12.01.2006

Winter- und Ferienzeit ist für viele Vereine Arbeitszeit

Sanieren, renovieren, putzen: An den Beispielen des KSV, der IEWS und der Naturfreunde wird deutlich, wie viel Engagement die Vereine in ihre Immobilien stecken

Schriesheim. (nam) „Eigentlich sind wir immer im Einsatz“, sagt KSV-Vorsitzender Klaus Grüber, wenn es um die Arbeiten geht, die rund ums Jahr an der KSV-Halle anfallen. „Bei so einem großen Objekt gibt es praktisch unendlich viele Kleinigkeiten, die gemacht werden müssen“. Deswegen trifft sich ein kleiner Helferkreis regelmäßig einmal im Vierteljahr, um die Halle wieder auf Vordermann zu bringen. Auch zwischen den Jahren waren die rund zehn Mann im Einsatz. Um 9 Uhr ging es los, gegen 17 Uhr schlossen die Helfer die Arbeiten ab. „Die Zeit in den Ferien ist ideal“, sagt Grüber. Dann wird in der Halle kein Sport getrieben und auch größere Dinge können in Angriff genommen werden. Dafür ist ein Gerüst nötig, und das kann dann getrost stehen bleiben, ohne dass es jemanden stören würde.

„Wir haben die Beleuchtung repariert, die Be- und Entlüftung auf Vordermann gebracht und die Wandverkleidung gereinigt“, berichtet Grüber. Momentan ist also alles wieder in Stand gesetzt. Bezuschusst werde der Verein für diese Arbeiten nicht. Deswegen ist der Vorsitzende froh, dass sich in den Reihen der Mitglieder einige Handwerker finden, die bei den Reparaturaufgaben anpacken. Denn für manche Arbeiten ist einfach geschultes Personal nötig, so Grüber, zum Beispiel für Elektro- oder Wasserinstallationen. „Wir sind froh, dass wir dafür keine Handwerker von außerhalb hinzuziehen müssen, sonst würde für uns ein wesentlich größerer finanzieller Aufwand entstehen“, sagt Grüber.

Bei der IEWS stehen zur Zeit zwei große Aufgaben an: Zum einen die Arbeiten rund um die Gaststätte, zum anderen die Generalsanierung des Kinderbeckens. In der Gaststätte haben die ehrenamtlichen Helfer die Decke fertig gestellt und arbeiten zurzeit am Boden. „Zur Hälfte sind wir fertig“, sagt Jürgen Merkel, der ehrenamtliche Betriebsleiter des Waldschwimmbades. Er rechnet damit, dass die Arbeiten in vier bis sechs Wochen abgeschlossen sind, denn das nötige Material ist vorhanden. Anders sieht es da mit dem Kinderbecken aus: Hier müssen Beckenkopf und Fließen komplett erneuert werden und entsprechend die Außenanlagen des Beckens.

„Wir müssen die Aufträge dafür vergeben“, sagt Merkel. Und dafür benötigt die IEWS die Kostenzusage der Stadt. Die hängt vom Haushalt ab, und dessen Verabschiedung wurde gestern ja vertagt (siehe weiteren Bericht). „Wir werden nochmal mit dem Bürgermeister sprechen, mit dem künftigen und mit dem bisherigen“, sagt Merkel. 100000 Euro sind im Entwurf des Vermögenshaushalts für Baumaßnahmen am Waldschwimmbad vorgesehen.

40000 bis 50000 Euro wird es kosten, das Kinderbecken zu sanieren. Allein kann die IEWS diese Summe nicht stemmen; um die Arbeiten zu finanzieren, müsste die IEWS dann Kredite aufnehmen. Sie wartet also auf den Bescheid der Stadt. Das bedeutet aber nicht, dass die Mitglieder zurzeit die Hände in den Schoß legen und abwarten. Im Gegenteil. Rund um das Becken tut sich was: Ein Helfertrupp, acht bis 15 Leute, trifft sich abends unter der Woche und an den Samstagen, um die Fliesen zu demontieren und die Abbrucharbeiten voranzutreiben. Außerdem muss der Beton gesäubert werden. 80 Prozent der Arbeiten, die die Mitglieder selbst übernehmen können, sind erledigt, schätzt Merkel. Keine Frage, dass die restlichen Aufgaben in den nächsten Wochen abgeschlossen werden: „Wir packen das auf jeden Fall“, sagt er.

Die Naturfreunde haben derzeit „Winterruhe“. Im November haben sie das Naturfreundehaus winterfest gemacht: Unter anderem die Terrassenmöbel und Bänke verstaut und das Wasser aus den Leitungen abgelassen. Denn „da oben wird es sehr kalt und wir haben keine Heizung“, wie Liselotte Ortmann, die Vorsitzende der Naturfreunde, erklärt. Größere Reparaturen fielen im letzten Jahr aber nicht an, nur „Kleinigkeiten“: Da muss dann schon mal ein wackeliges Geländer befestigt oder eine Stufe ausgebessert werden.

Die Saison 2005 „war in Ordnung“, resümiert Ortmann. „Wir können uns nicht beklagen“. Samstags habe der Betrieb etwas nachgelassen, aber sonntags schauten immer noch viele Wanderer bei den Naturfreunden vorbei, die das Haus in Eigenregie bewirtschaften. „Frühjahr und Spätjahr, das sind unsere Zeiten“. Denn im heißen Sommer ziehen viele das Schwimmbad einer ausgedehnten Wanderung vor. Am ersten Wochenende im April wird das Naturfreundehaus übrigens wieder öffnen. Ende März beginnen für die Mitglieder dann die Instandsetzungsarbeiten: Putzen und das Außengelände in Ordnung bringen. Rund 30 Helfer sind bei diesen Arbeiten in der Regel im Einsatz.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung