war, hat man mit Hilfe eines Fördervereins die eineinhalb Pfarrstellen auf zwei aufgestockt“, verweist Westphal. Zwar erhalte die Kirchengemeinde Steuergelder, doch gibt es im Haushalt kaum einen Spielraum. „Das Geld ist zu 95 Prozent gebunden, in Hausmeistertätigkeiten, Reinigung, Renovierung und ähnliches, so dass vielleicht 500 Euro für die kirchliche Arbeit übrig bleiben“, weiß Rufer.

Der Förderverein setze die Prioritäten anders, meint Schriftführer Steinke. „Wir gehen quasi los und mischen alles ein wenig auf.“ Denn die Zukunft der Jugend sei zu wichtig, und Steinke hofft, dass mit der Förderung der ehrenamtlichen Arbeit auch eine gewisse Botschaft an die Jugendlichen vermittelt werden kann, dass sie eine gute Basis bekommen für ihren weiteren Lebensweg.

Zum ersten Mal wurden Gedanken zu solch einem Förderverein Ende Mai besprochen. Nach der Gründung im September wurde der Verein den Gruppen der Gemeinde vorgestellt. „Der Verein wurde somit der Kirchengemeinde nicht übergestülpt“, unterstreicht Mersi. Ein Vorteil im Verein ist auch, dass keinerlei Verwaltungskosten anfallen, da jeder etwas dazugibt, was nützlich ist, wie das Drucken von Flyern beispielsweise. Das Vereinsziel ist, Anfang nächsten Jahres einen Jugendreferenten einzustellen. Vor Weihnachten soll noch die Ausschreibung formuliert werden. Um die Stelle zu besetzten sind natürlich Spenden nötig, „am besten Dauerspenden, da wir regelmäßig jeden Monat Geld brauchen“, so Steinke. Aber auch einmalige Spenden helfen schon weiter. Entwickelt sich dieses Projekt gut, möchte „Die Rebe“ den Gemeindeaufbau weiter fördern, natürlich immer mit christlich-missionarischem Hintergrund.

Weitere Informationen zum Verein „Die Rebe“ unter 06203/1079988 (Wolfgang Westphal) oder 06203/61707 (Thomas Rufer).

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung